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Militante Homosexuelle gegen sehr hilfsbereite Ärzte

Es gibt Menschen, die sich mit ihrer Homosexualität nicht wohl fühlen und sich deshalb Hilfe bei Gott, oder gleich bei den Medizinern des Bundes Katholischer Ärzte suchen.
12.6.12

Es gibt Menschen, die sich mit ihrer Homosexualität nicht wohl fühlen und sich deshalb Hilfe bei Gott, dem Allmächtigen suchen und wenn ihr es bisher nicht gewusst habt, sie finden sie auch. Eine Betroffene, mit der ich als Vorbereitung gesprochen habe, wurde von mehreren ultra-christlichen Vereinen in Deutschland auf den gottgewollten Weg gebracht. Der führte dahin, dass die Dame, die bisher offen lesbisch gelebt hatte, sich nun vollkommen Jesus zuwandte. Sie glaubt übrigens, dass es von der Gesellschaft nicht akzeptiert wird, nicht homosexuell sein zu wollen. Es gibt in Deutschland gleich mehrere Möglichkeiten, sich bei ungewollter Homosexualität helfen zu lassen. In Mannheim gab es am Katholikentag einen Stand des Bundes Katholischer Ärzte (BKÄ) für Interessierte, der aber massiv angegriffen wurde. Möglicherweise auch wegen der grauenhaften und geschmacklosen Flyer, die schon ihre Runde durchs Internet gemacht haben. Ich habe also mit Dr. Gero Winkelmann gesprochen, einem praktischen homöopathischen Arzt mit starkem Interesse an Psychotherapie und einer der Hardliner des BKÄ. Er war nicht nur Mitorganisator des Standes am Katholikentag und Mitverantwortlicher am Flyer, sondern ist auch der alleinige Verantwortliche für die verqueren Informationen auf der BKÄ-Homepage. Er hat mir erklärt, was Homophobie eigentlich ist (ich habe da wohl jahrelang etwas komplett falsches geglaubt) und warum Menschen bei ihm und seinen Kollegen „Hilfe“ suchen. VICE: Warum liegt Ihnen das Thema am Herzen?
Dr. Winkelmann: Ich mache das nicht, weil ich Langeweile habe, sondern weil wir immer wieder Anfragen bekommen. Ein Familienvater fragte, was wir zu Homosexualität sagen, er hatte zweierlei sexuelle Gedanken und war hin und her gerissen. Wir finden das an sich nicht gut, aber konkrete Dinge konnten wir auch nicht sagen. Das ist ein Tabuthema, bei dem man herausfinden muss, was die Stellung der Bibel dazu ist. Man kann nicht einfach sagen, der Papst ist dagegen. Was ist Ihre Methoden, wie gehen Sie vor?
Es geht dabei nicht um Kirche. Es geht um seelische Heilung geistiger, seelischer Verletzungen. Also Sakramente, Beichte, Seelsorge durch erfahrene Seelsorger und Geistliche. Wenn es augenscheinlich wird, dass es seelische Verletzungen gibt, dann kann man da Hilfestellung geben, zu klareren Gedanken verhelfen. Der Mensch entscheidet dann selbst. Wie fallen die Reaktionen aus?
Ich fände es gut, wenn man das Thema angstfrei und vorurteilsfrei gemeinsam behandeln würde. Aber da gibt es gegenseitige Ängste. Wir hatten mal Seminare und Kongresse zu Heilung und Therapiemöglichkeiten in Marburg und Graz geplant. Die konnten nicht stattfinden, weil von organisierten Gruppen auf homosexueller Seite derart Terror gemacht worden ist. Man kann ja anderer Meinung sein, aber man muss den Anderen in seinem Rahmen wirken lassen. Und deshalb wissen ja viele Homosexuelle gar nicht, dass es uns gibt. Was gab es sonst für Angriffe?
Mich wollen homosexuelle Verbände beinah lynchen, mir wir gedroht, ich soll meinen Verein schließen, ich soll meinen Ärzteberuf verlieren. Letztes Jahr wurde Telefonterror gemacht, es wurde nachts angerufen, wieder aufgelegt. Sie wissen nicht, was es für Menschen gibt, die dann auch richtig durchdrehen, z.B. ein Mann bei unserem Stand, der tat mir furchtbar leid, ohne dass es zynisch klingen soll. Der hat sich vor uns aufgebaut und seine Rede gehalten und sich in zwei Minuten so rein gesteigert, dass er richtig gejauchzt hat und blau geworden ist. Wenn Menschen homophober Diskriminierung und Übergriffen ausgesetzt sind, ist so eine Reaktion vielleicht nachvollziehbar?
Tja, frage ich mich auch. Dieses Schauspiel zeigt, dass da Verletzungen gesetzt worden sind, die wir ernst nehmen müssen. Dieser Mensch hat einen furchtbaren Frust, eine seelische Verletzung und die entlädt er bei uns. Ich denke, dass die Homosexuellen, die so scharf reagieren, alle ihre Verletzungsgeschichte haben, dazu vielleicht noch diese epigenetische Veranlagung, die von alten Geschlechtskrankheiten, von vielleicht vor 300 Jahren herreichen. Es tritt so wie ein Geschwür immer wieder auf und Geschwüre heilen,  ist in der Medizin unwahrscheinlich schwer. Es ist ein geistiges Geschwür, unter dem die Leute sehr leiden. Das klingt medizinisch.
Mir hat einer auf den Anrufbeantworter gesprochen, dass wir unwissenschaftlich sind. Es gibt Studien aus den USA, aus denen hervorgeht, dass homosexuelles Verhalten deutlich mit mehr Krankheiten zu tun hat. Das hat nichts mit Christ zu tun, sondern es zeigt, dass es große medizinische Gefahren birgt. Deshalb können wir nicht sagen, dass es normal ist. Wir sagen Dinge, die in den ärztlichen Zeitungen sowieso stehen. Zum Beispiel, dass die Leute früher sterben, wegen ihres HIV-Risikos oder der höheren Selbstmordrate. Auf welche Studien stützen sich solche Aussagen?
Die habe ich selber auch noch nicht gesehen. Es wird in allen Berichten darüber geschrieben, aber man müsste da recherchieren. Genau kann ich das nicht sagen. Es interessiert nur wenige. Ich muss nicht die Statistiken lesen, weil die oft gefälscht sind. Und kein Institut will da eine Studie darüber machen, wegen dem Druck von außen. Ist diese Aussage denn überhaupt haltbar?
Ich denke, ja. Aber ich bin kein Psychotherapeut und kein Psychiater. Man könnte nachschauen, worauf sich das konkret stützt, das wäre mal interessant. Ist es denn überhaupt möglich, Homosexualität und Glauben miteinander zu verbinden?
Das ist kein Problem. Ich als Arzt muss ja jeden behandeln und beraten. Ob er jetzt Moslem, Christ, evangelisch oder Traditionalist ist. Und ich als Arzt beschränke mich auf das Ärztliche. Das Geistliche machen die Geistlichen, mit Gebeten. Als katholischer Arzt kann ich mir auch denken dass Jesus persönlich gerade vor mir steht, in Form eines Alkoholkranken, eines Not leidenden Homosexuellen oder sonstig belasteten Menschen. Ich verurteile niemanden: die Sünde, aber nicht den Sünder. Wird auch versucht die religiöse Einstellung zu beeinflußen?
Wenn man merkt, derjenige hat eine christliche Ader kann man das mal machen und sagen, „wir können ja zusammen ein Gebet sprechen“. Aber sehr vorsichtig. Ich darf sagen, dass auf eine Entgiftung, eine seelische Entgiftung folgen muss, aber dabei muss ich es auch belassen. Ich darf niemanden zwingen oder drängen. Sind Ihnen schon mal homophobe Kollegen begegnet?
Homophobe Kollegen… Eigentlich Nein. Ich sehe Desinteresse. Also ich bin es nicht! Uns wurde in Mannheim am Stand ja gesagt „Heilen sie erstmal ihre eigene Homophobie“. Ich hab glücklicherweise keine. Als Arzt darf man vor nichts Angst haben. Homophobie das wäre ja schlimm, wenn ein Arzt vor Leuten die Probleme haben, Angst hätte. Und das Geschwätz mit der Homophobie, das ist Blödsinn, weil wir den Leuten ja helfen wollen. Jeder von uns hat ja irgendwo mal eine schwache Seite, einer ist faul, oder unpünktlich. Und der andere ist schwul?
Ja. Wenn jemand seine sexuelle Neigung, zu Gunsten der Religion zurückstuft und demnach auf Sexualität verzichten muss, ist das eine gesunde Haltung?
Da muss ich sagen: Kompliment. Das finde ich eine ganz normale menschliche gesunde Haltung. Wenn ich im Supermarkt bin und den Impuls habe einen Kugelschreiber zu stehlen, wenn das alle machen, ist es der Tod des Supermarkts. Man muss sich da beherrschen. Du musst nicht alles essen, musst nichts klauen, und wenn du homosexuelle Gedanken hast, dann schau, dass du sie nicht ausweitest.