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Seltene Aufnahme zeigt, wie ein Hai seinen Artgenossen in zwei Stücke reißt

Palm Beach Pete durfte die Unerbittlichkeit der Natur bei einem Angelausflug hautnah erleben.

von Christine Kewitz
28 Juni 2016, 12:29pm

Die Brutalität der Natur überrascht manchmal auch den abgebrühtesten Naturburschen. So erging es letzte Woche dem in Florida ansässigen Angelfreund und YouTuber namens Palm Beach Pete, der zu einer harmlosen Kayaktour aufbrach und schweißgebadet mit einem spektakulären Haivideo zurückkehrte.

Der braungebrannte US-Amerikaner hat es sich schon seit Längerem zur Aufgabe gemacht, das Internet mit dem besten Kayak- und Paddelboot-Kanal zu versorgen. Seine wöchentlichen Videos bestechen dabei eher durch ihren Spartencharakter als durch besonderen Nervenkitzel. Sie tragen Titel wie „Wie halte ich Fisch frisch", „Wie bereite ich ein Paddelboot zum Fischen vor" oder auch nur schlicht und einfach „Paddelbootsicherheit".

Doch in seinem letzen Video stolperte Palm Beach Pete jetzt in ein maritimes Abenteuer. Diesen Monat, das Video lud er letzte Woche hoch, fischte Pete mit seinen beiden Kumpels in umittelbarer Nähe des Abflusses eines Atomkraftwerks, vermutlich dem St. Lucie Nuclear Power Plant—der Ausflug stand diesmal unter dem Motto Fangen und Freilassen. Nachdem sein Kumpel KC einen rund 1,20 Meter langen Kleinen Schwarzspitzenhai gefangen hatte, entließen sie diesen wieder in die Freiheit. Und nun kommt die Stelle, die Pete in seinem Video mit großen roten Lettern als CRAZY ankündigt. Denn der Hai, der gerade noch dem Tod von der Angel gesprungen war, sieht sich nur wenige Sekunden später nun einem tierischen Feind gegenüber.

Bei 1:40 Minuten beginnt dann die kleine Horrorshow der wilden Meeresbewohner: Ein heranschwimmender, wesentlich größerer Bullenhai schnappt nach seinem Artgenossen und reißt ihn auseinander. Der verbleibende Körper des Opfers taumelt daraufhin blutend und ohne Schwanzflosse durch das Wasser, woraufhin der Große versucht, das ziemlich große Vorderteil in einem Stück zu fressen. Ein ambitioniertes, aber tatsächlich gar nicht mal so unrealistisches Unterfangen, welches allerdings knapp scheitert—und so treibt ein blutender Haikopf durchs Wasser.

Wenige Sekunden später schnappt vermutlich ein zweiter Jäger nach dem treibenden Kopf. Schließlich lässt der Hai den Kopf jedoch noch einmal aus dem Mund plumpsen, woraufhin dieser durch das trübe Wasser treibt, nur um dann endgültig von dem ursprünglichen Jäger verspeist zu werden. (Vielleicht handelt es sich auch um ein und den selben Hai; mit absoluter Sicherheit ist das auf den Bildern nicht erkennbar)

Alle Screenshots: Youtube

Das Video wurde bei Youtube bisher knapp 367.000 mal angesehen, was die Views des Kayakkanals um einige hunderttausend in die Höhe schnellen ließ. Palm Beach Pete nimmt derweil fleißig Stellung zu den begeisterten Kommentaren und freut sich sicherlich über den Zufallstreffer, den er mit einer GoPro 4 Black eingefangen hat.

Neben Usern, die Pete davor warnen, dass der Discovery Channel die Bilder für die Hai-Woche benutzen könnten, gibt es Menge OMGs und auch viele witzige Kommentare. So schreibt Mr Willis: „Kannibalismus ist überall… Warum zum Teufel hat er den überhaupt angegriffen, das ist wie eine Version von Al Pacino und der Pate als echte Gangsterhaie, die jeden fressen, der nicht zu ihrer Gang gehört…".

Haie haben je nach Spezies ganz unterschiedliche Speisepläne. Manche verzehren lediglich Muscheln und Krebstiere, andere ernähren sich von Plankton und der Tigerhai frisst einfach alles, was ihm den liebevollen Beinahmen Mülleimer-Hai bescherte. Gelegentlich kommt es jedoch auch vor, dass Haie ihre Artgenossen verspeisen, obwohl das eigentlich nicht zu ihrem gängigen Menü zählt.

So verschluckte Anfang des Jahres ein Sandtigerhai in einem Aquarium in Seoul einen Hundshai. Der mutmaßliche Grund für die Verspeisung sind Revierstreitigkeiten, wobei das kleinere Männchen jedoch auch ein wenig selbst Schuld hat. Der Hundshai schwamm quasi in das Maul des Weibchens herein, welchem aufgrund dieser Dreistigkeit kaum etwas anderes übrig blieb als zuzuschnappen. Manchmal muss man halt die Zähne sprechen lassen.

Um welche Haiart es sich bei dem Angreifer in Palm Beach Petes Video handelt und warum er den kleineren Genossen eigentlich verputzt hat, muss jedoch noch geklärt werden.