
Wenn du diese Tragödie von beinahe Shakespeare‘schem Ausmaß verfolgt hast, weißt du ja bereits, dass es unter seinem Schreibtisch—diesem riesigen Klotz aus Eichenholz, auf dem garantiert eine Miniaturausgabe der amerikanischen Flagge sowie gerahmte Fotos seiner Familie standen—zur Sache ging. Als ich davon las, stellte ich mir vor, wie die Bilder auf der Schreibtischplatte umherhüpften, während darunter der große Eroberer des Iraks in die unterwürfige Schriftstellerin eindrang.
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Jahrelang, als es im Irak alles andere als rosig aussah, war er Amerikas Vorzeigesoldat—ein fahnenschwingendes, scharf schießendes, strategisches Genie, das immer Zeit für die Medien aufbringen konnte. Jeder liebte diesen Kerl—vor allem die mit Leberflecken übersäten alten Säcke, die im Kongress saßen. Wann immer Petraeus in den Hallen der Macht eine Rede hielt, kamen sie alle, um ihre Fäuste in die Luft zu strecken und mit Superlativen um sich zu schmeißen. Eines Tages, sagten sie, würde er einen Platz in der Ruhmeshalle von West Point einnehmen, nebst Militärgöttern wie Grant, MacArthur, Patton und Eisenhower.Aber das sieht inzwischen alles ganz anders aus. Jetzt ist er nur ein weiteres hohes Tier, das beim Rumhuren erwischt wurde. Er fällt in Ungnade. Seine Freunde wenden sich von ihm ab. Sogar der Journalist Spencer Ackerman, ein früherer Anhänger des Kults um „König David“, hat ihn öffentlich verleugnet. Die schlüpfrigen Details seiner Unter-dem-Schreibtisch-Spielchen werden vermutlich noch die nächsten Monate über die Seiten der Boulevardzeitungen gespritzt werden.Die Karriere des Mannes fällt von Minute zu Minute mehr in sich zusammen, und ich genieße jede Sekunde davon.Ich verabscheue Petraeus schon seit langer, langer Zeit. Über ein Jahrzehnt lang habe ich versucht, über ihn zu schreiben, aber niemand schien mir Glauben zu schenken. Damals war er unverwundbar. Das ist er jetzt nicht mehr. Nun ist es an der Zeit, euch alles über dieses selbstsüchtige Arschloch zu erzählen und davon, wie es war, jahrelang seine Hure zu sein.
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Nachdem Petraeus auftauchte, wurde mein eigenes und auch das Leben eines jeden anderen Soldaten, der unter Mr. Burns Befehl stand, komplett beschissen. Der stets berechnende Petraeus, der nach seinem Abschluss die Tochter des Direktors von West Point geheiratet hatte, war damals gerade dabei, die Karriereleiter zu erklimmen. Der Generalstern war in Reichweite—ihn trennte nur noch ein einziger Rang davon—und die sogenannte „Teufelsbrigade“ (meine Brigade) zu befehligen, trug wesentlich dazu bei, ihn zu erlangen. Während seiner Zeit als Chef der 504. musste er in so viele haarige, von Hämorriden geplagte Ärsche kriechen, wie er nur konnte. Er musste laut lachen und auf die richtigen Schultern klopfen. Er musste beeindrucken. Er musste tun, was auch immer nötig war, um die Spitze zu erreichen. Es gab nichts, was er nicht getan hätte. Tun wollte. Ja Sir, was immer sie verlangen, Sir.
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