Hangover-News – 23. Juli 2018

5 News vom Wochenende, die du nicht verpasst haben solltest

Die irrsten Reaktionen zu Özils Rücktritt, ein 18-Jähriger erblindet bei einem Holi-Festival auf Mallorca und ein Streit über ein furzendes Einhorn ist beigelegt.
23 Juli 2018, 7:08am
Holi-Festival in Polen || Foto: imago | Eastnews

Zu Beginn heute eine kleine Service-Durchsage: Bitte bringt eure leeren Bierflaschen vom Wochenende zurück in die Supermärkte, sonst ist nämlich bald Sense mit Nachschub. Erste Brauereien beklagen sich über fehlendes Leergut, berichtet der SWR. Der Grund neben dem guten Wetter: Es gibt immer mehr verschiedene Flaschenformen, und damit immer weniger Flaschen, die die Brauereien untereinander tauschen können.

Schwieriger ist es da, einige andere Themen des Wochenendes zu lösen. Die Diskussion um Mesut Özils dreiteilige Abrechnung gegen den DFB, Sponsoren, Medien und Fans wird wohl viele noch eine Zeit beschäftigen. Außerdem: Ein 18-Jähriger Schotte wird lange mit den Folgen einer Holi-Party auf Mallorca zu kämpfen haben. Bei den weiteren Themen arbeiten wir uns ein wenig Richtung Einigkeit hervor: In München haben Zehntausende einträchtig gegen die CSU demonstriert, in Straubing hat ein Mann großzügig eine Restaurantrechnung übernommen – und schließlich hat sogar Dauer-Krawallo Elon Musk einen Streit beigelegt. Es ging um ein furzendes Einhorn. Fünf Nachrichten vom Wochenende, die du nicht verpasst haben solltest:

#ausgehetzt: 25.000 demonstrieren gegen CSU-Politik in München

Foto: imago | Ralph Peters

Wenn du eine christlich-soziale Partei in Bayern bist, wie ist es dann um dich bestellt, wenn die christlichen, die sozialen und die bayerischen Menschen zu Zehntausenden gegen dich auf die Straße gehen? Diese Frage kann sich die CSU-Spitze rund um Horst Seehofer und Markus Söder in den nächsten Tagen stellen, denn zum Abschluss der Demo #ausgehetzt sind gestern laut Polizei rund 25.000 Menschen im strömenden Regen gekommen. Unter den Demonstrierenden jene, die die CSU eigentlich zu ihrer Stammklientel zählt:

Christinnen und Christen,

und Heimatverbundene.

Zuvor hatte die CSU noch versucht, die demokratische, ordnungsgemäß angemeldete Demo zu stoppen und sprach von einer gezielten Hasskampagne gegen die Partei. Die Süddeutsche Zeitung kommentiert heute: "Die CSU hat Angst. [...] Umfang, Bandbreite und Themenvielfalt des Protestes zeigen, dass die Volkspartei CSU den Bezug zu einem nicht ganz geringen Teil des Volkes verloren hat."

Die Reaktionen zu Mesut Özils Twitter-Ausstieg aus der Nationalelf

Drama Baby! Nach zwei Monaten Funkstille hat Mesut Özil in drei langen Postings auf die Reaktionen zu seinem Foto mit Recep Tayyip Erdoğan geantwortet und erklärt, dass er aus der Nationalmannschaft aussteigt. Besonders vom DFB und dessen Präsident Reinhard Grindel habe er sich im Stich gelassen gefühlt. Sein Fazit: "Wenn wir gewinnen, bin ich Deutscher, wenn wir verlieren, bin ich Immigrant."

Die Frage ist nun, ob und wann es vom DFB eine offizielle Reaktion gibt. Die Emotionen schlugen bereits wild um sich. Geäußert haben sich auch viele offizielle Stellen und Prominente, darunter auch … äh … die Polizei Koblenz (inzwischen gelöscht und wir nehmen an, der Social-Media-Beauftragte hat heute einen Termin bei seiner Chefin oder seinem Chef):

Grünen-Politiker Cem Özdemir hatte am Nachmittag vor dem dritten Teil von Özils Posting noch härtere Kritik geübt, schrieb aber schließlich:

Selbst Sophia Thomalla hatte eine Meinung zu Özil – sie war sehr Sophia Thomalla:

Die _Bild_-Zeitung versuchte sich am Tenor: "Wer so über Deutschland denkt, kann nicht für Deutschland spielen"

Schließlich diskutierten sogar weltweit Prominente über den Fall. Egal ob Brasiliens Kitsch-Autor Paulo Coelho und Trevor Noah, US-Talkmaster mit südafrikanischen Wurzeln mit einem simplen Emoji:

18-Jähriger Schotte erblindet bei Holi-Festival auf Mallorca

Eine Holi-Party auf Mallorca vor knapp zwei Wochen hat für einen 18-jährigen Schotten vermutlich extreme Folgen: Aus einer fest installierten Pistole wurden dabei Farbbeutel mit UV-Farbe direkt auf ihn geschossen, er erblindete und musste ins Krankenhaus. Am Wochenende ist er laut Scottish Sun in seine Heimat zurückgekehrt. Das medizinische Personal arbeitet daran, dass er in Zukunft wieder sehen kann, die Chancen stehen laut der Zeitung aber schlecht.

Warum nicht? Einfach mal die Restaurantrechnung für andere übernehmen

Beste Idee der letzten Tage: einfach mal jemanden einladen. In Straubing hat ein Mann für eine Gruppe behinderter Kinder und deren Betreuungspersonen die Restaurantrechnung übernommen und einen Zettel hinterlassen. Er wolle ihre Arbeit würdigen, sagte er zu der Aktion vom Dienstag, über die am Wochenende die Passauer Neue Presse berichtet hatte.

Elon Musk legt Streit über ein furzendes Einhorn bei

Zum Abschluss reiten wir auf einer Welle der Einigkeit, es geht um Tesla-Chef Elon Musk, eigentlich ja nie um einen Streit verlegen. Der Reihe nach: Im Februar 2017 hat Musk das Foto einer Tasse mit einem furzenden Einhorn und dem Untertitel: "Rainbows, Unicorns and Electric Cars" gepostet. Der Künstler, der die Tassen herstellt, Tom Edwards aus Colorado, fand das da noch lustig. Im Juni 2018 gab es dann Streit, weil in der Mal-und-Skizzen-Funktion der Anzeige-Pads neuer Teslas genau dieses Einhorn als Easter Egg und Beispielbild wieder auftauchte, ohne dass Edwards dafür Geld gesehen hatte. Seine Tochter zog also los auf Twitter.

Musk bot laut BBC an, das Bild auszutauschen oder eventuell sogar Geld zu zahlen.

Am Samstag kam dann die Auflösung, per Tweet von Musk persönlich: Der Streit ist beigelegt, genauere Details wurden aber auf der Webseite von Edwards nicht genannt. "I’m just glad that everything has been cleared up." Wir auch.

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