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Hollywood

Jetzt erreicht #MeToo auch Woody Allen

Es war nur eine Frage der Zeit – wirklich.

Josh Marcus

Foto: Imago | UPI Photo

Bislang hatte der Regisseur die #MeToo-Kampagne unbeschadet überstanden, die für andere Hollywood-Größen wie Kevin Spacey und natürlich Harvey Weinstein direkte und schwere Konsequenzen nach sich zog. Dabei wird Woody Allen schon seit Jahrzehnten des sexuellen Missbrauchs beschuldigt.

Die Schauspielerin Mira Sorvino, die 1996 einen Oscar für ihre Rolle in Woody Allens Film Geliebte Aphrodite gewann, verfasste diesen Mittwoch für die Huffington Post einen offenen Brief, in dem sie ihre Solidarität mit Dylan Farrow bekundet. Farrow ist die gemeinsame Adoptivtochter von Woody Allen und dessen früheren Partnerin Mia Farrow. Dylan und ihre Mutter hatten dem Drehbuchautor und Regisseur mehrfach vorgeworfen, sie als Kind missbraucht zuhaben. Die Vorwürfe sind seit den 1990ern öffentlich, wurden aber von Allen stets abgestritten.


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"Es ist schwer, Verbindungen zu kappen und deine Helden, deine Gönner anzuklagen, die du aufrichtig bewunderst und gegenüber denen du dich vor lauter Dank für die Existenz deiner Karriere in tiefer Schuld siehst", schreibt Sorvino. Allerdings habe sie Dylans Angaben schließlich geglaubt. Sie entschuldigte sich bei ihr dafür, nicht früher zu ihr gehalten zu haben.

"Diese Art von Missbrauch darf nicht weitergehen", so Sorvino. "Wenn das bedeutet, dass wir alle alten Götter stürzen müssen, dann soll es so sein."

Per Twitter nahm Farrow die Entschuldigung an.

Sorvino sagte, dass auch ein Gespräch mit Ronan Farrow, dem leiblichen Sohn von Woody Allen und Mia Farrow, zu diesem Entschluss geführt habe. Ronan Farrow war als Journalist maßgeblich daran beteiligt, Harvey Weinsteins Verhalten öffentlich zu machen, und ist selbst einer der stärksten Kritiker seines Vaters.

Nachdem der Filmemacher bei den Golden Globes 2014 für sein Lebenswerk ausgezeichnet worden war, verfasste Ronan zum Beispiel diesen zynischen Tweet:

Mira Sorvino reiht sich damit in das Lager ehemaliger Allen-Kollaborateure ein, die sich von ihm und seinem Verhalten distanzieren und Dylan unterstützen.

Regisseurin und Schauspielerin Greta Gerwig sagte gegenüber der New York Times am Dienstag, dass sie es bereut, mit Allen zusammengearbeitet zu haben, und es in Zukunft nicht wieder tun wird.
"Ich habe nicht mehr für ihn gearbeitet und ich werde nicht mehr für ihn arbeiten", sagte sie. "Dylan Farrows zwei Artikel haben mich zu der Erkenntnis gebracht, dass ich die Schmerzen einer anderen Frau verstärkt habe. Diese Erkenntnis hat mir das Herz gebrochen."

Auch Schauspieler Dave Krumholz postete vergangene Woche ein ähnliches Statement bei Twitter.

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