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Wie du nie wieder auf einem Foto schlecht aussiehst

Wie ihr wisst, kann man Vieles bereuen, wenn eine Kamera dabei war. Hier zeigen wir euch nun, wie ihr euch in Pose werft und dabei doch noch gut ausseht.
8.8.12

Das bin ich im Jahr 2010, wie ich so tue, als wäre ein Auto, das niemals mir gehören wird, meins. Und um ganz ehrlich zu sein, habe ich seit damals auf keinem Foto mehr gut ausgesehen. Es könnte daran liegen, dass das Erwachsenwerden nicht besonders gnädig zu meiner Gesichtssymmetrie war und vor zwei Jahren so ein Gen angefangen hat, sich bemerkbar zu machen, das dafür sorgt, dass ich jetzt schief wachse. Aber eigentlich glaube ich, das kommt daher, dass mir alles scheiß egal ist, im Gegensatz dazu, dass ich elegant aussehe, als wäre mir alles scheiß egal.
 
Jedenfalls ist es wirklich deprimierend, wenn du dich beim Ausgehen sexy gefühlt hast und dann eine Woche später Fotos siehst, bei denen du davon ausgehen kannst, dass sie beim Fotografen einen Würgreflex ausgelöst haben, als er sie hochgeladen hat. Mich nach Erlösung sehnend habe ich bei The Fashion Spot nach Hilfe gesucht, um mein fotogenes Potenzial voll auszuschöpfen.

FÜNF WEGE, WIE DU AUF EINEM FOTO NIE WIEDER SCHEISSE AUSSIEHST, LAUT THE FASHION SPOT:

1. Denk an etwas Schönes

Zuerst habe ich gedacht, dass das ein Tipp für Depressive sein muss, weil ich nicht viele Menschen kenne, die derart von Gedanken darüber eingenommen sind, welch beschissenes Dasein sie fristen, dass sie nicht mal für die paar Sekunden, in denen das Foto geschossen wird, aufhören können zu heulen.
 
Aber dann habe ich gemerkt, dass es so aussiehst, als würdest du keinen Zweifel daran lassen wollen, dass du glücklich bist, wenn du versuchst, so zu posen, als gäbe es keinen Zweifel daran, dass du wirklich glücklich bist (uff!). Du kennst all diese Stock-Aufnahmen von Frauen, die lachen, während sie einen Salat essen? Ich habe mich wie eine von denen gefühlt. Und diese Frauen sind mittlerweile alle tot (Selbstmord).
 
Also, ja: SCHLECHTER TIPP. Sei natürlich, das funktioniert :)

2. Finde dein Lächeln

Das zwangsläufig recht zahnlastig und auch ein wenig selbstgefällig aussehen wird. Und absolut gleich, JEDES EINZELNE MAL. Leute, die ein „Foto-Lächeln/Gesicht" haben, regen mich so auf, dass ich es ihnen wegohrfeigen will. Meine beste Freundin hatte mal eine „Mund leicht geöffnet, große Augen"-Phase, über die du heute noch stolpern kannst, wenn du auf Facebook durch ihre Bilder blätterst.
 
Noch schlimmer aber ist der Moment, in dem du merkst, dass jemand von dir ein Foto machen will, und du in den Standard-Lächel-Modus schaltest und dann so da stehst, vor Anspannung vibrierend und die Zähne zeigend, bis die Kamera endlich klick macht und/oder alle wegschauen, weil es einfach viel zu peinlich aussieht. Kann ich nicht empfehlen.

3. Nimm die Hände in die Hüften

Ah ja, die berühmte Street-Style-Pose. Den Kopf zur Seite geneigt, Hände in die Hüften, denn *oh, OK, obwohl ich gerade kurz auf einen Latte draußen bin, muss ich schnell wieder zurück zu meinem wichtigen, glamourösen Leben (in dem ich natürlich was mit Mode mache)*, die Beine leicht gekreuzt und eine dicke, fette It-Tasche vom rechten Unterarm baumelnd.

4. Hebe die Kamera an (um ein GQ-Kinn zu bekommen)

Nur ganz kurz, ich glaube nicht, dass ich diese GQ-Kinnpartie haben möchte. Aber egal, das hier hat sich als der beste Tipp herausgestellt. Unabhängig davon, ob The Fashion Spot nun versucht, uns alle zu Figuren aus Ghost World  zu machen oder nicht, ist das ein wirklich süßes Bild geworden. Es ist sogar süß geworden, obwohl ich mich der goldenen Regel widersetzt habe, niemals Querstreifen zu tragen, weil sie offensichtlich jeden drei Meter breit aussehen lassen. Ich schätze mal, das ist auch der Grund, warum alle Leute im Gefängnis so fett aussehen (und warum ich niemals wieder jemanden töten werde).

5. „Mehr Make-up!“

In den Tipps empfiehlt The Fashion Spot: „Die Kamera neigt dazu Dinge, wie die Lippenfarbe, Wangenröte und besonders das Augen-Make-up herunterzuspielen, also hab keine Angst, es darf in diesen Bereichen ruhig etwas mehr sein." Ich habe das so verstanden, dass ich so viel Schminke wie möglich benutzen soll. Das ist doch eine nahe liegende Interpretation, oder? Zunächst einmal: Photo-Booth-Bilder zählen nicht als richtige Fotos, weil die Kamera keinen Blitz hat. Wenn du dir also vier Schichten Grundierung ins Gesicht klatschst, um ein Foto von dir im Bett zu machen, dann wirkst du nicht dem „Herunterspielen“ der Kamera entgegen, sondern betreibst deinen ganz eigenen Billig-Girl-Band-Albumcover-Shoot. Außerdem ist es auch heiß, wenn man auf einem Foto leicht ausgewaschen aussieht. Das weiß doch jeder.

DIE DREI WEGE, WIRKLICH NIE WIEDER AUF EINEM FOTO SCHLECHT AUSZUSEHEN, LAUT MIR

Da offensichtlicherweise keiner dieser Ratschläge wirklich zufriedenstellend war, habe ich selbst drei tatsächlich nützliche Tipps für jeden aufgeschrieben, der gerne seinen Ex mit einen richtig heißen Foto anpissen will. Missbrauche nicht die Macht, die ich in deine Hände lege.

1. Hänge mit anderen Leuten ab

Es ist nicht wirklich wichtig, wie du auf einem Foto aussiehst, wenn alle Anderen im Bild tierisch cool sind. Du kannst der Kamera auch ruhig einen bösen Blick zuwerfen, so, als ob sie gerade einen sehr privaten und wichtigen Moment zerstört hätte. Leute die verärgert darüber aussehen, dass sie von einer Unterhaltung mit DIR abgelenkt werden, sind ebenfalls eine tolle Ergänzung für jedes Bild. Wenn du auf männliche Models stehst, dann versprich ihnen ein wenig Koks und kriege sie auf dein Foto. Wenn du auf tätowierte Typen stehst, dann versprich ihnen ein wenig Koks, usw. usf. Es ist ganz einfach!

2. Lass was aus dem Mund tropfen

Frag mich nicht, warum, aber etwas aus dem Mund laufen zu lassen, erfüllt praktisch alle Kriterien, die ich für ein gutes Foto habe. Etwas aus dem Mund laufen zu lassen, auf einem Strohhalm herum zu kauen und zu rauchen, sind alles Sachen, die dein Foto verbessern, weil sie dafür sorgen, dass du leicht (aber auf natürliche Weise) deine Lippen spitzt und außerdem betont es deine Wangenknochen. Sei nur nicht ekelhaft. Und Niesen steht definitiv auch nicht auf dieser Liste.

3. Habe eine berühmte Person in deinem Bild

Ähnlich, wie Punkt #1, aber nicht das Gleiche. Hierfür solltest du in einer etwas intimeren Situation sein und vorzugsweise nicht gerade mit der berühmten Person reden. Diese Art Foto, die ihre Wirkung erst langsam entfaltet, dann aber umso mehr einschlägt, ist etwas heikel. Aber es ist die Mühe (und den Flug) absolut wert. Schau mal, hier bin ich auf einer BBQ-Party in Williamsburg, Brooklyn, mit all meinen Freunden (ich kenne nicht mal zwei von denen). Was? Ob das Josh Hartnet da hinter mir ist? Ja, tatsächlich, wow, das ist er! Ach, er ist ein alter Freund. Und bitteschön: Da hast du dein gutes Foto, GESCHAFFT. Eine kleine Warnung: Sei vorsichtig bei der Auswahl deines Promis, die Tage der Kanye-Fotos sind offiziell gezählt …

Fotos: Amber Dixon