david hasselhoff

"Have you schnackselt Pamela Anderson?"

Fünf Tage auf einer Kreuzfahrt mit David Hasselhoff – und 600 seiner Fans. Ein Tagebuch.

von Dominik Muheim und Valerio Moser
02 Januar 2018, 4:57am

Alle Fotos von den Autoren oder Pixabay | Collage von VICE Media

Wir, Dominik und Valerio, haben unser ganzes Leben lang nicht davon geträumt, jetzt wird es endlich wahr: GEO Reisen organisiert zum ersten Mal die David Hasselhoff World Fan Cruise. Das Kreuzfahrtschiff Costa Favolosa fasst rund 3.500 Passagiere und empfängt uns Ende November 2017 in der norditalienischen Stadt Savona. Unsere Stationen: Rom, Barcelona, Marseille. Casino, Spa-Bereich, Theatersaal, Joggingstrecke auf dem Oberdeck, Tanzkurse, Churros-Mobil. Der mittlerweile 65-jährige Hoff ist immer mit an Bord. Jeden Abend finden exklusive Fanmomente für 600 Hoff-Narren aus über 20 Ländern statt, die sich unter die restlichen Passagiere mischen. Konzert, Meet and Greet, Autogrammstunde, Disco mit seiner ganzen Familie. Was uns das kostet? Knapp 900 Euro (inklusive All-You-Can-Drink-Paket) und sehr viel Vorbereitung.

Schließlich dürfen die anderen Gäste nicht merken, dass wir Hasselhoff nur aus seinem Kurzauftritt im SpongeBob-Film kennen. Also haben wir eine halbe Folge Knight Rider, den Vorspann von Baywatch und den Film Killing David Hasselhoff geschaut. Alles sehr cool. Besonders der Film war sehr nicht sehenswert.

Wir (vorne) und die Costa Favolosa (hinten), unsere Heimat für die nächsten fünf Tage

SAMSTAG

8:45 Uhr
Wir sitzen im Zug und haben gerade zwei ältere Damen von ihren Plätzen vertrieben. Aber eigentlich waren es unsere Plätze. Wir haben nämlich reserviert. Valerio schüttelt herablassend den Kopf und ärgert sich über die Alten, die nie reservieren.

11:15 Uhr
Mittlerweile haben wir die Hoff-Wikipedia-Seite durchgelesen und in der Facebook-Veranstaltung geschaut, wer mit uns die nächsten fünf Tage verbringen wird. Spannend. Frank, ein Walliser, spricht uns im Zug an. Er hat für dasselbe Schiff gebucht wie wir, nur ohne Hasselhoff, und findet es merkwürdig, dass man wegen dem Hoff auf eine Kreuzfahrt geht. Wir finden es merkwürdig, dass man überhaupt auf eine Kreuzfahrt geht. Frank plaudert weiter, Dominik schläft ein.

15:07 Uhr
Wir schiffen ein. In der Check-in-Schlange entdecken wir die Menschen, die wir auf Facebook bereits kennengelernt haben. Zum Beispiel Claudia. Sie postet ausschließlich Bilder, auf denen sie mit David Hasselhoff zu sehen ist. Also eigentlich postet sie einfach dieselben beiden Bilder in regelmäßigen Abständen wieder. Letzte Chance: Flüchten oder bleiben? Wir entscheiden uns für das Dümmere und bleiben.

17:00 Uhr
Nachdem wir eingecheckt haben, beginnt das Hoff-Fest. Alle Fans sprechen deutsch, Durchschnittsalter 37, während der Tour identifizieren wir drei unterschiedliche Typen:

  • Richtige Fans. Sie tragen T-Shirts. Sie schwingen Fahnen. Überall ist der junge Hoff drauf. Den Alten gibt es in ihrer Welt nicht.
  • Versteckte Fans. Sie lieben den Hoff, haben aber gelernt, es zu verheimlichen. Sie geben nichts zu und tasten zuerst ab, ob sie gemobbt würden, wenn sie verträumt erzählen, dass sie mit sechs Jahren auf ihrem ersten Hoff-Konzert waren.
  • Ironische Fans. Sie sind immer betrunken. Vielleicht um zu vergessen, dass sie gerade mehr als 900 Euro für einen mittelguten Gag ausgegeben haben.

19:45 Uhr
Abendessen. An unserem Tisch sitzt der Präsident des Schweizer Knight Rider Clubs. Er sei der einzige "Mann", der "K.I.T.T." originalgetreu nachgebaut habe, erzählt er. Mit allen Funktionen. Inklusive Ölteppich und Nebelwand. Gut, Turboboost hat er nicht, aber sonst wirklich alles. Wir staunen. David Hasselhoff betritt mit seiner Familie das Restaurant. Alle drehen durch. Smartphones schnellen in die Höhe. Es wird gefilmt und gejohlt. Die besoffenen Provinzler am Tisch neben uns stimmen die Schweizer Nationalhymne an. Sie treffen die Töne nicht.

2:00 Uhr
Wir sehen Claudia. Doppelt. Sie singt "Looking for Freedom" in der Karaokebar. Es klingt als würden viele Leute applaudieren, aber es ist nur der Ice-Crusher.

2:30 Uhr
Irgendjemand singt "Looking for Freedom" in der Karaokebar.

2:45 Uhr
David Hasselhoff singt "Looking for Freedom" in der Karaokebar. Das Original klingt besser, aber der Ice-Crusher applaudiert.

Valerio testet die Lifte an Bord. Sie funktionieren

Sonntag

08:30 Uhr
Dominik wacht auf. Valerio liegt im Bett und genießt die Aussicht aus dem Fenster, das wir nicht haben, weil wir in einer der billigsten Kajüten pennen. Eine Stimme ruft durch die dünne Wand "CANTARE!". Wir antworten unisono: "OOOHOOOO". Die Stimme überprüft: "CANTARE?", wir bestätigen: "OOOHOOOOHO!". Die Stimme ruft: "CAMPARI!", wir ergänzen "SODA!". Wir rufen "WHO LET THE DOGS OUT?". Die Stimme antwortet: "WUFF WUFF". Dies war der tiefgründigste Dialog, den wir auf der Reise bisher geführt haben.

19:00 Uhr
Abendessen. Der Präsident des Knight-Rider-Clubs erzählt: "Wir haben 30 aktive Mitglieder. Einmal im Monat gibt es einen Höck, ein gemütliches Beisammensein. Das ist immer super und unkompliziert. Da ist zum Beispiel eine Frau, die backt immer etwas. Bald ist der Klausenhöck. Der ist immer geil." Dominik fragt: "Habt ihr dann alle einen K.I.T.T.?" Er antwortet: "Nein, nur ich."

19:30 Uhr
Der Tisch der gestern besoffenen Provinzler bleibt leer. Wie wir erfahren, wurden sie von Bord geworfen. Gerüchten zufolge haben sie Hasselhoffs Tochter angepöbelt.

20:05 Uhr
Ein Kellner beginnt plötzlich Pavarotti zu singen und initiiert damit eine 20-minütige Unterhaltungsshow. Weiße Servietten und Smartphones schnellen in die Höhe, Frauen werden zum Tanz aufgefordert. Plötzlich überall Polonaisen. Wir mittendrin. Zwei Deutsche: "Geil! Saufen!". Wir: "Schwanken wir oder das Schiff?". Die Deutschen: "Wir arbeiten da Hand in Hand!"

20:15 Uhr
Wir kehren zurück zum Tisch. Der Präsident erzählt noch immer: "Einmal waren wir mit dem Knight-Rider-Club Italy unterwegs. Da hatten wir dann acht K.I.T.T. zusammen. Alle vor dem Burger King. Das war geil."

23:30 Uhr
Hoff betritt die Bühne. Fans haben keine Hemmungen mehr zu zeigen, dass sie Fans sind. Ein Mann vor uns bedient eine Film- und eine Fotokamera. Gleichzeitig. Faszinierend.

00:15 Uhr
Hoff singt sein Limbo-Lied. Ausgewählte Fans dürfen auf der Bühne Limbo tanzen. Valerio holt sich ein High Five vom Hoff. Dominik ist zu nervös und verfehlt die Hand.

00:40 Uhr
Hoff singt seinen größten Hit. Country Roads. Alle singen mit. Auch wir. Endlich ein Song, bei dem wir den Songtext kennen. Also Dominik.

00:50 Uhr
Hoff beendet das Konzert. Nur Loser gehen raus. Ein Song fehlt nämlich. Zugabe. "Ai Bi Luuuking 4 Friiiidoooooooo..."

Das Konzert: Hasselhoffs Kostümbildner legen seit 30 Jahren dieselbe Kreativität an den Tag

MONTAG

08:00 Uhr
Wir wachen auf. Gestern nach dem Konzert haben wir die Minibar im Zimmer geleert. Folgendes haben wir uns dabei überlegt: nichts.

11:30 Uhr
Wir wachen auf.

12:30 Uhr
Wir essen einen klassischen Buffetteller. Salat, Pasta, Pilze, Pangasiusfilet, andere Pasta, Lasagne, eine Tomate, Salami, zwei Käsescheiben, eine ungerade Anzahl Oliven, Calamares, ein Steak. Italienische Salatsauce über alles. Wir denken darüber nach, ein Restaurant zu eröffnen, das solche Menüs anbietet. Restaurant Buffetteller.

13:05 Uhr
Auf der Toilette singt ein besoffener Deutscher: "ICH KACK DIE HÜTTE ZU!"

13:45 Uhr
Neben uns zeigt ein älterer Herr aus dem Fenster. Er sagt zu seiner Frau: "Du, jetzt hab ich zuerst gemeint, das da drüben sei Afrika. Aber es ist ein Schiff."

14:00 Uhr
Endlich, Meet and Greet. Wir freuen uns wie blöd.

14:10 Uhr
600 Fans warten auf den Hoff. Zwei Schlingel versuchen in der Schlange vorzudrängeln. Laute Buhrufe. Die Schlingel gehen wieder zurück.

14:18 Uhr
Hoff taucht auf. Er ruft zweimal: "I've been looking for Freedom". Fans eskalieren.

16:30 Uhr
Es gibt sie wirklich. Die Hoffarmy. Die offizielle Fangruppe von David Hasselhoff. Ein Teil davon sitzt mit uns in der Sauna.

"Viele Leute begreifen einfach nicht, dass David ein ganz normaler Mann ist. Der ist wie du und ich. OK, logisch, wenn du ihn das erste Mal triffst, dann vergisst du das, dann ist er da oben. Er ist ja auch groß. Aber mittlerweile kennt er meinen Namen. Der weiß sogar, dass ich das letzte Mal noch schwanger war." Wir lauschen Fabienne gespannt.

19:10 Uhr
Der Präsident resümiert: "Ja, die Technik war nicht gut. Eine Boxe hat gepfiffen. Aber mal ganz unter uns: Es war doch einfach geil. Niemand ist perfekt. Nur schon Knight Rider. Diese Serie hat so viele Fehler. Aber genau das macht ihn so sympathisch. Darum mag man ihn."

4:00 Uhr
Wir treffen einen Mitarbeiter in der Lobby. Valerio: "Where do we find David Hasselhoff?" – "David who?" – "H.A.S.S.E.L.H.O.F.F." – "I don't know him, ask at the reception." Pause. "Oh, do you mean the guy? Everybody is talking about him. But for me it's just an old guy." Er wirkt betrunken. "Ohh, his room is on deck, fuck, seven." – "Are you allowed to tell us?" – "Fuck this shit. I will leave this ship anyway." – "Why do you leave?" – "It makes no sense to work here, if you have money. We have bad rooms." – "Really?" – "Fuck this shit. I'll show you." Er zeigt uns den Mitarbeiterbereich.

Das Meet and Greet steht an. Dominik ist euphorisiert und hebt ab

DIENSTAG

10:15 Uhr
Wir wachen auf, weil auf dem Gang jemand staubsaugt. Valerio wehmütig: "Ich frage mich, ob wir wie Instagramer davon leben könnten." Dominik fragt: "Von was?" – "Vom Berichten von Hasselhoff-Kreuzfahrten." – "Das schaffen wir!" – "Aber Dominik, bisher haben wir 900 Euro mehr ausgegeben, als wir eingenommen haben." – "Aber wir schaffen das!" Dominik schläft ein.

16:00 Uhr
Fanmomente. Autogrammstunde im Club Etoile. Alle in der Schlange freuen sich voll, Smalltalk. "Ich mag Karotten." "Ich auch! Aber wenn sie nass sind, krieg ich immer Schluckauf."

16:50 Uhr
Die Dame vor uns lässt sich ihren Bauch signieren. Sie will die Unterschrift tätowieren lassen.
Ein Deutscher hinter uns: "David, you can say you to me."

Ein Mann macht einer Frau einen Heiratsantrag. Vor Hasselhoff. Alle applaudieren. Konfetti fällt von der Decke. Die Bodenplatten sind noch klebrig vom Vorabend. "I'm crazy for you" wird gespielt. Aber nicht ganz, so viel Zeit haben sie nicht. Der Hoff muss noch 250 weitere Autogramme geben.


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20:05 Uhr
Das All-You-Can-Drink-Paket macht uns kaputt. Darum bestellen wir uns bereits den vierten Mojito. In dieser Stunde. Der Kellner gibt uns unsere Zimmerkarte wieder, auf die wir die Getränke bestellen müssen. "Sie sind Dominik?" – "Ja." – "Sie sind Johannes?" – "Ja." – Wir haben jetzt ein zusätzliches Zimmer.

22:25 Uhr
Dominik holt Drinks. Dominik kommt zurück. "Valerio, ich liebe dieses Schiff!" "Warum?" "Weißt du, wer an der Bar war?" – "Frank?" – "Und weißt du mit wem?" – "MIT CLAUDIA?!" Wir eskalieren hart in unserem Zimmer. Das Leben schreibt die schönsten Geschichten!

3:00 Uhr
Essenslieferung auf ein Zimmer mitten in der Nacht. Es ist (H)offensichtlich, wer bestellt hat. Wir folgen der Serviertochter unauffällig. Sie entdeckt uns. Dominik zeigt in eine beliebige Richtung und tut so als wären wir orientierungslos. Valerio ist orientierungslos. Wir laufen weg.

3:25 Uhr
Die hübsche Tänzerin von David Hasselhoff macht in der Lobby einen Handstand. Valerio schlägt zwei Purzelbäume. Dominik hüpft. Es beeindruckt sie nicht.

3:55 Uhr
In der Lobby treffen wir einen der Organisatoren der The-Hoff-Kreuzfahrt. Er ist betrunken:
"Ja, dann hatten wir ja plötzlich eine Nachricht vom Hoff persönlich auf dem Anrufbeantworter. Er verstehe zwar das Konzept nicht, aber er sei dabei. In den letzten Monaten haben wir täglich telefoniert. Er will alles wissen und ist fast ein bisschen aufdringlich. Einmal, als Hoff in Südengland war, fragte er, ob wir mit dem Schiff vorbeifahren können, damit er es mal sieht."

Heiratsantrag vor Hasselhoff

MITTWOCH

12:50 Uhr
Wir wachen auf. Marseille. Wir bleiben an Bord. Frühstück. Valerio isst ein Steak. Dominik einen klassischen Buffetteller. Hasselhoff-Fans erkennen sich mittlerweile. Man nickt sich gegenseitig verschwörerisch zu.

13:30 Uhr
Dominik sieht die Duty-Free-Shops vor dem Schiff: "Valerio, ist das ein Flohmarkt?" Der Standard auf dem Schiff hat uns längst dekadent werden lassen.

16:40 Uhr
Tanzkurs. Anweisung des Tanzlehrers: "Un, dos, tres. Un, dos, tres. Chicki, Chicki, Bumm. Chicki, Chicki, Bumm." In der hintersten Reihe eskaliert ein älterer Mann mit seinen Beinen.

17:05 Uhr
Dominik: "Valerio, gestern in der Massage bist du eingeschlafen."
Valerio: "Nein!"
Dominik: "Doch!"
Valerio: "Nein!"
Dominik: "Die Masseurin hat gesagt, du hast geschnarcht."
Valerio: "Ja, ich habe geschnarcht, aber ich war wach dabei."
Dominik: "Dann habt ihr viel geredet?"
Valerio: "Nur am Anfang, dann bin ich eingeschlafen."

19:10 Uhr
Das letzte Abendmahl auf der Costa Favolosa. Der Präsident: "Ja, so bodenständig ist er dann doch auch wieder nicht. Ich hab Pascal davon erzählt, dass er natürlich sei. Er rollte nur die Augen und meinte: Manchmal ist er schon ein bisschen ein Star." Der Präsident ist nicht mehr so begeistert vom Hoff. Seine Frau ergänzt: "Aber Marseille heute war affengeil. Wusstet ihr, dass es Geranienbäume gibt? Affengeil!"

00:02 Uhr
David Hasselhoff betritt die Bühne. Die Fans applaudieren. Nicht genug. David Hasselhoff weiß die Situation zu retten und stimmt einen Hasselhoff-Fangesang an: "DAVID HASSELHOFF, DAVID HASSELHOFF". Alle grölen mit.

00:12 Uhr
Hoff fragt die Fans, wer ihn schon am längsten verfolgt. Betrunkener Deutscher: "ONE YEAR". Sabrina steht auf: "DREISSISCH JOOHRE". Sie gewinnt. Bravo.

00:25 Uhr
Das große Finale: Publikumsfragen. Den Anfang macht: "Hey David, my name is David." Er lässt eine Pause, damit alle lachen können. Niemand lacht. "Why stupid people say all the time that you break the wall?" – "What?" – "Why stupid people… no they are not stupid… yes they are." Kurze Pause, damit es alle verstehen können. Niemand versteht es. "Why stupid people say that you break the wall?" – "What?" – "Because you did!" Alle sind verwirrt. Nächste Frage.

00:37 Uhr
Sabrina, verliebt, verzweifelt: "I'm happy to see how happy you are with your wife." Tränen in ihrem Gesicht. Hoff: "Why are you crying?"

00:55 Uhr
"Best thing about Showbusiness: Stay in the game. Don't give up. Don't kill yourself. Stay in the game!"

1:45 Uhr
Publikumsfrage eines Österreichers: "Have you schnackselt with Pamela Anderson?" Kurze Übersetzungsprobleme. Dann: "No, I never had sex with Pamela Anderson and yes, I am a liar." Das Publikum eskaliert. Dominik fällt der Gin Tonic aus der Hand.

2:00 Uhr
Wir haben den Running Gag eigentlich schon am Montag begraben, aber zum Abschluss der Fragestunde singt Hasselhoff noch einmal "Looking for Freedom". Alle singen mit. Zum tausendsten Mal. Langsam mögen wir den Song.

5:50 Uhr
"Hey Dominik, ich liebe dieses Schiff. Ich liebe Hasselhoff. Ich liebe alle Menschen. Ich liebe Fior di latte."

"Hey Valerio, ich stelle den Wecker auf 7:50 Uhr. Zehn Minuten reichen zum Aufstehen und Packen, oder?" Valerio freut sich: "Ganze zwei Stunden Schlaf!"

Am letzten Abend entdeckt Valerio auf dem Oberdeck die Rutschbahn, juhui

DONNERSTAG

7:50 Uhr
Dominiks Wecker klingelt. In zehn Minuten müssen wir das Zimmer abgeben. Wir hassen dieses Schiff. Wir hassen Hasselhoff. Wir hassen alle Menschen. Valerio hasst sogar Dominik. Das schaffen wir nie.

10:00 Uhr
Wir lauschen Claudia beim Frühstück: "Ja, logisch. Die Leute glauben natürlich, was im Netz steht. Alkohol, Drogen, Affären. Das stimmt doch alles nicht. Er ist so nahe bei den Leuten. Wir haben jetzt zwei Fotos, drei Autogramme und einen Pappaufsteller. Wobei, den haben wir geklaut."

10:15 Uhr
"Dominik, denkst du, es würde jemandem auffallen, wenn wir jetzt einfach hier bleiben?" –"Nein." – "Doch!" – "Wem?" – "Uns."

11:20 Uhr
Wir verabschieden uns vom Schiff. Valerio klaut noch einen Pappaufsteller. Adieu.

13:30 Uhr
Wir treffen Frank und Claudia am Bahnhof. Sie fahren zusammen Zug. Keine Pointe, nur schön.

Fazit: Obwohl wir den Hoff nur während den offiziellen Fanmomenten erleben durften und er sich trotz unserem sehr adretten Auftreten nicht viel Zeit für uns nehmen konnte, ist er uns überraschenderweise durchaus sympathisch geworden. Wir haben ihn nie betrunken gesehen, aber wahrscheinlich waren wir selbst immer zu betrunken, um dies zuverlässig zu beobachten. Anyway. Der Hoff ist vielfältiger, als wir zu Beginn dachten: Musiker, Schauspieler und laut Guinness World Records hält er den Weltrekord im Reverse-Bungeespringen. Er weiß offensichtlich, welche ironische Rolle er im Show Business spielt, in dessen Game er stayed. Er nimmt sich selbst nicht so ernst und seine Fans eigentlich auch nicht. Wir hingegen sind Fans geworden; ein bisschen von Hasselhoff, aber definitiv von seinen Fans. Und irgendwie vermissen wir es auch, das Leben auf dem Schiff. Es waren die dümmsten, dafür aber auch die teuersten Ferien, die wir je gemacht haben. Und die Tänzerin folgt uns beiden jetzt auf Instagram.

P.S.: Macht keine Kreuzfahrten, die sind mega umweltschädlich.

Werden wir den Hoff wiedersehen? The Hoffnung never Dice

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