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Musik

Musikreviews

02 Juli 2011, 10:14am

Hier sind unsere Reviews zu DJ PHONO, KILLING THE DREAM, THE ANTLERS und ACROSS TUNDRAS.

DJ PHONO
Welcome To Wherever You’re Not
Diynamic

Phono präsentiert sich in tiefenentspannter Ambientlaune und die steht ihm doch deutlich besser zu Gesicht als Deichkinds Großraumdissen-Gassenhauer. Welcome To Wherever You’re Not klingt so, wie die frühen Air-Platten  geklungen hätten, wenn Air nicht als verschnöselte französische Kitschtucken sondern als echte Kerle zur Welt gekommen wären. Und wenn dann zwischendurch mal eine gerade Bassdrum einsetzt, möchte man dann doch vor Freude die Arme in die Luft werfen wie ein tribaltätowierter Dorfproll nach dem siebten Wodka Red Bull.

XAVIERA HOLLANDA

KILLING THE DREAM
Lucky Me
Deathwish

Schneller als das Label den Europa-Release dieses Albums organisieren konnte, hat sich die Band einfach aufgelöst. Das ist nur konsequent, denn ihr Sound, den man um die Jahrtausendwende New School Hardcore genannt hätte, klingt eben wie von einer Band gespielt, bei der einem das eigene Erinnerungsvermögen einen Streich spielt, denn wie hießen die noch damals ... Hope? ... Dream? ... Poison? ... Conspiracy? ... Dings? Am Ende war es doch sowieso alles der gleiche Quark, der einem heute den wohlig wärmenden Mantel der Nostalgie überwirft.

PRAHLEN NACH ZAHLEN

THE ANTLERS
Burst Apart
Transgressive/Cooperative Music

Das Album nach dem Hype ist ja immer ne schwierige Kiste. Insofern kann man Pete Silberman nur gratulieren, dass er es geschafft hat, mit „Burst Apart“ weder eine Kopie von „Hospice“ abgeliefert zu haben, noch uns mit dem Versuch zu quälen, „was total abgefahren anderes zu machen.“ Irgendwie depri ist der Gute immer noch, aber hier klingt alles ein wenig luftiger, so als hätte endlich mal jemand das Fenster aufgemacht nach dem dumpf-stickigen Vorgängeralbum. Für Silberman ist das hier wahrscheinlich fast schon pure Euphorie.

FINE ENDOR

ACROSS TUNDRAS
Sage
Neurot/Cargo

Die epischen Riffgewitter von Across Tundras erzeugen sofort das Bedürfnis, sich auf eine Farm in den Südstaaten zurückzuziehen, wo man jeden Morgen mit einer Marlboro im Mundwinkel Pferde ausreitet, während einem staubiger Präriewind durch die ungewaschenen Haare streift. Doch wie zeitgemäß ist dieser Lebensentwurf heute noch? Ich meine, dem echten Marlboro-Mann mussten sie ein Kehlkopfmikrofon implantieren, nachdem der Krebs ihm den halben Kopf weggefressen hat. Als ich das hörte, habe ich vor Schreck sofort die Zigarettenmarke gewechselt. Aber als Hommage an die goldene Ära des Wüstenrocks kann Sage durchaus gefallen.

SCHLUPUS SCHLENGELMANN