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Popkultur

Das erste 3D-gedruckte Open-Source-Kleid der Welt ist bald fertig

Das von der niederländischen Designerin Anouk Wipprecht initiierte "Open Source Element Dress" setzt sich aus 150 persönlich gestalteten Partikeln zusammen.
5.9.14

Fotos mit freundlicher Genhmigung des Künstlers

Wird das Kleid, an dem Leute aus der ganzen Welt gemeinsam arbeiten, es auf die nächste Fashion Week schaffen? Wir werden es bald herausfinden. Fashion-Designerin Anouk Wipprecht, die bereits mit ihrem robotischen Spinnenbein-Kleid und einem 3D-gedruckten, elektrischen Kettenanzug auf sich aufmerksam machte, hat alle Menschen, die über einen Internetanschluss verfügen, eingeladen, gemeinsam am ersten Open-Source-Kleid der Welt mitzuwirken.

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Für das Kunstwerk namens Open Source Element Dress hat sie zusammen mit dem österreichischen Kreativnetzwerk Polaire einen open call an „alle, die ein bisschen Inspiration haben“, gestartet. Sie sollen 62 Millimeter lange Design-Elemente–Wipprecht nennt sie Partikel–beisteuern, die später mechanisch auf dem Kleid verbunden werden. Mit Hilfe eines TINKERCAD Templates können die Leute ihre personalisierten Design-Partikel einsenden. Aus allen Einsendungen werden 150 Partikel für das finale Kleid ausgewählt. Unter den Beiträgen fanden sich bisher mit Tentakeln ausgestattete Meeresungeheuer, wertvolle Edelsteine oder eigenartige geometrische Formen.

Wipprecht erzählte uns, dass die Teilnehmer des modischen Open-Source-Projekts von zehnjährigen Kinder aus den USA bis zu Hackerspaces auf den Philippinen reichen. Und genau diese Vielfalt an unterschiedlichen Quellen ist für die Niederländerin das Spannende am Open Source Element Dress. Das Kleid vereint das kreative Einfühlungsvermögen Hunderter Menschen auf eine Art und Weise, wie es in Zeiten vor dem Internet schlicht nicht möglich gewesen wäre:

„Warum sollten wir darauf warten, dass uns dieses eine, großartige 3D-gedruckte Kleid vorgesetzt wird, das die Zukunft verkörpert, und dass wird dann bewundern müssen?“, so Wipprecht. „Warum erschaffen wir nicht einfach alle gemeinsam dieses Kleid, das den Weg in eine mögliche Zukunft weist? Ein Kleid, das nicht aus der Hand eines Designers, sondern aus der ganzen Welt stammt.“

„Wir möchten die Idee von 3D-Druck und Design vertiefen und sehen, wie man beide noch mehr verbinden kann. Der 3D-Druck bringt einen total neuen sozialen Kontext mit sich und das finde ich sehr spannend. Es ist etwas sehr Persönliches und Intimes, wenn du ein Partikel oder ein Stück Schmuck entwerfen kannst, während du dabei an jemand anderen denkst.“

Um diesen emotionalen Aspekt der Technologie weiterzuverfolgen, sammelte Wipprecht die Geschichten, die die Leute zusammen mit ihren entworfenen Partikeln einsendete. Auch wenn die Entwürfe an sich schon einzigartig menschlich sind: „Man erkennt sehr deutlich eine Handschrift in jedem Partikel, das uns zugesendet wird. Ich habe immer die Sorge, dass durch den 3D-Druck die Emotionen, die jedes Design transportiert, irgendwie verloren gehen. Doch dann sehe ich so viel Leidenschaft in Form von Ritualen, Ausschmückung, Bildung, Talent, Experimentierfreudigkeit.“

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Sobald die Leute ihr Partikel fertig entworfen haben, können sie es entweder selbst ausdrucken und an das gemeinsame Studio von Wipprecht und Polaire in Wien schicken oder per Email digital einsenden, damit es in Wien vor Ort gedruckt werden kann. Wipprechts eigener Beitrag ist ein Partikel aus LED NeoPixeln, die in einem neonblauen Muster herumwirbeln.

„Ich denke, was ich sagen möchte, ist, dass 3D-Druck mehr Emotionen, Tiefe, Bedeutung und Persönlichkeit haben sollte. Ich habe noch nicht herausgefunden, was bei mir den Gedanken auslöst, dass dieses Projekt das Potenzial hat, digitales Design zu emotionalisieren. Aber es gibt eine größere, holistische Idee dahinter, der ich gerne noch weiter nachgehen würde.“

Auf diesem Instructables erklärt Anouk Wipprecht, was ihr tun müsst, um eure Partikel für das Projekt einzusenden. Das komplette Kleid wird am 13. September veröffentlicht.

Seht hier das illuminierte Partikel von Wipprecht im Video sowie einige Bilder von weiteren Einsendungen:

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