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Die Polizei hat am Wochenende überraschend Russlands größtes Festival für elektronische Musik abgesagt

Obwohl alle Genehmigungen vorlagen, durfte das Outline in Moskau nicht stattfinden.
4.7.16
Möge am Ende die Liebe triumphieren: Besucher beim letztjährigen Outline. Foto: Camille Blake.

Die Moskauer Polizei ist definitiv eine ganz besondere Party-Polizei. Davon konnten sich am Samstag in Moskau 12.000 enttäuschte Gäste, zahlreiche internationale wie nationale Acts und ein engagiertes Festivalteam mal wieder überzeugen: Das zweitägige Outline Festival wurde eigenmächtig von den Behörden abgesagt, kurz bevor die Tore zum Gelände für die Besucher öffnen sollten. „Heute Nachmittag betraten Beamte ohne Ankündigung das Festivalgelände und hinderten (das Team) (…) daran, die Festivalbühnen, Installationen und Infrastruktur weiter aufzubauen", heißt es in einer ersten Stellungnahme. Und das, obwohl, so das Festival weiter, „Outline alle nötigen Genehmigungen und Lizenzen mit einem rechtlich angemessenen Vorlauf beantragt und erhalten hatte."

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Die Polizei gab jedoch an, dass das Festival eben nicht mit den Behörden abgestimmt worden sei. Das Outline musste schließen und eine alternative Durchführung an anderen Locations innerhalb Moskaus wurde untersagt. „Zuerst dachte ich, es wäre eine Art Witz, denn das ist wirklich beschissen", sagte Anna, eine junge Festivalbesucherin aus der Stadt, am selben Tag thump. „Heute werden 12.000 wütende Raver durch die Straßen laufen."

„Das ist die Art und Weise, wie unser hochgerüstetes Land die Kultur und unabhängige Kunst- und Musikszene unterstützt", fügte eine Moskauer Kulturschaffende hinzu, die anonym bleiben möchte. Ein großer Protest blieb allerdings aus.

Noch vor wenigen Tagen meinte der russische Musiker Philipp Gorbachev in einem thump-Interview: „Tanzen ist hier derzeit quasi verboten. Denn die Werte des Dancefloors sind keine autoritären Werte. House steht für alles, wofür dieses System nicht steht." Dass er damit allerdings Recht behalten sollte, dürfte wohl kaum in seinem Sinne gewesen sein.

Magda, neben The Residents, byetone, Ricardo Villalobos u.v.a. als DJ für das vom Club arma17 organisierte Festival gebucht, hat das komplette Statement der Organisatoren gepostet:

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