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Die widerlichsten Versuche, Profit aus dem Anschlag von Boston zu ziehen

Es gibt Internetseiten, Nachrichtenagenturen und Blogger, die mit irrelevanten und bezuglosen Top-Ten-Listen und Beiträgen irgendwie versucht haben, aus den Anschlägen in Boston Profit für ihre Seiten zu ziehen. Da kommt einem echt die Kotze hoch.
17.4.13

Foto via

Wie du weißt, detonierten am Montag zwei Bomben am Zieleinlauf des Boston Marathons.

Überall auf der Welt—während Leute versuchten, den Sinn hinter dem Anschlag zu verstehen, und sich überlegten, wie sie helfen könnten—dachten Nachrichtenredakteure und Blogger: „Wie können wir die Boston-Tragödie nutzen, um selber Webtraffic davon zu tragen?“

Unten sind die sieben schamlosesten klickködernden Versuche, die ich unmittelbar nach dem Ereignis fand. (Ich bin mir übrigens vollkommen im Klaren, wie heuchlerisch ich rüberkommen muss, wenn ich den Inhalt anderer Internetseiten für eine Auflistung über Traffic-Prostituierung nach einer Terrorattacke aufliste, aber ehrlich, diese Posts haben mich so genervt. Wenn ich könnte, würde ich die Klickzähler auf dieser Seite abschalten.)

Beinahe genau nach den Explosionen brachte TMZ eine Story mit dem Namen „Bomben beim Boston Marathon—Joey McIntyre entgeht der Explosion nur um Minuten“, bei der es um das ehemalige Mitglied von New Kids on the Block Joey McIntyre ging, der der Explosion um knapp fünf Minuten entrann. Sie enthielt dieses Selbstporträt, das er zu Beginn des Laufes aufnahm. Das war die gesamte Story, nur dieses eine Bild.

Seitdem haben sie ihre Story umbenannt in „Boston-Marathon-Bombenexplosionen: 3 Tote, mehr als 130 verletzt, keine Verdächtigen“. Wahrscheinlich haben sie das gemacht, als sie gemerkt haben, dass sich angesichts dieser schrecklichen Ereignisse keine Sau für Joey McIntyre interessiert.

Die gleiche Story haben sich auch die Leute von der Presse geschnappt und brachten die Klickstrecke „Boston Marathon: Stars fühlen mit“. Eine Mischung aus Twitterposts von irgendwelchen amerikanischen Promis und Fotos. Nicht gerade spannend, aber was tut man nicht alles für 15 Seiten Bildergalerie.

Unter den Dutzenden Beiträgen, die Buzzfeed über Boston gebracht hat, war auch „29 Gründe Boston zu lieben“. Die Gründe beinhalten Aerosmith, Eis und bessere Pizza als in New York. Mittlerweile wurde er bereits 322.000 Mal angeklickt.

Am besten Online-Ort für Listen über Promis in den USA, Celebrity-Lists.com, kam ein Beitrag mit dem Titel „10 Promis aus Boston“. Die Einleitung lautete folgendermaßen: „Ein furchtbares Desaster passierte heute während des Boston Marathons und unser Mitgefühl geht an all diejenigen, die getroffen wurden von der Explosion, die unsere Nation erschütterte und das Leben zweier Menschen nahm. Schaut euch unten eine Liste von Promis aus Boston an.“

Jede der Berühmtheiten ist auf einer eigenen Seite, du musst ihnen also die ganzen zehn Klicks geben, wenn du herausfinden willst, wer die zehn Berühmtheiten aus Boston sind. (Spoiler: Die Nummer Eins aus Boston ist Mindy Kaling.)

Der Karibikreiseteil von About.com brachte „Der Boston-Marathon-Anschlag: Wo man Reiseinformationen bekommt“, wo erklärt wurde, wie der Anschlag karibische Reisende beeinflussen könnte. In einem Eintrag stand: „Ich treffe jedes Mal, wenn ich auf den Inseln bin, Leute aus Boston. Deshalb hat mich die heutige Tragödie beim Boston Marathon besonders betroffen“, schrieb der Blogger Robert Curley, bevor er die Leser auf eine andere Seite von About.com verwies.

Just Jared brachte etwas darüber mit dem Titel „Promis reagieren auf die Explosionen beim Boston Marathon“, wo wir lernen konnten, dass sowohl Courtney Cox als auch Melissa Joan Hart für die Betroffenen in Boston beten.

Schlussendlich schaffte es die Associated Press, bei der Premiere seines neuen Films Pain and Gain mit Mark Wahlberg darüber zu sprechen, wie er über die Anschläge dachte. Offenbar war er „sehr traurig.“

Und ich bin mir sicher, du willst auch wissen, was 50 Cent in Bezug auf die Anschläge fühlte. Zum Glück konnte die AP das auch rausfinden: Er war „bestürzt.“