Anzeige
Michelin-Küche

Der Sterne-Imbiss aus Singapur will so groß werden wie KFC

Der Gewinn des Sterns war für HK Soya Sauce Chicken Rice and Noodle eine Sensation. Damit soll aber nicht Schluss sein.

von Wyatt Marshall
18 November 2016, 11:00am

Photo via Instagram user ovinoviadi

Du kannst jeden Koch fragen, alle werden dir sagen, dass das Michelin-Männchen dir zu Ruhm, Macht und Anerkennung verhelfen wird.

Michelin-Sterne sind heißbegehrte Statussymbole, die von den Auserkorenen wie eine Krone getragen werden. Aber dieétoiles der französischen Reifenfirma gehen oft auch mit einem horrenden Preis einher:So ein Degustiationsmenü in einem Drei-Sterne-Restaurant kann schnell mal 300 Euro kosten (natürlich ohne Wein).

Im HK Soya Sauce Chicken Rice and Noodle ist es etwas günstiger.

Hier kostet eine Portion Hähnchen mit Sojasauce im Hongkong-Stil mit Reis oder Nudeln circa 1,30 Euro—weshalb die Food-Welt natürlich erstmal schockiert war, als der Guide Michelin, der eigentlich eher für Restaurants mit piekfeinen weißen Tischtüchern bekannt ist, dem Hähnchenimbiss in Singapur einen Stern gab. Bei diesem Preis und dem Michelin-Ruhm ist der Erfolg garantiert.

ARTIKEL: Nudeln für einen Euro: Imbiss in Singapur bekommt Michelin Stern

Ähnlich wie das Sternerestaurant in Hongkong, Tim Ho Wan, wo es Dim Sum für unter einen Euro gibt, wird auch der Imbiss aus Singapur sein Geschäft über seine bisherigen Grenzen hinaus erweitern.

Der Besitzer Chan Hon Meng hat sich mit dem internationalen Lebensmittelkonzern Hersing Culinary zusammengetan, derselben Firma, die auch Tim Ho Wan beim Expandieren geholfen hat.Im Tausch gegen seinen Michelin-Ruhm bekommt Chan Hon Meng 50 Prozent Beteiligung an einem Lokal mit 80 Plätzen, in dem seinSpezialgericht und etwas luxuriösere Speisen angeboten werden. Außerdem gibt es eine Klimaanlage und auch wirklich Stühle.

Chan braucht dafür natürlich den richtigen Partner, wie er den Journalisten bei einer Pressekonferenz erzählt: „Es ist wichtig, dass sie sich für die Nahrungs- und Genussmittelindustrie begeistern können und dass die Kunden für sie an erster Stelle kommen."

Den Branchenjargon hat er schon mal drauf.

Er denkt jedoch schon an den nächsten Schritt. Bevor sein Deal verkündet wurde, erzählte er bereits in den Medien, dass seine „Marke auch die Märkte in Übersee erobern sollte, geführt wie ein Franchiseunternehmen, wie KFC." Dabei sollte man nicht unerwähnt lassen, dass es auch von Tim Ho Wan bereits 38 Filialen in neun verschiedenen Ländern gibt.

Und wer weiß: Mit ein bisschen Glück wird Chan Hon Mengs Gesicht vielleicht so berühmt wie das des Colones und in Zukunft essen die Kids Soja-Hähnchen aus Pappeimern… und fragen ihre Eltern dabei, was ein Michelin-Stern ist.