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Ich habe die neue Justice-Single „Safe and Sound“ einem Sicherheitstest unterzogen

Sicher im Straßenverkehr dank Bass-Wachtmeister Xavier de Rosnay und Gaspard Augé?

von Thomas Vorreyer
14 Juli 2016, 8:40am

Ooh, là, là, Justice sind zurück. Die beiden Franzosen haben in der Nacht mit „Safe and Sound" ihre erste Single in fünf Jahren offiziell veröffentlicht. Ed Bangers Busy P hatte sie ja zuvor bereits beim Sonar heimlich angeteast, jetzt findest du den Stream zum Anhören weiter unten. Die gute Nachricht vorweg: „Safe and Sound" klingt nicht mehr ganz so sehr nach überladener Prog-Disco wie das zweite Justice-Album Audio, Video, Disco das 2011 tat, aber mit einem fetten Funkbass, einem juvenilen Chor und ziemlich viel Streichern ist die Nummer wieder mal recht dekadent geraten.

Aber hält der Titel auch, was er verspricht? Füllt man sich wirklich sicher(er) mit „Safe and Sound"? Ich habe es ausprobiert:

„Safe and Sound" im Straßenverkehr

Single heruntergeladen, Kopfhörer auf und raus aus dem VICE-Büro hinaus auf die Straße. Wir befinden uns in Berlin-Mitte, kurz vor Kreuzberg und nahe der Spree. Auf dem Hof läuft noch alles ganz normal ab. Kein BMW-Fahrer aus den umliegenden Agenturen kommt von hinten herangerauscht, keine Ziegel fallen vom gestrigen Regenguss (Ja, es war eine Wand aus Wasser, also wie aus einem Guss!) gelockert hinab. Ich fühle mich sicher, denke daran, dass mit einem Kopfhörer und lauter Musik blindlings durch die Stadt zu laufen ja vor nicht alzu langer Zeit (Es muss Montag gewesen sein ...) der Vorgänger von Pokémon Go-Spielen als cooler, leicht suizidaler, isolierter Zeitvertreib on the go war. Als ich auf kleine Straße biege, sehe ich ein Flügelschlagen und zucke zusammen: Eine Taube erwischt mich fast beim Landeanflug auf einen Baum. Das war knapp! Sicher geht anders. Justice' Geigen jubeln schrill.

Dann läuft mir der Versicherungsvertreter über den Weg und ich bekomme schlechte Laune, weil du als Redakteur, „der auch mal rausgeht und nicht ausschließlich am Schreibtisch sitzt", vom Risiko her hochgestuft wirst und mehr in eine Berufsunfallversicherung einzahlen musst. Wenn du denn zahlst.

Da war sie dann plötzlich ganz still, die kleine Taube ...

Durch den Nebel der Übellaunigkeit erblicke ich den Zebrastreifen über die viel befahrene Transitader zwischen Kreuzberg und Mitte. Oftmals ist es ein Glücksspiel, ob die Autos wirklich für dich als Fußgänger anhalten oder nicht. Ich bin wieder voll auf „Safe and Sound"-Modus, schließe die Augen und ... laufe problemlos drüber.

Alles Andere als sexy: der Todes(zebra)streifen

Auf der Spreebrücke werde ich nicht übers Geländer geweht, die Baumschneider werfen mir keinen Ast auf den Kopf und vor der chinesischen Botschaft werde ich auch nach dem dritten Selfie nicht festgenommen. Auch ein rasender Radfahrer biegt noch in genügend Abstand zu mir scharf um die Kurve. Eine ziemlich sichere Sache diese fünf Minuten Musik. Nur frösteltet es mir im Hemd. Sommer in Berlin ...

Wagemutig springe ich zwischen einem Feuerwagen und einem Transporter über die große Straße hinweg und laufe wohlbehalten zurück zum Büro. Danke, Justice! TÜV bestanden. Berufsunfähigkeitsversicherung my ass. Ob mich die Musik auch vor einer Erkältung bewahrt hat, sehen wir dann morgen.

Und hier nun der Song für alle:

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