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P.E.A.R.L. diktiert dir seine “Rules of Behavior” ins Rückenmark

Der spanische Techno-Produzent hat ein Album über die “Kunst des Sterbens” gemacht. Hör dir einen ersten Vorgeschmack bei uns an.
14.3.17

Mann für dunkle Stunden: P.E.A.R.L. Promofoto

Aus der Kategorie: "Interessante Sachen, die in deinem Geschichtsunterricht zu kurz kamen/kommen". Als der französische Theologe Jean de Gerson Anfang des 15. Jahrhunderts mit Ars moriendi die "Kunst des Sterbens" niederschrieb, ahnte er wohl nicht, dass er damit eine der, Pardon, langlebigsten katholizistischen Inspirationsquellen schaffen würde. Bis heute zieht das Werk viele Menschen und Künstler an, die ihr Leben bzw. Schaffen irgendwo zwischen edler Sinnsuche und Lust an der Morbidität verbringen. Leute wie dich (vielleicht) und wie P.E.A.R.L. (ganz sicher).

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Der spanische Produzent und DJ, den es von Santander über Barcelona nach Berlin verschlagen hat, steht mit Veröffentlichungen auf Tsunami, PoleGroup und Transhuman für sich gut auswalzenden, düster-schweren Techno britischer Prägung. Und zehn Jahre nach der ersten P.E.A.R.L.-Veröffentlichung bringt er nun mit Temptation Through Impatience nun auch sein Debütalbum heraus. Wurde ja auch Zeit. Der Tod lässt nicht auf sich warten.

Temptation Through Impatience ist thematisch rund um die besagte Ars moriendi aufgebaut und in einem Anflug von wochenendlicher Todessehnsucht präsentieren wir dir mitten zwischen den P.E.A.R.L.-Sets im Tresor, Uebel & Gefährlich (beide vergangen) und bei der "Blank Generation" (1. April) die Premiere des Albumtracks "Rules Of Behavior". Darin vermischen sich "Hass und Schönheit auf einer grauen Leinwand", wie P.E.A.R.L. schreibt, oder anders: Es ist ein Technogewitter in Zeitlupe, das dir zwar nicht dein Ledergeschirr zum Klirren bringt, wohl aber deinen Kopf und dein Rückenmark. Und wenn sich der ganze Hass und die ganze Spannung gerade zu entladen scheinen, ist auch alles schon vorbei; ein süßer Hauch von Erniedrigung.

Das Album erscheint übrigens am 14. April auf dem eigenen Label des Spaniers, Falling Ethics.

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