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"Nazis hatten leichtes Spiel" – Sächsische Musiker erklären uns, warum es "immer wieder Sachsen" ist

"Die Leute haben nichts aus der Geschichte gelernt und den Regierenden scheint es egal zu sein." Trettmann, der Betreiber des Atomino Clubs und der Bassist der Indie-Band Suralin über ihre Heimat und wie man sie noch retten kann.

von Nina Damsch
20 September 2018, 1:34pm

Foto: imago | Max Stein

Freital, 22. Juni 2015. Mehr als 1.500 rechtsextreme Sympathisanten protestieren dagegen, dass Asylbewerber in einem ehemaligen Hotel untergebracht werden. Die “Bürgerwehr Freital” formiert sich im Zuge der Proteste. In den darauffolgenden Monaten kommt es in Freital und Dresden wiederholt zu Sprengstoffanschlägen auf Asylunterkünfte und linke Politiker – ausgeübt von der Bürgerwehr, wie man heute weiß. Sieben Männer und eine Frau werden 2018 schließlich wegen der Bildung einer terroristischen Vereinigung schuldig gesprochen und erhalten Freiheitsstrafen zwischen vier und zehn Jahren.

Heidenau, 21. August 2015. Über 1.000 Personen demonstrieren vor einer neu eröffneten Flüchtlingsunterkunft und versuchen mit Gewalt zu verhinden, dass Geflüchtete einziehen. Zwei Tage lang. Zahlreiche Polizisten werden verletzt, der Bürgermeister Jürgen Opitz wird als "Volksverräter" beschimpft. Der Rest der Republik ist mal wieder schockiert vom Fremdenhass in Sachsen.

Clausnitz, 18. Februar 2016. Etwa hundert Personen blockieren brüllend einen Reisebus. Darin: Geflüchtete, auf dem Weg zu ihrem vorläufigen Zuhause, einer Asylbewerberunterkunft. Viele weinen, Kinder blicken verängstigt auf den Mob, eine ältere Frau schimpft aus dem Inneren des Busses zurück. Ihre Worte prallen an der Windschutzscheibe ab, über der in grünen Lämpchen das Wort "Reisegenuss" leuchtet. Sie bleiben ungehört. Von den "Wir sind das Volk"-Krakeelern, von der Polizei, die anschließend die verängstigten Geflüchteten aus dem Bus zerrt, und von vielen Teilen der Gesellschaft und der Politik.

Und dann Chemnitz. Und dann Köthen. Und dann wieder Chemnitz. Und dann …


VICE-Video: Chaos in Chemnitz


Dass in Sachsen rechte Gewalt bald wieder ungeheuerlich eskalieren könnte, scheint mehr als möglich. Ja, angesichts seiner Historie, die weit mehr Vorfälle als die drei Genannten umfasst, und angesichts des zunehmenden Erstarkens rechtspopulistischer Parteien wie der AfD, scheint es nicht nur möglich, sondern logisch. Aber woran liegt das? Oder wie zahlreiche Zeitungen in den letzten Jahren, Monaten und Wochen fragen: Warum immer wieder Sachsen?

Während meist Politikwissenschaftler, Ost-Beauftragte und Politiker versuchen, diese Fragen zu beantworten, haben wir in der sächsischen Musikszene nachgefragt. Wie ist es, an einem Ort aufzuwachsen, an dem es vor Rechten nur so zu wimmeln scheint? Ist rechte Gewalt in Sachsen und in Ostdeutschland wirklich ein größeres Problem als anderswo? Und was kann und soll man jetzt, wo alles völlig außer Kontrolle zu laufen scheint, tun?

Trettmann, 1973 geboren, wuchs in Chemnitz auf, das damals noch Karl-Marx-Stadt hieß. Später zog er nach Leipzig, wo er noch heute wohnt. Er ist neben Kraftklub vermutlich der bekannteste und – von Fans wie Kritikern gleichermaßen – gefeiertste Musiker aus Chemnitz.

Matthias, Spitzname Pieps, lebte als Kind und Teenager in Limbach-Oberfrohna, einer Kreisstadt, 14 Kilometer von Chemnitz entfernt. Damals war das noch die DDR. Heute lebt er in Chemnitz, spielt als Bassist in der Indie-Band Suralin und arbeitet als Bühnentechniker im Opernhaus Chemnitz. Davor spielte er in zahlreichen anderen Bands, von Punk über Hardcore bis Indie.

Randy ist seit über 15 Jahren einer der Macher und vor allem Booker des Atomino Clubs. Jenem Ort, der Musikern wie Kraftklub ihre erste Bühne bot. Abseits davon ist das Atomino auch ein sozialer und integrativer Ort, ein Begegnungsraum und Safe Space für alle in Chemnitz, die keinen Bock auf rechte Scheiße haben.

Die drei erklären uns die wichtigsten Gründe, warum "Blut und Boden" in Sachsen besonders fruchtbar für braune Samen sind.

Es begann mit den Wendejahren

Trettmann:

Ich bin DDR-Kind und mit dem Denken groß geworden: "Wir und alle friedliebenden Völker dieser Welt sind eins." Solidarität wurde groß geschrieben, wir waren alle eins; die auszubildenden Ärzte aus Kuba, der angolanische oder vietnamesischen Gastarbeiter, genauso wie die Studenten aus Kamerun. Wir waren nach außen hin eins. Mit der Wende änderte sich das.

1987 las ich in der Ostpresse von dem Vorfall in der Zionskirche in Ost-Berlin , wo Neonazis ein Konzert der Punkband Element of Crime stürmten. In Chemnitz hatte ich sowas bis dato nicht mitbekommen. Ab dann fielen einem aber auf jeder Demo Leute mit Bomberjacken und Springerstiefeln auf. Natürlich gab es schon davor Heavy-Metal-Fans, bei denen man den Eindruck hatte und mehr oder weniger wusste, dass die “rechts” sind. Aber das war eher unterschwellig. Dass sich Leute selbstbewusst als Nazis zu erkennen gaben, kam erst durch diesen Vorfälle.

Ab '90 ging es los, dass Leute, mit denen man aufgewachsen war, plötzlich mit Reichskriegsflaggen auf der Bomberjacke rumliefen. Und es wurden immer mehr. Plötzlich waren da HipHopper im Jugendclub, die erst Public-Enemy-Hoodies und dann plötzlich Nazi-Aufnäher trugen. Die auf einmal zur selbsternannten "Bernsdorfer Volksunion" gehörten. Die Linke verkloppten und Jugendclubs belagerten. Ab da war das richtig präsent, massiv ernüchternd, und das ist bis heute so.

Die Leute fühlten sich ghettoisiert, die Wirtschaft war quasi ausgelöscht und das Selbstbewusstsein angekratzt. Leute wie der damalige Anführer der Neonazi-Szene Michael Kühnen kamen hier rüber, um zu agitieren, Demonstrationen zu organisieren und die Vernetzung aufzubauen. Ich bin mal als Schüler während des Abiturs mit einem, der alle Wahlkampfveranstaltungen besucht hat, in eine Veranstaltung der Republikaner reingerutscht, wo ich plötzlich unter Hunderten von Neonazis war. Ich hab hautnah mitbekommen, wie das erstarkte.

Wenn man damals mit einem Basecap oder Kapuzenpulli solchen Leuten begegnet ist, dann hat man auf die Fresse bekommen, und zwar regelmäßig. Das war normal irgendwann, man war der Situation ausgeliefert – wer hat denn mit 17, 18 Geld gehabt, um wegzuziehen?

Ab ‘95 wurde das im Alltag gefühlt wieder weniger, bis 2014. Ich hatte die Hoffnung, dass diese Leute einfach wegsterben würden und damit hat sich das Problem. Und dann kam der Krieg in Syrien und die Flüchtlingswelle. Und was dann passiert ist, sehen wir ja.

Matthias aka Pieps:

'89 änderte sich schlagartig alles. Nicht zu Hause, aber in der Lehrstelle. Ich begann im September '89 meine Lehre in einem Großbetrieb in Chemnitz, damals noch Karl-Marx-Stadt. In den Berufsschulen sah man plötzlich Naziskins, auf Metal-Konzerten waren plötzlich sehr viele rechts drauf, ehemalige Mitschüler waren auf einmal auch Naziskins. Selbst der Sohn der Direktorin, die in der SED war, war Skinhead. Naziskins und Menschen, die sich dementsprechend auch so geäußert haben, gab es natürlich auch schon zu DDR-Zeiten. Vor '89 sind mir nur persönlich keine begegnet.

Wir hatten damals wöchentlich Schlägereien mit denen. Rechte gab es auf einmal überall, Neonazis griffen ständig Jugendzentren und Wohnungen an. Es gab viele Verletzte. Auf die Polizei wurde nicht vertraut, man versuchte, unter sich zu bleiben und die Dinge selbst zu klären. Prägend war ein Angriff auf ein Konzert, auf dem wir auch spielten. Es war in Lichtenstein, zwanzig Kilometer von Chemnitz entfernt.

Ältere, extreme Faschos kamen auf unser Punk-Konzert und begannen sofort, Leute anzugreifen. Später in der Nacht griffen sie auch noch das Haus an, in dem wir alle schliefen. Es war übel.

Zurückblickend würde ich sagen, dass viele den Staat ablehnten und sich deswegen so äußerten und Kontra geben wollten. "Links" war ja der Staat schon, also provozierten einige auf diese Weise. Mit der Wende kamen die Rattenfänger; DVU, Republikaner, NPD waren sofort zur Stelle. Man muss wissen: Zwischen Ende '89 und etwa '93 herrschte eine Art Anarchie. Keiner wusste, was kommt und wie es wird, wenn es denn da ist. Keiner hatte einen Plan. Es war alles neu. Massenarbeitslosigkeit innerhalb kürzester Zeit. Selbst die Polizei wusste zu dieser Zeit nicht recht, wie sie zu handeln hat. Nazis hatten leichtes Spiel.

Randy:

Ich erinnere mich noch ganz genau an den Moment, als mir klar wurde, dass es hier wieder Nazis gibt – und das ein großes Problem werden wird. Das war 1991, mit 16, bei meinem ersten Urlaub mit Freunden auf einem Zeltplatz bei Luckenwalde. Ich wurde am hellichten Tag geschlagen und biss mir dabei mit meinem Eckzahn ein Loch in die Unterlippe. Die Narbe sieht man noch heute. Unsere Zelte wurden abgebrannt, wir sind dann an einem Freitag zurückgefahren. An dem Wochenende traf sich dort die Neonazi-Szene von Berlin und hat den Zeltplatz platt gemacht.

In den Jahren darauf hatte ich ständig Angst, dass ich auf dem Nachhauseweg angegriffen werde. Ich habe die gefährlichen, dunklen Ecken der Stadt gemieden. Einen Überfall auf das Alternative Jugendzentrum AJZ in Chemnitz und Morde an Migranten gab es damals schon. Manche der Täter wurden zu Haftstrafen verurteilt, andere wurden danach Securitys bei musiknahen Veranstaltungen.

Von Osten zu Westen, von Realsozialismus zur Demokratie, von SED zu CDU. 2018 hat Sachsen mit 5,8 Prozent die niedrigste Arbeitslosenquote seit 1991 und liegt nur etwas über dem deutschen Durchschnitt von 5,3 Prozent. Der Anteil der von Armut bedrohten Bevölkerung liegt mit 17,7 Prozent sogar unter dem deutschen Durchschnitt von 19,7 Prozent. Sachsen scheint es heute, fast 30 Jahre nach der Wende, verhältnismäßig gut zu gehen. Auch der Fremdenhass will rein mathematisch nicht so richtig Sinn ergeben. Ende 2016 lebten in Sachsen knapp 170.000 Ausländer, das sind 4,2 Prozent der Gesamtbevölkerung. Diese Quote liegt deutlich unter dem deutschen Durchschnitt von 11,2 Prozent.

Warum rechtes Gedankengut, einst gesät in schlechten Zeiten, nun viele Sommer später noch immer seine Triebe aus dem Braun der Erde recken kann, erklären Trettmann, Pieps und Randy mit dem zweiten Hauptgrund: der Politik.

28 Jahre CDU-Politik bedeutete 28 Jahre Wegsehen

Trettmann:

Sachsen hat 28 Jahre CDU hinter sich, die haben mit dem rechten Rand schon immer sympathisiert . Jede andere Landes-CDU wirkt gegen die in Sachsen gemäßigt. Das Sachsen-Bashing stört mich deswegen auch überhaupt nicht, ich fühl mich in keiner Weise angegriffen. Es ist nun mal eine Misere, die hier stattfindet und da kann man nicht oft genug draufhauen oder zumindest mit dem Finger drauf deuten. Zur Anti-Rassismus Demo in Wurzen wird ein SEK-Kommando geschickt , mit Maschinenpistolen und Wasserwerfern. Die Polizei kriegt einen Panzer mit Maschinenpistolen und Stickerei in NS-Symbolik . Mügeln, Heidenau, Clausnitz – es sind so viele Dinge! Es ist auf jeden Fall gerechtfertigt, das zu bashen. Die Leute haben nichts aus der Geschichte gelernt und den Regierenden scheint es egal zu sein.

Matthias aka Pieps:

Vor allem die CDU Sachsen muss sich drehen und bewegen, wenn der Rechtsextremismus in Sachsen bekämpft werden soll. Ihr ist es zu verdanken, dass wir diese Zustände haben. Antifaschismus wurde jahrzehntelang strukturell diskreditiert, ja sogar kriminalisiert. Ich muss gestehen, ich kann dieses Ost- oder auch Sachsen-Bashing deswegen auch verstehen. Egal, wo du unterwegs bist, ob in Dresden, Leipzig, Chemnitz oder auch im Urlaub an der Ostsee in Mecklenburg – man sieht Rechte überall. Und sie tragen ihre Gesinnung wieder offen zur Schau, ob mit Tattoos oder Klamotten. Das ist im Osten schon krass. Man darf allerdings auch nicht vergessen, dass ein sehr großer Teil der Menschen hier – ich hoffe, der Größere – anders tickt.

Randy:

Das Problem in Sachsen ist die Unfähigkeit der Landesregierung, politisch sinnvolle Entscheidungen zu treffen. Und am Ende ist das Problem auch der Ministerpräsident, der keine klare Haltung annimmt und immer noch versucht, am rechten Rand Wählerstimmen zu fangen, obwohl er ja wissen sollte, dass das nicht funktioniert.

Die Regierung sorgte ab der Wende mit dafür, dass die braunen Samen mehr oder weniger in Ruhe gedeihen konnten, da sind sich nicht nur Trettmann, Pieps und Randy einig. Dass die daraus entstandenen Pflanzen heute nicht nur emporsprießen, sondern sogar Früchte tragen können: Das liegt vor allem an der Laissez-Faire-Haltung der Polizei und der Gerichte, sagen die drei.

Die Polizei, der in Sachsen nicht zuletzt im Zuge des "Hutbürger"-Skandals erst wieder ein "fataler Korpsgeist" vorgeworfen wurde. Der Verfassungsschutz, der der AfD Informationen aus dem unveröffentlichten Verfassungsschutzbericht zukommen ließ. Die Gerichte, die teils laxe Urteile bei rechtsextremen Straftaten sprechen. Sie alle tragen laut Trettmann und Pieps zum Rechtsextremismus-Problem in Sachsen bei.

Polizei, Verfassungsschutz und Gerichte haben Rechte jahrelang gewähren lassen

Trettmann:

Ich hatte einen Nachbarn, bei dem ich irgendwann mal herausfand, dass er Polizist ist. Als er auszog, fragte er mich, ob ich ihm kurz beim Tragen helfen könne, was ich natürlich gemacht habe. Da habe ich ihm all die Fragen gestellt, die mir so auf dem Herzen brannten in Bezug auf die Polizei. Er hat tatsächlich alle Vorurteile bestätigt, die ich so hatte. “Niemand, der ‘links’ ist, geht zu unserer Polizei”, hat er gesagt, oder: “Gewalt geht immer von Links aus.”

Wenn ich mit meiner Freundin zu einer Demo gehe, werde ich von der Polizei angefeindet, obwohl ich nicht aussehe, als wär ich aus dem Schwarzen Block. Die kennen da nichts. Auch in den Medien ist vereinfachend die Rede von “linken Gegendemonstranten” – das ist totaler Schwachsinn. Diese Gruppe ist zusammengepuzzelt aus allen möglichen Menschen: Studenten, Grünen-Wähler, Hippies, Hipster. Der Großteil sind keine militanten Schwarzer-Block-Stalinisten. Links und Rechts gleichzusetzen, verzerrt total die Tatsachen. Die Sprache der Springer-Presse und der Landesregierung prägt ein Bild, das nicht der Wahrheit entspricht.

Matthias aka Pieps:

Antifaschismus wurde jahrzehntelang strukturell diskreditiert, ja sogar kriminalisiert. Der Fisch stinkt vom Kopf her: Die Staatsanwaltschaft in Dresden und deren Urteile der letzten Jahre. Das Vorgehen oder eher Gewährenlassen der Polizei in Bezug auf Nazis. Das Weg- oder Schönreden der sächsischen Regierung bei Nazi-Übergriffen, der AfD oder Pegida. Wenn da jetzt nichts passiert, sind wir am Arsch.

Rassismus und rechte Gewalt bleiben ein gesamtdeutsches Problem, auch wenn in Sachsen nach Jahren der Enthemmung und Radikalisierung die Gewalt schneller und stärker eskaliert. Alle 22 Minuten ereignet sich in Deutschland eine Straftat mit rechtem Hintergrund. Und lange nicht jedes Delikt wird überhaupt angezeigt. Selbst wenn, obliegt es immer noch der Polizei, sie als rechts motiviert einzustufen – oder eben auch nicht. Was muss also passieren, bevor wir alle – nicht nur die Migrantinnen, Andersgläubigen, Homosexuellen oder Transpersonen – am Arsch sind?

Die Rechten werden nicht verschwinden – was also tun?

Trettmann:

Seit ich 16 bin, ist meine Erfahrung mit Rechten: Die Leute werden nicht verschwinden. Es liegt an der Politik, Tacheles zu reden. Außerdem werden die Leute vor Ort, die sich gegen Rechte einsetzen, nicht unterstützt. Die Hauptfragen sind: Wie kann man die Leute, die hier etwas gegen Rechts tun und ihre Schnauze aufmachen, unterstützen, statt ein ganzes Bundesland abzuschreiben? Und: Wie ächtet man andererseits die Rechten, die Braunen, die Menschenfeinde – wie auch immer man sie nennen mag? Und da ist die Politik gefragt.

Es braucht eine klare Positionierung, was geht und was nicht. Die rechten Netzwerke müssen beobachtet, kontrolliert und bestraft werden. Wir brauchen Programme, die auch junge Leute abholen, die sich in den Netzwerken und auf irgendwelchen komischen rechten Seiten ihre Infos holen. Ich glaube an den Rechtsstaat und an die Demokratie. Und ich wünsche mir, dass die sich dieser Aufgabe annehmen.

Randy:

Wir brauchen einen Staat, der seine Aufgaben ernst nimmt und seine Hausaufgaben macht – ob als Verfassungsschutz oder in der Bildungspolitik.

Pieps:

Was das Problem einiger Sachsen ist – warum sie AfD oder NPD wählen, oder zu Pegida gehen: Das ist mir schleierhaft. Es gibt ein Zitat von Alexander von Humboldt: "Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die der Leute, welche die Welt nie angeschaut haben." Vielleicht liegt es daran.

Eine Lösung für den Rechtsextremismus in Sachsen habe ich nicht. Ich bin mir aber sicher, dass der 27. August in Chemnitz ein Wendepunkt sein muss. Das Märchen vom besorgten Bürger ist auserzählt. Es müssen ab nun wirklich alle demokratischen Kräfte vehement gegen Rassismus und Rechtsextremismus zusammenstehen.

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