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Flugbegleiterinnen erzählen uns von ihren besoffensten Passagieren

Bei deinem nächsten Flug solltest du vielleicht besser einen dieser gelben Schutzanzüge tragen.
07 September 2016, 8:00am

Dieser Flugbegleiter sieht verdächtig nach Dave Grohl aus. Screenshot aus dem Video "Learn to Fly" von den Foo Fighters

Flugbegleiter zu sein, hat viele Vorteile. Sich mit betrunkenen Passagieren rumschlagen zu müssen, gehört allerdings nicht dazu. Man hat nur begrenzt Möglichkeiten, besoffene Passagiere davon zu überzeugen, dass sie ihre eigene Pisse aufwischen oder dass sie aufhören, in die Tasche des Vordersitzes zu kotzen oder sich während der Sicherheitseinweisung einen runterzuholen.

Wir haben einige Flugbegleiterinnen über ihre betrunkensten Passagiere ausgefragt—nach diesen Storys willst du bei deinem nächsten Flug wahrscheinlich lieber einen dieser gelben Schutzanzüge tragen.

Das Pinkel-Desaster

"Beim Boarding ist ein betrunkener Mann ins Flugzeug getorkelt, er fiel hin und versuchte, es zu überspielen, als sei er gestolpert. Nachdem die Türen geschlossen waren, fing er an, sich lautstark mit anderen Leuten zu unterhalten, und wollte sich noch mehr Drinks bestellen. Irgendwann stand er dann auf, um auf Toilette zu gehen. Weil die Schlange so lang war, entschloss er sich auf dem Weg zurück, stattdessen in einen Plastikbecher zu pinkeln. Mitten im Gang. Natürlich hat er nicht getroffen und hat am Ende ein paar arme Passagiere angepinkelt. Wir mussten außerplanmäßig landen, der Mann wurde wegen Trunkenheit und Körperverletzung verhaftet, das Flugzeug musste erst mal gereinigt werden und die Passagiere wurden auf andere Flüge umgebucht."—Talia

Live-Porno-Bordunterhaltung

"Ich war auf einem Flug von Las Vegas nach Newark. In der ersten Klasse saßen ein Mann und eine Frau—beide noch sichtlich betrunken von letzter Nacht. Sie kannten sich nicht, flirteten aber wie verrückt. Irgendwann machten sie rum, gingen alle fünf Minuten auf Toilette und kamen völlig fertig wieder raus. Dann holte die Frau ihren Laptop raus und ließ auf voller Lautstärke ein Video von ihr beim Sex laufen, während der Typ sich unter einer Decke einen runterholte. Ich sagte ihnen, dass sie aufhören sollten, und die Frau stürmte aufs Klo. Nach 20 Minuten bemerkte ich, wie sich vor dem Klo eine Pfütze bildete—sie ist umgekippt und hat auf den Boden gepinkelt. Ich habe ihr gesagt, dass sie alles sauber machen soll, und rief das Sicherheitspersonal am Gate in Newark an und wir bestellten ein Spezialreinigungsteam für die erste Klasse, weil es so schrecklich gestunken hat."—Steffanie

Lest hier noch mehr unglückliche Geschichten aus dem Flugzeug

Sechs Screwdriver in 90 Minuten

"Am Memorial Day bin ich von Denver nach Dallas geflogen, in der ersten Klasse bekamen die Passagiere gratis Essen und Getränke. Eine Frau nutzte das aus und bestellte sich während des 90-minütigen Flugs sechs Screwdriver. Als sie irgendwann anfing zu lallen, sagte ich ihr, dass der Wodka langsam zur Neige ginge. Sie protestierte lauthals und meinte zu mir, dass sie mich feuern lassen würde und dass sie als Erste-Klasse-Passagier so viel trinken kann, wie sie will. Ich habe die Piloten kontaktiert und sie gebeten, dafür zu sorgen, dass uns bei der Ankunft am Gate Aufsichtspersonal empfängt."—Stephanie

Was würde Jesus tun?

Es war auf einem Flug an einem Sonntagabend von San Juan, der Hauptstadt von Puerto Rico, nach Charlotte in North Carolina. Die meisten Passagiere waren sonnenverbrannte Touristen, darunter auch ein Mann mit krebsrotem Gesicht, der sich vor dem Flug eindeutig ein paar Drinks genehmigt hatte. Er saß mit seiner Frau in der Holzklasse, am hinteren Ende des Flugzeugs, ein paar Sitzreihen vor der Toilette. Er bestellte sich eine Bloody Mary nach der anderen, die er dann noch mit dem Wodka aus dem Duty-Free-Shop in San Juan verlängerte. Ich sagte ihm, dass mitgebrachte Spirituosen im Flugzeug nicht gestattet waren. Er packte ihn weg und rollte nur mit den Augen. Nach der Hälfte des Flugs ungefähr stand er auf und ging zur Toilette. Nach 30 Minuten klopfte ich an die Tür und fragte, ob alles in Ordnung sei, und er schrie so laut, dass es der ganze hintere Teil des Flugzeugs hören konnte: "Ich versuche zu kacken!"

"Jesus wäre nicht sehr glücklich über die Dinge, die Sie im Flugzeug abgezogen haben."

Als er zurückkam, beschwerte er sich unüberhörbar bei seiner Frau darüber, wie unhöflich ich doch war. Dann rief er mich mit dem Knopf über seinem Sitz zu sich, nur um mich zu beschimpfen: "Das war erniedrigend von Ihnen. Ich habe Verstopfung und Sie haben es alle wissen lassen! Es gibt kein Zeitlimit für die Toilette." Als wir in Charlotte gelandet waren, stellte sich ihm eine Passagierin, die vor ihm saß, in den Weg, packte sein Handgelenk und meinte: "Sie tragen also ein What-would-Jesus-do-Armband? Ich wollte Ihnen nur sagen, dass Jesus nicht sehr glücklich über die Dinge wäre, die Sie auf diesem Flug abgezogen haben."—Catherine

Stillgestanden, du Scheißkerl!

"Einmal hatte ich einen jungen Typ im Camouflage-Army-Outfit als Passagier. Er hatte sichtlich Angst vor seinem Einsatz und hatte seine letzte Nacht als Zivilist damit verbracht, sich mit seinen Freunden zu besaufen. Er war immer noch ziemlich betrunken, als er zu uns ins Flugzeug stolperte. Zu seinem Unglück war unser Captain an diesem Tag ein ehemaliger hochrangiger Kampfpilot, ein ziemlich harter Typ, dem es nicht gefiel, jemanden in Uniform betrunken zu sehen. Er packte den Kerl am Hemd, schleifte ihn aus dem Flugzeug zurück in den Gatebereich und schrie ihn voll. Der arme Junge war schnell wieder nüchtern und saß den Rest des Fluges stramm und aufrecht in seinem Sitz."—Lucy

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