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Twilight in der Kälte Berlins

An dieser Stelle erstmal ein Danke an Mrs Pattinson, die mit Robert ein wahres Wunderwerk durch ihren Schoß presste und der am vergangenen Freitag Berlin mit einem Besuch beehrte.

An dieser Stelle erstmal ein Danke an Mrs Pattinson, die mit Robert ein wahres Wunderwerk durch ihren Schoß presste. Nachdem die Premiere des vierten Films in London ein Jahrtausendhighlight wurde, Edward seiner Bella das Geschenk des Lebens in Form einer Halbtodgeburt gemacht hat und dieses sakrale Event weltweit die Herzen der Fans zusammengeschweißt hat, hofften wir auch bei der Vorpremiere in Berlin einige Tränen fließen zu sehen. Allerdings muss man zur deutschen Fankultur auf diesem Event sagen, dass Heuchler, die behaupten: „Ich bin hier nur zufällig – keine Ahnung, was hier los ist. Das Fanplakat halte ich nur für jemanden“, so verbreitet sind, wie schwitzende fette Hausfrauen.

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Während wir auf RPattz und Taylor warteten, hatten wir genug Zeit, den überschwänglichen Reden dazwischen zu lauschen, die über einen Bildschirm übertragen wurden—was wir nicht wussten: Twilight hat irgendwie zum Weltfrieden beigetragen, weil alle Fans sich weltweit austauschen und lieb haben. Was der Moderator nicht wusste: Die Welt ist gerade in diesem Moment in zwei Teile gespalten worden: Team Edward und Team Jacob.

Ich persönliche zähle mich zu Team Edward, genau so wie Melina. Sie und ihre Freundin Maria haben heute extra Schule geschwänzt, um ab 07.30 Uhr hier im Sony Center stehen zu können.

Unser Highlight (neben Robert) war jedoch die Twilightbloggerin Sina, sie ist 26 Jahre alt und schreibt fleißig, um den Weltfrieden zu fördern, deutsche Fans auf dem neuesten Stand zu halten und die Twilight-Ideologie zu verbreiten. Unser Land braucht mehr engagierte Mittzwanziger, die neben ihrer Ausbildung zum Versicherungskaufmann oder Bankangestellten bloggen und Plakate malen.

Hier haben wir so einen affektierten Punk, der seine Liebe zu Edward einfach nicht eingestehen will. Marcus behauptet, hier nur zufällig gelandet zu sein, von seinen Freunden verschleppt und misshandelt, und schließlich nicht wie alle anderen am liebsten in RPattz‘ Armen aufwachen zu wollen.

So viele Lügen auf einmal tun weh, deswegen zogen wir weiter zu den bezaubernden Hannah und Jenny, zwei Juwelen, die die Eier haben, zuzugeben, dass sie die wahre Liebe gefunden haben. Sie sind zwar Team Jacob, aber meiner Meinung nach dürfen sie trotzdem mit mir auf Facebook befreundet sein.

Nach und nach wurde es enger, Ange konnte sich vor Aufregung nicht mehr halten und kletterte an mir und einem Zaun hoch. Aber die Situation schien ausweglos, man steckt irgendwo zwischen alleinerziehenden Feministinnen-Müttern und Pressefotografen in einem schwarzen Loch, in dem sich keiner mehr um deine Menschenrechte kümmert, sobald du auch nur in die Nähe der Absperrung vor dem roten Teppich kommst.

Dank des Bildschirms hatte auch ich Herzrasen, weil die beiden Sweethearts kurz darauf zu sehen waren. Eine Träne kullerte meine Wange hinunter, ich kann nun endlich glücklich sterben.