schwarz-blau

Omas gegen Rechts – eine Fotostrecke

Ein paar Fotos unserer Lieblingsteilnehmerinnen der Großdemo gegen Österreichs neue Regierung.

von Hanna Herbst und Christopher Glanzl
15 Januar 2018, 10:20am

Eva, 72, hat zwei Enkelinnen und einen Enkel. Sie ist eine der "Omas gegen Rechts" und demonstriert gegen Österreichs schwarz-blaue Regierungskoalition aus der konservativen ÖVP und der rechtspopulistischen FPÖ. "Man muss den Oma-Begriff entstauben", erklärt sie auf der Demonstration am 13. Januar in Wien. Um uns herum rufen Frauen mit bunten Strickmützen immer wieder: "Omas leisten Widerstand. Kampf dem Faschismus im ganzen Land!" Sie tragen Buttons und Schilder, eine Frau verteilt Zettel mit Texten, während wir die Mariahilfer Straße in Richtung Ring entlang spazieren. Etwa 50.000 Menschen sind laut Organisatoren an diesem Tag gekommen, um friedlich zu demonstrieren. Die Polizei schätze die Zahl auf 20.000. Unter anderem hatten Gewerkschaften, der Studentenverband, mehrere Asylhilfe-Gruppierungen, der Jugendverband der Österreichischen Sozialdemokraten und weitere Organisationen zum Protest aufgerufen.

"Als alte Frau hat man oft keinen Namen mehr", erklärt Eva. "Menschen sehen dich nur noch als das: eine alte Frau. Auch dafür sind wir da. Wir sind Menschen mit Namen. Und wir demonstrieren gegen Rechts."

Auch ein Opa ist an diesem Tag dabei. Er und seine Frau sind aus Oberösterreich angereist. Generell beschränken sich die Omas gegen Rechts nicht auf Wien. Und sie sind offen für neue Mitglieder – nicht nur für Omas. Eva ist erst seit gestern bei der überparteilichen Initiative dabei, die sich für die Erhaltung der parlamentarischen Demokratie in Europa, die Wahrung der Menschenrechte und gegen Diskriminierung und Hass einsetzen will. Sie habe einfach auf Facebook eine Nachricht geschrieben, wo sich die Gruppe Mitte November 2017 gegründet hat – und das könne und solle jede und jeder tun, sagt sie.

Die Omas und der Opa singen unterdessen das "Oma gegen Rechts"-Lied: "Omas, Omas, uns braucht das ganze Land", heißt es da. "Wir kämpfen für die Kinder und machen Widerstand ... Wir Frauen protestieren schon 150 Jahr'. Wir wollen unsere Rechte. Der Zeitpunkt wäre da." Sie möchte, dass ihre Enkelkinder einmal wissen, dass sie auf der Straße war in diesen Tagen, sagt Eva. "Für ihre Zukunft. Die wird ihnen nämlich gerade verbaut."

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