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Hey Leute, Alkohol zu rauchen, ist nicht so cool, wie ihr denkt

Wir wollten mal den heißen, neuen und degenerierten Trend des Alkoholrauchens ausprobieren. Hunderte Artikel von beunruhigten Spaßbremsen, die Sachen sagen wie „Das ist gefährlich, es wird dich töten!“, schreckten uns nicht ab.

von Alison Stevenson
08 Juli 2013, 8:50am

Vor einer ganzen Weile wollte ich mal den heißen, neuen und degenerierten Trend des Alkoholrauchens ausprobieren. Besonders nachdem ich das oben gezeigte Video gesehen hatte, wo YouTube-Nutzer skippy62able die Welt lehrt, wie man Alkohol mit nichts weiter als einer Plastikflasche und einer Luftpumpe, an der ein Korken befestigt ist, zum „Verdampfen“ bringt. Hunderte Artikel von beunruhigten Spaßbremsen, die warnen, wie gefährlich das ist, schreckten mich nicht ab. Viele sagen, dass die Gefahr einer Überdosis dadurch viel höher ist, weil es direkt in deine Lunge und dein Gehirn geht und nicht erst einen Verarbeitungszwischenstopp in deiner Leber macht. All diese „Experten“ konnten aber meiner Meinung nach einfach nicht Recht haben, also entschied ich mich dafür, meinen Freund Ian ranzuholen und es selbst herauszufinden.

Ian hat seit seiner Jugend großen Spaß daran, neue Möglichkeiten zu finden, die sein Gehirn schädigen. Deshalb dachte ich, er würde sich über dieses Abenteuer freuen. Ich zeigte ihm das Video und eine Nacht später planten wir unser großes Event. Ich gebe zu, ich war nervös. Ein Teil von mir fühlte, dass das großen Spaß machen würde, wenn wir vorsichtig wären. Aber ein anderer Teil von mir wusste, dass keiner von uns gut darin ist, vorsichtig zu sein. Ich habe über die Jahre gelernt, dass es drei Wodka-Drinks braucht, bis ich gesprächig bin. Der anschließende Gin-Drink lässt mich mit jedem menschlichen Wesen flirten, das in Sichtweite ist, und die zwei darauf folgenden Whiskey-Shots lassen mich alle meine wichtigen Lebensentscheidungen bedauern. Und der finale Tequila sorgt dafür, dass ich in einem fremden Haus auf dem Fußboden aufwache. Mit diesem Wissen konnte das entweder nur ein bedeutende Nacht werden—oder eine Nacht, in der ich für den Tod eines Menschen verantwortlich sein werde. Als ich Ian meine Bedenken vortrug, schlug er mich und schrie: „YOLO!“

Und das war alles, was ich brauchte. Wir trafen uns vor einem Supermarkt in Hollywood, wo wir eine große Flasche Wasser, eine Flasche Rotwein, ein bisschen Wodka und eine große Dose Bier kauften. Zwanzig Minuten bevor es losgehen sollte, hatten wir bereits das erste Problem: Wir hatten die falsche Pumpe.

Ich hatte angenommen, dass es mit einer Fahrradpumpe genauso gut funktionieren würde wie mit einer Ballpumpe. Der Typ aus dem Video konnte nicht mal sagen, was er für eine Pumpe benutzt hat. Schämen Sie sich, Sir. Der Scheiß funktioniert nicht ohne eine Ballpumpe. Denn der Korken wird auf der Nadel der Pumpe befestigt. Wir fühlten uns wie Vollidioten, weil wir das nicht vorher schon wussten. Aber Vollidioten hin oder her, wir waren gezwungen, unsere Reise fortzusetzen.

Irgendwie wurde es ab dem Zeitpunkt immer schlimmer. Wir hatten den falschen Korken. Wir hatten den Eindruck, dass der Korken aus der Weinflasche ganz gut wäre, aber er war zu dünn für die Öffnung der Wasserflasche. Ich löste das Problem, indem ich den Korken mit Klebeband umwickelte, so dass er eng im Flaschenhals steckte. Der nächste Schritt bestand darin herauszufinden, wie man ihn an unserer Fahrradpumpe befestigt. Wir dachten, dass es ausreichen würde, den Korken mit etwas Klebeband an der Pumpe zu befestigen. Wir hatten uns erneut geirrt.

Ians Freund Lucas versuchte, uns zur Hilfe zu kommen und mit Sekundenkleber einen ausgehöhlten Stift in das Loch der Pumpe zu kleben, was als Rohr dienen sollte. Dann machten wir ein Loch in den Korken, um das Rohr hindurch zu stecken und begannen zu pumpen. Wir pumpten die Flasche mit etwas Rotwein einige Mal an, und auch wenn kein Qualm aufstieg, wollte Ian versuchen die Luft im Inneren der Flasche zu inhalieren. Es endete damit, dass er von den Dämpfen des noch nicht ganz trockenen Sekundenklebers high wurde.

Die Nacht war ein Flop, aber wir weigerten uns aufzugeben. Das einzige, was noch trauriger ist als der Versuch, Alkohol zu rauchen, ist, es nicht zu schaffen, Alkohol zu rauchen. Wir beschlossen deshalb, uns in der nächsten Nacht wieder zu treffen—diesmal mit der richtigen Ausrüstung. Wir kauften uns die perfekte Ballpumpe, aber jetzt war der Champagner-Korken zu groß. Also gingen wir in einen Spirituosenladen und kauften drei Flaschen Wasser in unterschiedlichen Größen sowie—natürlich—mehr Alkohol. Der Korken passte in keine der Flaschen, aber die Rettung kam in Form einer schicken Kunststoffwasserflasche, die auf dem Tisch neben uns stand. Und siehe da, es passte perfekt. Das Korkenfiasko fühlte sich beinahe wie die Geschichte von Goldlöckchen und den drei Bären an. Nur dass Goldlöckchen in dieser Version ein trauriger Alkoholiker war.

Es traten noch mehr Problemchen auf. Es blieben nämlich kleine Stücke von dem Korken in der Nadel der Ballpumpe stecken. Aber letztlich konnten wir endlich etwas Alkohol schnüffeln. Wir begannen mit Bier. Als der Qualm die Flasche ausgefüllt hatte, atmete Ian ihn ein. Ich nahm auch einen Zug, aber es passierte nichts—kein Rausch, nichts. Nach einigen Hits, von denen wir nichts fühlten, gingen wir zu Wodka über, von dem Ian 12 Züge nahm.

Der Wodka war ein bisschen intensiver und er konnte ihn wirklich schmecken, als er ihn inhalierte. Trotzdem schien er nicht sehr betrunken zu sein. Ich hatte angenommen, dass seine Worte nach so vielen Zügen undeutlich und unkoordiniert werden würden. Das Problem könnte auch sein, dass auf halbem Weg der Wodka ausging. Obwohl wir weiter pumpten und die übrig gebliebene Flüssigkeit weiterhin verdampfte, waren wir nicht sicher, dass das bedeutete, dass wir immer noch Alkohol extrahieren. „Das fühlt sich auf jeden Fall nach Hirnschäden an, aber ich fühle mich nicht betrunken“, war das, was Ian gesagt hatte. Tatsächlich löste das Inhalieren des Qualms bei ihm nur das Verlangen aus, ein Bier trinken zu wollen. „Ich kann’s nicht sagen, Alter. Ich fühle mich einfach seltsam. Meine Stimmung ist definitiv etwas besser und ich bin alberner, aber scheiß drauf. Ich bin gelangweilt.“ Dann ging er nach draußen, um etwas Gras zu rauchen.

Nachdem wir fast 50 Dollar ausgegeben und einwandfreien Schnaps verschwendet haben, kann ich mit Sicherheit sagen, dass das Rauchen von Alkohol sogar noch dümmer ist, als du denkst. Es ist schwer, dein Gehirn dadurch high zu bekommen. Und letztlich führt es nur dazu, dass du dich nach anderen Drogen sehnst. Wie auch immer, wenn du des selbst ausprobieren willst, mach nicht die gleichen dummen Fehler wie wir. Aber eigentlich solltest du es gar nicht selbst ausprobieren.

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