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Für welches Übel sich Kinder entscheiden

Wir haben Kinder dazu gezwungen, sich zwischen zwei wirklich unangenehmen Situationen zu entscheiden.
24 August 2012, 7:22am

Bild: Simon Thomas | flickr | by CC 2.0

Manchmal muss man sich im Leben zwischen zwei wirklich grausamen Übeln entscheiden. Zum Glück sind einige dieser Entscheidungen rein theoretisch. Ich wurde zum Beispiel mal gefragt, ob ich eher Sex mit Michael Jackson oder meinem Vater haben würde. Für diese Kolumne musste ich das ein wenig abändern, es geht hier ja schließlich um Kinder.

Zuerst stellen wir den Mädchen fragen, dann kommen die Jungs.

Sadie und Belle sind 10; das Nachbarsmädchen ist 8.

VICE: Würdet ihr euch eher endgültig die Fingerspitze abschneiden oder mit einem Messer ins Auge stechen lassen? Beim Auge könnte es sein, dass ihr euch komplett davon erholt oder auch nicht.
Sadie: Fingerspitze. Das Auge würde davon unangenehm wehtun. Wie, wenn man sich an einer Nadel sticht. Wie ein kleiner Fleck Schmerz, der sich total auf diese eine Stelle konzentriert. Das ist noch schlimmer als Schmerzen am ganzen Körper.
Nachbarsmädchen: Kleiner Finger!

Erinnert euch daran, Mädchen, das Auge würdet ihr nicht definitiv verlieren, aber wenn die Fingerspitze weg ist, ist sie weg.

Sadie:

Du könntest dir einen mechanischen Finger besorgen!

Nachbarsmädchen:

Ja, einen mechanischen Finger! Aber du kannst dir nicht einfach einen neuen Augapfel holen! Du wärst augenlos! Für den Rest deines Lebens!

Würdet ihr lieber einen ganzen Teller schimmeliger Spaghetti essen oder in einer Badewanne voller Eiswürfel schlafen?
Sadie und Nachbarsmädchen: IN EINER WANNE MIT EISWÜRFELN SCHLAFEN! Sadie: Es würde mich erfrischen. Und ich würde es nicht mehr spüren, wenn ich einschlafe.

Was, wenn du erfrierst?
Nachbarsmädchen: Nicht, wenn du Kerzen neben die Badewanne stellst. Die Wärme würde die Eiswürfel zum Schmelzen bringen und du würdest sagen: „Wo ist all mein Eis hin? Ich hatte ein ganzes Paket hier drin!"

Wenn du auf ein Date gehen müsstest, würdest du lieber mit einem Werwolf oder mit E____ [ein Nerd an ihrer Schule] gehen.
Sadie und Nachbarsmädchen: MIT DEM WERWOLF! Sadie: E____ popelt die ganze Zeit in der Nase.

Du würdest lieber mit einem Werwolf gehen als mit einem Jungen in deinem Alter, der ein Mensch ist und in der Nase bohrt?
Sadie: Ich würde mit einem Werwolf in meinem Alter gehen.

Was ist, wenn er dich frisst?
Sadie: Mein Date würde mich nicht fressen!

Es liegt in seiner Natur. Er kann nicht anders. Er wird sonst verrückt.
Sadie: Er würde andere Leute essen. Personen, die mir weh tun wollen.
Nachbarsmädchen: Wenn du deinem Werwolf nicht wehtust, wird er dich nicht töten.

Ist das die Art Kerl, auf die ich ein Auge werfen sollte, wenn ihr Mädchen in ein paar Jahren anfangt, Jungs zu treffen?
Nachbarsmädchen: Yeah! Du solltest nicht mit deinem Freund ausgehen. Mit einem Werwolf ausgehen ist definitiv total OK, wenn du mich fragst. Aber mit einem hässlichen Kerl, der in seiner Nase bohrt ... keine tolle Idee!

Keiner meiner Freunde hat je in seiner Nase gepopelt!
Nachbarsmädchen: Nur, weil du es nicht siehst! Er versteckt sich immer im Badezimmer und nimmt einen großen Klumpen und stopft sich ihn in den Mund!

Jetzt stellt ihr mir mal eine Frage.
Sadie: Würdest du lieber in der Nase bohren und es zwei Stunden ohne Unterbrechung essen—

Ich will das Andere, egal, was es ist!
Sadie: —oder kotzen und eine Stunde drin sitzenbleiben.

Die Kotze für eine Stunde.
Sadie: So tief. Bis zum Hals. Und dann musst du am Ende ein klein wenig davon schlucken.

Ist es meine?
Sadie: Ja.

Ganz klar. Ich nehme die Kotze.
Nachbarsmädchen: Würdest du lieber von einer Klippe fallen und sterben oder zehn Millionen Stunden pausenlos in deiner Kotze schwimmen?

Werde ich am Ende des Kotzeschwimmens überleben?
Nachbarsmädchen: Ähm ... nein.

Das ist eine gute Frage. Du denkst, ich würde lieber von der Klippe springen, weil ich dann nicht zehn Millionen Stunden in der Kotze schwimmen müsste, bevor das gleiche Ergebnis dabei rauskommt. Aber ich glaube, ich würde lieber länger am Leben bleiben, auch wenn ich in meiner Kotze schwimmen und dann sterben müsste. Weißt du, ich könnte einige schöne Gedanken haben.
Sadie: Und du wärst nicht so traurig, wenn du stirbst.

Ja, ich würde denken: „Danke, Gott, dass es vorbei ist." Wenn ihr euch zwischen 100 Tagen Dunkelheit oder eurer Lehrerin Frau P______ für ein weiteres Jahr entscheiden müsstet, was würdet ihr nehmen?
Belle: P______. Sie war nicht gemein zu mir. Nur zu den Anderen. Aber sie schreit.

Du hättest lieber 180 Tage des Schreiens als 100 der Finsternis?
Belle: Was passiert, wenn ich in der Dunkelheit gegen etwas laufe und mich verletze?

Wenn du dich dazwischen entscheiden müsstest, deine Hand in den eingeschalteten Müllschlucker zu stecken oder ein wirklich hässliches Gesicht zu haben, was würdest du wählen?
Belle: Ein hässliches Gesicht. Ich möchte meine Hand nicht quälen! Hässlich-hässlich oder einfach hässlich?

Nur hässlich.
Belle: Dann das hässliche Gesicht.

Wenn du entweder nie wieder Nachtisch haben könntest oder für den Rest deines Lebens jeden Tag 50 Desserts essen müsstest, egal wie krank du wirst, was wäre dir lieber?
Belle: Niemals wieder Dessert.

Was für eine seltsame Kreatur du bist.
Belle: Würdest du lieber für den Rest deines Lebens ohne Schuhe laufen oder für den Rest deines Lebens deine Zähne nicht mehr putzen?

Keine Schuhe. Und ich ziehe nach Hawaii und laufe für den Rest meines Lebens im Sand.
Sadie: Der Sand dort ist wirklich heiß und wird dir die Füße verbrennen.

Dann fliege ich mit dem Hubschrauber.
Sadie: Du musst den Flugplatz mit bloßen Füßen betreten und jedermanns Keime und Hundekot und Spucke berühren.

Besser Schmerzen und abwaschbare Füße als kaputte Zähne. Ich habe aber über das Nichtputzen nachgedacht ... ich würde meine Zähne ziehen lassen und einen Zahnersatz bekommen. Aber ich hätte lieber nackte Füße und dann würde ich nach Hawaii ziehen.