Anzeige
Tech

Das passiert mit deinem Körper, wenn du häufig Fast Food isst

Eigentlich hätte McDonald's seinem Happy Meal keinen unpassenderen Namen geben können.

von Grant Stoddard
17 November 2018, 10:45am

Symbolfoto: Free Photos | Pixabay | Public Domain

Dieser Artikel ist zuerst bei Tonic erschienen. Folge Tonic bei Facebook.

Vor zwei Wochen ließ ich es mit einem Kumpel am Drive-in-Schalter einer McDonald's-Filiale richtig krachen: Wir bekamen mehrere McMenüs und eine 10er-Packung Chicken McNuggets ins Auto gereicht. Jedes Menü hatte dabei schätzungsweise 1.400 Kalorien. Als wir unsere Bestellung aßen, starrten wir fast wortlos wie in Trance durch die Windschutzscheibe. Und nachdem ich die letzten Reste der Süß-Sauer-Soße ausgekratzt hatte, schwor ich mir, bis zu meinem nächsten Fast-Food-Gelage mindestens drei Monate lang zu warten.

Nicht nur der plötzliche Kalorien-Überschuss brachte mich zu dieser Entscheidung, sondern auch das instinktive, unangenehme Gefühl, meiner Gesundheit gerade ziemlich geschadet zu haben. 2004 zeigte der Regisseur Morgan Spurlock in seiner Dokumentation Super Size Me durch einen Selbstversuch auf, welche Folgen übermäßiger Fast-Food-Konsum nach sich zieht. Mich beeindruckte der Film damals nicht, ich fühlte mich mit meinen 27 Jahren quasi unzerstörbar. In den darauffolgenden 14 Jahren sind jedoch eine ganze Reihe neuer Studien und Indizien aufgetaucht, die regelmäßigen Fast-Food-Konsum mit einer langen Liste an negativen gesundheitlichen Konsequenzen verknüpfen. Mithilfe von Experten haben wir uns angeschaut, was das genau für deinen Körper bedeutet.


Aus dem VICE-Universum: Dänische Hotdogs zu machen, ist eine Kunst


Das Erinnerungsvermögen und die kognitiven Funktionen nehmen ab

Jedes Mal, wenn ich in einem Fast-Food-Restaurant in mein fettiges Essen beiße, sagt eine herablassende Stimme in meinem Kopf, dass bei mir wohl etwas falsch laufen müsse. Diese Stimme hat womöglich Recht. "Wir wissen schon lange, dass sich gesättigte Fette negativ auf das Herz auswirken können. Weitere Forschungen legen aber auch nahe, dass eine übermäßige Aufnahme von gesättigten Fetten der Gehirnfunktion und dem Erinnerungsvermögen schaden können", sagt die Ernährungsberaterin Marisa Moore.

Es wäre falsch, gesättigte Fette jetzt allgemein zu verteufeln. Große Mengen davon führen allerdings zu einer gefährlich unausgeglichenen Ernährung – vor allem dann, wenn man anstatt guter Fette, Kohlenhydrate und Protein noch viel Zucker dazu in sich reinfrisst. Eine Studie der Oregon State University aus dem Jahr 2015 hat gezeigt, dass eine fett- und zuckerreiche Ernährungsweise die Darmbakterien verändert. Und diese Veränderungen scheinen wiederum einen beträchtlichen Verlust der "kognitiven Flexibilität" zur Folge zu haben. Mit anderen Worten: Man kann sich dann nur noch schwer an sich wandelnde Situationen anpassen.

Du erhöhst unter Umständen das Depressions-Risiko

Eigentlich hätte McDonald's seinem Happy Meal keinen unpassenderen Namen geben können. Menschen, die regelmäßig Fast Food essen, sind laut einer Studie aus dem Jahr 2012 eher für Depressionen anfällig, sind mit größerer Wahrscheinlichkeit Single, arbeiten länger, essen weniger Obst und Gemüse und rauchen. Viele Menschen bekämpfen ihre Depressionen mit einer Therapie oder Medikamenten. Die Ernährungsberaterin Amy Shapiro rät aber auch zu Nährstoffen wie B-Vitaminen oder Omega-3-Fettsäuren. Bei Voruntersuchungen sei nämlich herausgekommen, dass genau diese Nährstoffe mit einem Rückgang von Depressionen zusammenhängen. Und wie du dir vielleicht schon denken kannst, sind diese Nährstoffe in Fast Food kaum bis gar nicht enthalten.

Fast Food ist der schnellste Weg zu Fettleibigkeit

Statt einer ausgewogenen Ernährungsweise nur noch Fast Food: Wenn du einen solchen Wandel hinlegst, würdest du plötzlich viel mehr "leere" Kalorien zu dir nehmen. So beschreibt man häufig Lebensmittel, die zwar viele Kalorien, sonst aber kaum essenzielle Nährstoffe liefern. Innerhalb kurzer Zeit würde sich das merklich auf deinen Körper und deine Gesundheit auswirken. "Fast Food setzt sich aus Lebensmitteln mit viel Kalorien zusammen. Diese Lebensmittel enthalten zudem viele Kohlenhydrate und Zucker, aber kaum Ballaststoffe", sagt der Ernährungswissenschaftler Jim White. Wenn man andauernd solches Zeug isst, führt das White zufolge zu Insulinresistenz, was wiederum massiv zur Gewichtszunahme beitrage. In einer aktuellen Studie haben sich Wissenschaftler damit beschäftigt, wie Fast Food und Fettleibigkeit sowie Bluthochdruck bei Kindern zusammenhängen. Die Ergebnisse überraschen kaum.

Gleichzeitig verhungerst du

Also zumindest in Bezug auf Nährstoffe. Fast Food enthält zwar viele Kalorien, dafür ist die Nährstoffdichte sehr niedrig. Wenn du dich also hauptsächlich von Burgern und Pommes ernährst, fehlen deinem Körper die nötigen Nährstoffe, um ordentlich zu funktionieren. "Der Körper ist dann zwar temporär satt, aber das Essen liefert nicht die nötige Nahrungsgrundlage. So nimmt man zwar viele Kalorien auf, wird aber nicht lange satt bleiben", erklärt die Ernährungsberaterin Shapiro.

Die Krebswahrscheinlichkeit steigt

Laut einer Studie des National Toxicology Programs vom US-Gesundheitsministerium verursacht die chemische Verbindung 2-Methylimidazol bei Laborratten Krebs. Das ist nicht gut, denn 2-Methylimidazol ist ein Bestandteil der Lebensmittelfarbe Zuckerkulör. Und die findet man in vielen dunklen Soßen und Limonaden. Es wird aber noch schlimmer: Zuckerkulör enthält zudem 4-Methylimidazol. Forscherinnen und Forscher haben die Auswirkungen von 4-Methylimidazol auf Nagetiere untersucht und sind zu dem Schluss gekommen, dass es eindeutige Anzeichen einer krebserregenden Wirkung von 4-Methylimidazol in männlichen und weiblichen Labormäusen gebe.

Shapiro weist darauf hin, dass heißes Fett und frittiertes Essen das Krebsrisiko erhöhen können. Und im Fast-Food-Betrieb wird Öl häufig zu stark erhitzt oder Fleisch verkohlt. "Dazu kommt, dass neben dem möglichen Einsatz von Pestiziden auch Antibiotika und Hormone in minderwertigem Fleisch zu höheren Krebsraten beitragen können", sagt Shapiro. Und solange sie kein Obst und Gemüse essen, das viele Antioxidantien enthält, fehlten Fast-Food-Liebhabern die Abwehrstoffe gegen die krebserregende Wirkung ihrer Lieblingsmahlzeiten.

Auch Herzkrankheiten können öfter auftreten

Die Fette, die man normalerweise in Fast Food findet, bestehen vor allem aus gesättigten Fettsäuren. Sie stammen oft von Tieren oder pflanzlichen Ölen. Wie Jim White erklärt, könne durch diese Fette der Cholesterinspiegel im Blut steigen – und das erhöht wiederum das Risiko einer Herz-Kreislauf-Erkrankung. Wie sich bei einer niederländischen Studie herausgestellt hat, wirkt es sich schon messbar auf die Gesundheit des Herzens aus, wenn man nur in der Nähe eines Fast-Food-Restaurants wohnt: Bereits im Umkreis von 500 Metern eines solchen Etablissements besteht bei Erwachsenen ein größeres Risiko, an einem Herzleiden zu erkranken, als bei Menschen, die weiter weg leben.

Dein Darm und Fast Food sind keine Freunde

Ballaststoffe kommen in verschiedenen Obst- und Gemüsesorten vor, außerdem in Vollkornprodukten, in Nüssen und in Samen. Sie spielen für unser Verdauungssystem eine wichtige Rolle, denn sie sorgen mit dafür, dass bei der "Entsorgung" von Schadstoffen im Verdauungstrakt alles reibungslos funktioniert. Sie helfen dabei, dass Cholesterin- und der Blutzucker-Spiegel normal bleiben. "Leider enthalten die meisten Fast-Food-Produkte nur wenig Ballaststoffe", sagt der Ernährungswissenschaftler Jim White. Und tatsächlich, die medizinische Forschungsabteilung des US-Gesundheitsministeriums legt nahe, auf Fast Food zu verzichten, wenn du auf dem Klo immer etwas länger brauchst.

Folge VICE auf Facebook, Instagram und Snapchat.

Tagged:
Fast Food
Essen
McDonald's
krebs
Depressionen
Forschung
Krankheit
Ernährung
Gewicht