planungsfehler

Magdeburger Fans hüpfen ihr Stadion kaputt

Statiker haben die Magdeburger Stadien beobachtet und ihm eine Lebenserwartung von 7,5 Jahren gegeben. Die Architekten haben den „aktiven" Fansupport nicht einberechnet.
15.7.16
Foto: Imago/Jan Huebner

Spätestens seit der 1. FC Magdeburg 2015 in die dritte Liga aufgestiegen ist, sind die Magdeburger für ihren bedingungslosen Support bekannt. In der vergangenen Saison belegte der Verein mit einem Schnitt von mehr als 18.000 den zweiten Platz in der Zuschauertabelle hinter Dynamo Dresden.

Vielleicht haben die Architekten nicht mit diesem Andrang gerechnet, definitiv aber haben sie nicht mit dem „aktiven" Support der Fans gerechnet. Als diese Saison ein Stein von der Tribüne ausbrach, wurde das MDCC-Arena von Statikern genauer untersucht. Das Ergebnis: Die Hüpfbewegungen der Fans führen zu einer stärkeren Abnutzung als erwartet. Statt 50 Jahren wird dem Stadion eine Restnutzungsdauer von siebeneinhalb Jahren prognostiziert.

Das Stadion ist nicht akut einsturzgefährdet und Maßnahmen wie ein „Hüpfverbot" sind nicht in Planung. Auf der Mitgliederversammlung setzte der Verein seine Fans lediglich über die Situation in Kenntnis und möchte zunächst abwarten. „Wenn Maßnahmen notwendig sind, dann muss uns das die Stadt Magdeburg als Vermieter mitteilen", so Manager Mario Kallnik. Zudem möchte man in Zukunft die Zugangsbereiche der Fanblöcke strenger kontrollieren, damit nicht mehr „Last" als vorgesehen auf die einzelne Tribünen wirkt.

Ab 4:17 sieht man die Ursache der verkürzten Lebensdauer deutlich

In der ersten Rundes des DFB-Pokals im August ist Eintracht Frankfurt zu Gast. Deren Fans haben schon manches Stadion zum wackeln gebracht. Mal sehen ob die Statiker ihre Berechnungen danach noch einmal überarbeiten müssen. Und die Architekten sollten vielleicht lieber Tribünen für Golfturniere konzipieren.