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Morgen trifft sich die Elite der deutschen Flüchtlingshetzer in Berlin

Verschwörungstheoretiker, Neonazis, AfDler, Lutz Bachmann: Bei der "Compact Konferenz" sind sie alle dabei.

von VICE Staff
04 November 2016, 2:13pm

Foto: imago | IPON

"Die Feinde der Meinungsfreiheit haben sich zu früh gefreut", triumphiert der Blog des Compact-Magazins, Deutschlands lautester Verschwörungszeitschrift. Eigentlich hatte man die große Compact-Konferenz für 2016 schon abgesagt, nachdem der Kölner Veranstaltungsort auf Druck von Gegnern hin ausfiel. Wutschäumend hatte Compact-Chefredakteur Jürgen Elsässer den "Sieg der Meinungsdiktatur" beklagt und angekündigt, sich zu "wehren".

Jetzt haben die rechten Verschwörungstheoretiker wohl doch noch einen Ort gefunden, an dem sie ihre Konferenz austragen können: Etwas später als geplant zwar, dafür aber in Berlin. Von 11 bis 17 Uhr wird sich morgen also die Crème de la Crème der deutschen Flüchtlingshasser-Szene im Halong Hotel versammeln, um sich auszutauschen, den Fans zuzujubeln, sie gegen Flüchtlinge aufzustacheln und Merkel als Volksverräterin oder Marionette zu beschimpfen. Mit dabei: Martin Sellner, der Anführer der rechtsextremen Identitäten in Österreich, Pegida-Gründer Lutz Bachmann, der übrigens gerade aus seiner Wohnung in Teneriffa ausziehen musste, und—neben Elsässer selbst—unter anderem auch André Poggenburg, der Landesvorsitzende der AfD in Sachsen-Anhalt.

Wie energisch die Macher des Compact-Magazins, des selbsternannten "Sturmgeschützes der Demokratie" diese Vernetzung vorantreiben, zeigt unter anderem die aktuellste Enthüllung, dass ein Herausgeber des Magazin womöglich an einer der berüchtigsten Hetzseiten des deutschen Facebooks beteiligt war. Für Compact bedeutet die Konferenz außerdem eine wichtige Einnahmequelle, bei der nicht nur Tickets, sondern auch Bücher etc. verkauft werden.

Für die Gegner bedeutet die Konferenz jedoch etwas anderes. Auf Twitter und im Internet hat die Gruppe "Antifa Nordost" bereits den Veranstaltungsort veröffentlicht und zum Widerstand gegen "das braune Ekelevent" aufgerufen. "Wenn die Neue Rechte von ihrer 'gefährdeten Meinungsfreiheit' schwadroniert", schreibt jemand auf der Website, "verbirgt sich dahinter immer der Wunsch, ihr rassistisches Denken und Handeln offener ausleben zu können." Dagegen müsse man protestieren.

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