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Tattoo

Diese Tätowiererin ermöglicht Opfern von häuslicher Gewalt einen Neuanfang

Tattoos statt Narben heißt es in Flavia Carvalhos Projekt „A Pele Da Flor“.
11.9.15
Foto: Flavia Carvalho, facebook

Flavia Carvalho macht aus traumatisierten Körpern wunderschöne Kunstwerke. Die brasilianische Tätowiererin behandelt Frauen, die Opfer von häuslicher Gewalt geworden sind—und zwar, indem sie ihnen Tattoos über ihre Narben sticht. Vor zwei Jahren hatte alles damit begonnen, dass sie einer Frau eine riesige Narbe auf der Bauchdecke übertätowierte. Ihre Kundin hatte ihr dabei die ganze Geschichte der schrecklichen Attacke erzählt. Ab diesem Moment fühlte Carvalho sich verpflichtet,   Frauen dabei zu helfen, ihre seelischen und körperlich Narben durch Tattookunst zu überwinden und startete das Projekt A Pele da Flor.

Der Huffington Post erzählte Carvalho von dieser emotionalen Begegnung: „Sie erzählte mir, dass sie nachts in einem Club unterwegs gewesen war und einen Mann zurückgewiesen hatte, der sie angegangen war. Er attackierte sie dann mit einem Springmesser. Der Anblick des vollendeten Tattoos bewegte sie sehr, was wiederum mir sehr naheging. Ich war auf einmal von der Idee besessen, Frauen kostenlos zu tätowieren, die Narben von den Folgen häuslicher Gewalt oder Brustamputationen tragen.“

Foto: Flavia Carvalho,  Facebook

Carvalho bietet ihre bunten Bedeckungen nun also gratis an und wird bei diesem Projekt von den Behörden ihrer Heimatstadt Curitiba und einer Reihe örtlicher NGOs unterstützt. Sie arbeitet mit Frauengruppen und der lokalen Polizei, um in direkt Kontakt mit den Opfern zu kommen. In der Regel postet sie die Vorher-/Nachher-Bilder auf Facebook, um auf das Problem häuslicher Gewalt aufmerksam zu machen.

A Pele da Flor bedeutet auf Deutsch so viel wie „unter die Haut gegangen“. Durch ihre Arbeit hofft Carvalho, sichere Orte für Frauen zu schaffen, an denen sie ihre Geschichte erzählen und ein gesundes Leben mit Selbstvertrauen wiederaufnehmen können. Seht hier einige ihrer Arbeiten:

Foto: Flavia Carvalho, Facebook

Foto: Flavia Carvalho, Facebook

>> Hier geht es zu A Pele da Flor auf Facebook