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Secret Valentin

Dieser Mann bekommt jeden Tag 30 Pizzen, ohne etwas bestellt zu haben

Auch die Dortmunder Polizei ist ratlos.

von VICE Staff
14 Februar 2018, 2:33pm

Foto: Eva L. Hoppe

Sein Diensthandy hat Guido Grolle schon ausgeschaltet, in seinem E-Mail-Postfach hat er einen Spamfilter angelegt, damit er zwischen all den Bestellbestätigungen überhaupt noch zum Arbeiten kommt. Seit mehr als zwei Wochen bekommt der Anwalt jeden Tag etwa 30 Pizzen geliefert. Manchmal auch Currywürste, griechisches Essen und Sushi. Das Problem: Er hat nichts davon bestellt.

Grolle ist vor allem genervt. Aber er hat auch Angst, weil er das alles nicht versteht. Er kann es sich nicht vorstellen, dass es einer seiner Klienten war. Er kann es sich auch nicht vorstellen, dass es jemand ist, gegen den er einen Prozess geführt hat. Überhaupt kann er sich nicht vorstellen, dass ihm jemand was Böses will. "Ach, so wichtig bin ich nicht", sagt Grolle zu VICE. Andererseits kann er sich auch nicht vorstellen, dass ihm jemand etwas Gutes will, schließlich werde bloß Schaden angerichtet.

Grolles Vermutung: ein Computer – und nicht etwa ein anonymer Feeder. Denn an einem Morgen hatte er innerhalb von 20 Minuten 15 Vorbestellungen, die in seinem Postfach landeten. "Das kann eigentlich kein Mensch so schnell bestellen", sagte er den Ruhr Nachrichten.


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Alle Bestellungen kamen über Pizza.de und Lieferheld. Er hat die Firmen schon informiert, unternommen haben sie noch nichts. Mittlerweile hat er Anzeige gegen Unbekannt erstattet.

Die Polizei ist genauso ratlos, hat aber Ermittlungen wegen Stalkings aufgenommen. Denn es gilt auch als Stalking, wenn die Daten des Opfers benutzt werden, um wieder und wieder Bestellungen aufzugeben. Dafür drohen Geldstrafen, aber auch bis zu drei Jahre Haft.

Foto: imago | teutopress

In dem Gebäude von Anwalt Grolle hat auch ein Gerichtsvollzieher seinen Sitz. Dieser habe ebenfalls schon haufenweise ungewollte Bestellungen erhalten, sagt Grolle. Eine Verbindung der Fälle sei aber "Spekulation".

Grolle selbst ist nicht verpflichtet, die Bestellungen anzunehmen, muss sie daher auch nicht bezahlen. Die Lieferanten bleiben auf den Kosten sitzen. Ein paar Läden musste Grolle schon zwei, dreimal wegschicken. Bei anderen ist er mittlerweile namentlich bekannt.

Doch es wird weniger. Während sich andere darüber gefreut hätten, am Valentinstag Pizza zu bekommen, freut sich Grolle darüber, dass der Pizzabote am 14. Februar seltener geklingelt hat.

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