WTF

Die 5 beschissensten Food-Trends 2018

Glitzer-Lattes, die unser Wasser verdrecken, und Food Waste zu Gunsten der Völlerei sind nur zwei der furchtbaren Dinge, die man uns dieses Jahr geschenkt hat.
28 Dezember 2018, 5:00am
Gold-Eiscreme, Crazy Shakes und Glitzer-Latte
Alle Fotos via Instagram | Links: mikareadesu | Mitte: blacktapnyc | Rechts: _allthingspri_

Dieser Artikel stammt aus unserer Redaktion in Zürich.

2018 war ein gutes Food-Jahr. Wir haben uns mit wichtigen Dingen wie Food Waste und Plastikmüll auseinandergesetzt. Eine Studie will herausgefunden haben, dass Pasta zum Abendessen gar nicht so scheisse für unsere Figur ist. Fleischkonsum ohne den Tod eines Lebewesens ist beinahe in greifbare Nähe gerückt. Ausserdem haben wir in diesem Jahr das beste Bananenbrot der Welt gebacken und versucht, mit Kakao high zu werden. Eine solide Bilanz.

Wenn du dein Jahr aber vor allem auf Facebook, Instagram und YouTube verbracht hast, sieht das teilweise anders aus. Dort finden sich Fotos und Videos von angeblichen Food-Trends, die sich eher jenseits des guten Geschmacks ansiedeln. Realitätsfremde Beauty-Tricks mit Champagner statt Conditioner und Frauen mittleren Alters, die ihr MDMA mit Käse runterwürgen sind nur einige der "Trends", die wir in diesem Jahr über uns ergehen lassen mussten.

Bevor wir also ins neue Jahr starten, wollen wir hier die fünf beschissensten Food-Trends 2018 zu Grabe tragen – in der Hoffnung, dass 2019 nicht ganz so dämlich wird.


Immer trendy: Mettbrötchen mit Onkel Tom


Glitter-Latte

Foto: _allthingspri_ | Instagram

Die Weltmeere haben langsam ihr Füllvermögen für unseren Dreck erreicht. Ein paar trendy Baristas aber haben eine neue Mülldeponie für Mikroplastik gefunden: unseren eigenen Körper. Also kippen wir jetzt fröhlich einen Glitter-Latte nach dem anderen in uns rein und zahlen dafür sogar noch einen Aufpreis. Nichts sagt "Umweltschutz" schliesslich besser, als die menschliche Einhornkacke, die künftig fantastisch glitzernd in den Kläranlagen dieser Welt vor sich hindümpelt. Dass dieser essbare Glitzer laut der amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA kürzlich als "not safe to eat" eingestuft wurde, macht das Ganze noch absurder. Aber hey, hauptsache das Instagram-Foto vom Getränk aus den feuchtesten Einhorn-Fantasien kriegt ganz viele Likes.

Käse als Teller

Video: Cheese Insider | Facebook

An Miniatur-Einkaufswagen als Pommes-Behälter oder Holzbretter statt Teller haben wir uns gezwungenermassen gewöhnt. Bescheuert sind die "innovativen" Ideen, Essen anzurichten, aber nach wie vor ein wenig. Der Preis für "Die dümmste Telleralternative 2018" geht aber an alle, die ein Käserad als Unterlage für Pasta oder Risotto benutzen. Nicht, weil die Idee von einem Maximum an Käse uns an den Rand der Verzweiflung bringt – im Gegenteil. Sondern weil das Food Waste der höchsten Güte ist. Für jedes neue Gericht muss aus hygienischen Gründen ein neues Käserad her. Oder willst du dein Risotto aus einem Riesenrad Parmesan löffeln, nachdem der Nebentisch schon davon gegessen und seinen Speichel darauf verteilt hat? Eben.

Crazy Shakes und Riesenburger

Foto: blacktapnyc | Instagram

Ein Milkshake mit Schlagrahm, Streusel, Schokosauce, Kirschen, Cookies, Marshmallowcreme und einem Stück Kuchen oben drauf klingt zuerst mal wie das beste Dessert der Welt. In Wahrheit aber ist es bloss Diabetes zum Trinken. Überladene Crazy Shakes und Riesenburger mit zehn Schichten Fleisch und unzähligen Toppings sind nicht das Nonplusultra des guten Geschmacks, sondern ein Instagram-Trend, der einem angesichts der drohenden Herzverfettung die Tränen in die Augen treibt. Und unfallfrei gegessen bekommst du das Kuchenstück auch nicht.

Trüffelberge

Foto: silk_ger | Instagram

"Oh, so delikat und dekadent", denkst du, während dir die Bedienung im Sternerestaurant eine ganze Knolle Trüffel auf die Pasta hobelt. Dass du dich damit aber selbst ein bisschen verarschst, wissen die Wenigsten. Denn erstens bist du jetzt ziemlich sicher für immer pleite, und das obwohl die bei uns gängige Sommertrüffel im Vergleich zu anderen, selteneren Sorten einen schwächeren Geschmack haben. Zweitens entfalten sich die Aromen im Trüffel erst so richtig, wenn sie mit etwas Wärme oder Fett in Verbindung kommen. Und wer den edlen, schwarzen Wintertrüffel hobelt, begeht eine kleine Sünde. Die seltene Knolle sollte wirklich am besten für einige Zeit in warmer Flüssigkeit ziehen, um dann als feine Trüffelsauce ihr wahres Potenzial auszuschöpfen.

Essbares Gold

Foto: mikaeradesu | Instagram

Es sieht cool aus auf Fotos. Aber das waren auch schon alle Vorteile, die essbares Gold mit sich bringt. Schmecken tut Gold nämlich nach nichts. Es hat keine Vorteile für unser Verdauungssystem und "aus Scheisse Gold machen" funktioniert damit leider auch nicht. Es ist einfach bloss hübsch anzusehen. Kuchen, Burger oder Eiscreme sehen allerdings auch ohne Gold-Topping meist schon fantastisch aus. Und trotzdem findet sich immer wieder ein Restaurant mit der völlig innovativen Marketing-Idee, sein Essen mit Gold zu pimpen und dafür dann völlig irre Preise zu verlangen. Instagram-Follower kann man sich auch einfach kaufen.

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