Ein Mann wurde aus einem überbuchten Flug gezerrt, weil er den Flieger nicht verlassen wollte

Berichten zufolge hat ein Polizist den Mann am Kragen gepackt und ihn gegen die Armlehne gedrückt, bevor er ihn dann aus der Maschine gezerrt hat – Passagiere haben das Ganze gefilmt.

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11 April 2017, 8:45am

Am Sonntag haben Flughafen-Polizisten einen Mann aus seinem Sitz gerissen und ihn den Gang entlang aus der Maschine geschleift, nachdem er sich geweigert hatte, seinen Platz auf einem überbuchten Flug von United Airlines aufzugeben, heißt es in dem Courier-Journal.

United hatte den Flug am Sonntagabend von Chicago nach Louisville, Kentucky, überbucht. Daraufhin wurden vier Leute nach Zufallsprinzip ausgesucht, die das Flugzeug verlassen sollten, um so Platz für vier Crewmitglieder zu machen, die am nächsten Morgen in Kentucky sein mussten, berichtet die Passagierin Audra D. Bridges. Die Airline hatte den Leuten vorher sogar 800 Dollar angeboten, wenn sie auf ihren Flug verzichten würden, doch als sich keine Freiwilligen meldeten, wurden per Zufallsprinzip vier Passagiere ausgesucht.

Drei der Passagiere gehorchten, aber einer – laut Bridges ein Arzt – weigerte sich. Er sagte einer der Flugbegleiterinnnen, dass er Arzt sei und am nächsten Morgen Patienten empfangen und daher nach Kentucky fliegen müsse. Zwei Flughafen-Polizisten haben daraufhin versucht, ihn zu überreden, den Flieger zu verlassen, doch er weigerte sich und sagte, dass er seinen Anwalt anrufen würde. Ein dritter Polizist kam dann an Bord und packte ihn Berichten zufolge am Kragen, drückte ihn gegen eine Armlehne und zerrte ihn dann auf seinem Rücken den Gang entlang aus dem Flugzeug.

Der Passagier Jayse D. Anspach hat das Ganze auf seinem Smartphone festgehalten, und es sind verstörende Szenen. Als der Mann vor Schmerzen schreit, flehen einige Passagiere an Bord die Flughafen-Polizisten an, damit aufzuhören.

"Nein, das ist nicht richtig", schreit eine Frau. "Oh Gott, seht nur, was ihr mit ihm gemacht habt!"

Der Flug der United Airlines startete schließlich mit zweistündiger Verspätung, und zur Zeit ist noch unbekannt, wie der Gesundheitszustand des Mannes ist und ob er es rechtzeitig nach Louisville geschafft hat. Die Airline hat eine Stellungnahme zu dem Vorfall veröffentlicht, in der sie aber alle Schuld auf die zuständigen Flughafen-Polizisten schiebt, die den Mann zu rabiat behandelt haben sollen.

"Der Flug 3411 von Chicago nach Louisville war überbucht", heißt es in der Erklärung. "Nachdem unser Team nach Passagieren gesucht hatte, die das Flugzeug freiwillig verlassen, weigerte sich einer der zufällig ausgesuchten Passagiere, dies zu tun, und es wurden Flughafen-Polizisten zur Unterstützung gerufen. Wir entschuldigen uns für diese Situation. Weitere Fragen zu dem betroffenen Passagier müssen an die Behörden gerichtet werden."

Das Video, das einer der Passagiere während des Vorfalls aufgenommen hatte, hat sich in den sozialen Medien wie ein Lauffeuer verbreitet, und einigen Kommentaren zufolge kann keine Entschuldigung der Airline das wiedergutmachen, was sich auf dem Flug 3411 abgespielt hat.

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