
von Zell-Ravenheart.Für jeden, der in der Harry Potter-Ära großgeworden ist und das Internet schon nach selbstgemachten Patronus-Anleitungen und irgendwelchen „magischen“ Betrügereien abgesucht hat, klingt die Vorstellung von einer Online-Schule für Zauberer etwas dubios—im besten Fall. Es gibt ihn aber tatsächlich, diesen Ort, an dem die nervige Grenze zwischen Fantasie und Realität nicht zu existieren scheint—es ist eine Schule, die sich größtenteils online abspielt, aber auch über Real-Life-Komponenten verfügt, an denen die Schüler ihr Potenzial als Zauberer unter Beweis stellen können. Und das alles ist völlig ernst gemeint. Die Grey School of Wizardry, die von Schulleiter, Gründer und Träger eines zerknitterten Samthutes Namens Oberon „Otter“ Zell-Ravenheart gegründet wurde, ist eine als 501(c)(3) registrierte Non-Profit-Organisation mit Sitz in Sonoma County, Kalifornien, und dazu noch die erste registrierte Zauberakademie der Welt.
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Foto: Oberon Zell-Ravenheart.Laut eigener Aussage hatte Zell-Ravenheart bereits in den 60er Jahren die Idee, eine Zauberschule zu gründen, doch der Plan ruhte lange auf Eis, da er noch mit vielen anderen Projekten beschäftigt war. So ist er zum Beispiel der erste Vorsitzende der Church of All Worlds, die er während der Zeit, die er am Westminster College verbrachte, mitbegründete. Die Lehre der Kirche basiert darauf, dass alle Dinge miteinander verbunden sind, und ist darauf ausgerichtet, undogmatisch und eklektisch zu sein, wobei sich die Mitglieder selbst aussuchen dürfen, an welchen fiktionalen, historischen oder ausgedachten Mythos sie glauben wollen. 1977 gründeten Zell-Ravenheart und seine kürzlich verstorbene Partnerin Morning Glory die Ecosophical Research Association, eine Forschungsvereinigung, um mystische Wesen zu untersuchen. Eine ihrer Forschungsreisen führte sie 1985 nach Papua Neuguinea, wo sie nach Meerjungfrauen suchten. In den 80er Jahren geriet Zell-Ravenheart in die Schlagzeilen, als er ein „Einhorn“ erschuf, indem er einem Ziegenbock durch einen einfachen operativen Eingriff ein Horn verpasste. (Er wiederholte diese Prozedur und verkaufte einige der Tiere an den Zirkus. Den Totenschädel des ersten „Einhorns“ bewahrt er bis heute bei sich zuhause auf.) In letzter Zeit beschäftigte er sich hauptsächlich mit den antiken Initiationsriten der Mysterien von Eleusis. Sein Geld verdient Zell-Ravenheart mit der Illustration von Postern, T-Shirts und Büchern (er zeichnete zum Beispiel die Bilder für die Fantasy-Romane von Marion Zimmer Bradley). Außerdem betreibt er ein Unternehmen, dass Reproduktionen von Statuen verschiedener Götter und Göttinnen vertreibt.
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