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Warum Sportvereine das bessere Tinder sind

Wenn du die große Liebe suchst, dann melde dich bei einem Sportverein an, sagt eine neue Studie. Der Initiator erklärte uns außerdem, warum die Chance auf ein ONS steigt, wenn du zum Sport gehst.
24.2.17
Illustration: Matthijs van der Geest

Durch Apps wie Tinder und Happn hat man fast schon vergessen, dass man auch über andere Wege mit einer anderen Person im Bett – oder vor dem Traualtar – landen kann. So sind beispielsweise auch Sportvereine ein fruchtbarer Boden für romantische Momente. In den Niederlanden kam in einer Studie jetzt raus, dass 21 Prozent der Mitglieder eines Sportvereins ihren Partner eben da kennengelernt haben. Und für die Freiheitsliebenden unter euch: Auch die Chance auf einen One-Night-Stand steigt, je häufiger du zum Sport gehst.

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Das kam im letzten Jahr bei einer Studie des Mulier Institute heraus, die von den Wissenschaftlern David Romijn und Zoe van Ginneken durchgeführt wurde. VICE Sports hat mit Romijn über seine Ergebnisse gesprochen, um zu erfahren, warum Sportvereine eigentlich so ein heißes Pflaster sind.

VICE Sports: Hey David, hast du deine Partnerin auch in einem Sportverein kennengelernt?
David Romijn: Ja, beim Unifußball. Als wir Freunden dann erzählt haben, wie wir uns kennengelernt haben, meinten die: Hey, das kommt uns doch bekannt vor. Das löste in mir den Impuls aus, der Sache mal wissenschaftlich nachzugehen. Es macht ja auch mehr Spaß, etwas zu untersuchen, wenn man es schon selber erlebt hat.

Was ist die Hauptzutat für Romantik im Sportverein?
Der wichtigste Punkt ist der, dass in Vereinen in der Regel beide Geschlechter vertreten sind. Außerdem hilft, wenn man viel Zeit im Verein verbringt, und zwar nicht nur für den sportlichen Part. Soll heißen, dass die Chancen größer werden, wenn man auch mal zusammen im Vereinsheim sitzt oder sich in einem der Ausschüsse engagiert. Die Grundregel lautet: Je häufiger du im Verein bist, desto größer ist deine Chance, dort einen Partner zu finden.

David Romijn bei unserem Interview-Termin.

Was spielt noch positiv mit rein?
Es hilft außerdem, wenn Mitglieder im Sportverein einen ähnlichen sozio-demographischen Background haben. Auch die Tatsache, dass du aus demselben Bezirk oder derselben Nachbarschaft kommst, ist eine Form der Vorauswahl. In der Regel hat man auch dasselbe Alter, oder zumindest das gemeinsame Attribut jung. Klar ist auch die Spanne zwischen 18 und 35 groß. Aber man kann schon sagen, dass man eher einen Zwanzigjährigen im Sportverein antrifft als einen Sechzigjährigen.

Spielt es eine Rolle, dass manche Sportarten häufig gemischt sind wie beispielsweise Badminton?
Absolut, und zwar eine positive. Beziehungen und One-Night-Stands sind viel wahrscheinlicher, wenn Frau und Mann zusammenspielen.

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Aus deinen Untersuchungen ging außerdem hervor, dass 33 Prozent der Befragten dank des Vereins schon einen One-Night-Stand hatten. Das ist recht ordentlich, finden wir. Hat dich das überrascht?
Wir haben die Frage nur solchen Personen gestellt, die manchmal einen One-Night-Stand haben. Ein Drittel hat dann unsere Frage bejaht und das finde ich schon beachtlich. Man muss aber an dieser Stelle sagen, dass für manchen ein One-Night-Stand nicht zwangsläufig mit Sex enden muss. Ein jeder hat da seine eigene Definition. Wir haben darüber lange nachgedacht. Doch solange es die Personen selbst als One-Night-Stand empfinden, finden wir, passt es in unsere Untersuchung.

Die Untersuchung zeigte außerdem, dass Frauen häufiger einen Partner in Sportvereinen finden als Männer. Wie ist das möglich?
Generell gibt es in Sportvereinen mehr Männer als Frauen. Sagen wir mal, in einem Fußballverein gibt es drei Frauenmannschaften und 30 Männermannschaften. Da ist natürlich die Chance für Frauen, einen Mann kennenzulernen, deutlich höher. Für Männer ist die Chance logischerweise geringer, weil sie viel weniger Frauen über den Weg laufen.

Wie schlagen sich Sportvereine im Vergleich mit einschlägigen Flirt-Apps?
Man ist in Sportvereinen gezwungen, häufig dieselben Menschen zu sehen. Eine App kann man leichter „weglegen". In Vereinen hat man feste Trainings- und Wettkampfrhythmen, soll heißen, man sieht sich regelmäßig und lernt sich kennen. Das ist ein klarer Vorteil gegenüber Apps oder einer Partynacht.

Sind Beziehungen aus Sportvereinen robuster?
Der US-Trainer John Wooden sagte mal: „Sport does not build character, it reveals it." Durch Sport lernen Menschen den Charakter des Anderen schnell kennen. Das führt dazu, dass man häufig schon eine Menge über seinen Partner in spe weiß, bevor es zur Sache geht. Bei Dating-Apps kommt es oft erst zur Sache und danach lernt man den Anderen gut kennen. Was die vielen Fehlschüsse erklärt.

Würdest du zu dem Thema gerne weiterforschen?
Unbedingt. Es wäre spannend, Beziehungen, die in Sportvereinen entstehen, mit solchen zu vergleichen, die über Apps wie Tinder oder Happn zustandekommen. Bei Dating-Apps sind die demographischen Ähnlichkeiten deutlich geringer als beim Sport. Das sind alles Faktoren, die mitspielen.