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Role Models von John Waters Teil 3

Oh, hallo John, was geht? Du willst was über Bücher erzählen?
26.11.10

Oh, hallo John, was geht? Du willst was über Bücher erzählen? Und besonders über Wir müssen über Kevin reden von Lionel Shriver? Hört sich gut an. Vergiss nur nicht, dein neues Buch ein paar mal zu erwähnen: Role Models und bitte die Links zu dem ersten und zweiten Teil über deine literarischen Helden nicht vergessen. Nächste Woche gibt's noch mehr.

John Waters - Role Models
“Bookworm” - Teil Drei.

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Okay ich gebe zu, Denton Welsh ist nicht jedermanns Sache. Aber Lionel Shrivers gruseliger, psychologischer Roman von 2003, Wir müssen über Kevin reden schon. Es ist ein Schmöker über ein Kind, von dem alle Eltern hoffen es niemals zu haben. Der fünfzehnjährige Kevin ermordet drei Tage bevor er strafmündig wird sieben seiner Klassenkameraden, einen Mitarbeiter der Cafeteria und einen Lehrer, aber wird wütend, wenn irgendjemand sein Verbrechen mit Kolumbien vergleicht. "Ich will nur nochmals saen, dass diese Würstchen keine Pros waren. Ihre Bomben waren Blindgänger und sie haben einfach auf jeden geschossen. Ich habe meine Leute ausgewählt." Die Geschichte wird in Briefen erzählt, die Kevins voneinander getrennte Eltern austauschen. Eva, die Mutter, "ist müde vor Scham" und versucht verzweifelt nicht nur sein gewalttätiges Verhalten zu verstehen, sondern auch, warum sie ihn irgendwie nicht leiden kann. Sie wollte eigentlich nicht schwanger werden, aber gab ihrem Mann nach, weil er Vater werden wollte. Sie hat die Geburt gehasst und fand Stillen unbefriedigend. Aber hat sie das verdient?

Nach seiner Verurteilung besucht Eva Kevin im Jugendgefängnis, aber ihr Sohn sagt ihr, "Super, du bekommst einen Stern. Aber du brauchst es nicht mir zu Liebe zu machen. Weil ich die hasse." Nach einer kurzen Pause antwortet Eva, "Ich hasse dich auch oft, Kevin" und auf einmal haben die beiden einen neuen Startpunkt, um ihre Bezeigung aufzubauen. Jetzt kann Eva Fragen über die Opfer stellen. "Warum genau diese Kinder?" "Ich mochte sie nicht." Wenn sie sich fragt "Machst du mich verantwortlich?" antwortet er "Warum sollte man dir alles zu Gute halten?" Langsam versteht sie seine verwirrten Gedanken. "Er muss sich nicht darüber Gedanken machen, was er ist, ein Freak oder ein Geek, ein Sportler oder ein Nerd, er ist ein Mörder." In einem endgültigen Versuch ihren gewalttätigen Sohn zu verstehen fragt sie ihn, warum er sie nicht umgebracht hat. Kevin antwortet mit eiskalter Logik, "Wenn du eine Vorstellung auf die Bünhe bringst, dann erschießt du nicht das Publikum."

Wer ist Schuld, wenn dein Kind verrückt wird? Ist es ein Segen, keine Kinder zu haben? Wir müssen über Kevin reden wurde ein Kultbuch für Frauen ohne Kinder, die endlich zugeben konnten, dass sie auch keine wollten. Sei fühlten sich erfüllt, danke fürs Fragen, und waren jahrelang von dem Mitleid abgestoßen, mit dem sie von Frauen behandelt wurden, die Kinder hatten. Wenn heute sogar Schwule Kinder haben, sind dann nicht heterosexuelle Singlefrauen, die keine Kinder wollen, diejenigen, die von der Gesellschaft am ausgestoßensten sind? Für mich sind sie wunderschöne Feministinnen. Wenn man sich nicht sicher ist, dass man seine Kinder lieben kann, dann sollte man bitte keine bekommen, sie könnten nämlich aufwachsen und uns umbringen.

Wir müssen über Kevin reden kann alle Eltern weinend in die Knie zwingen, aber trotzdem ist es leicht, dieses Buch zu mögen. Die Handlung ändert sich immer weder und man ist immer wieder von jedem neuen Schock überrascht. Und dieser Roman hat ein großartiges Ende. Diese plötzliche psychologische Gewissheit zwischen Kevin und Eva nimmt den Schmerz einer gemarterten Familie und erfindet diese Traurigkeit neu, zu einer geheimen Partnerschaft. Es ist eine neue Art von Liebesgeschichte für gefährliche Verrückte, also kein Wunder, dass sie verfilmt wird. Hoffen wir mal. dass es gut wird.