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Doubletime im Hertha-Trikot: Dazzles zweite Single "Mach weiter" ist Dauerfeuer-Rap ohne Atempause

Eigentlich könnt ihr "Mach weiter" einfach nahtlos an "Kuduro Actions" anfügen.

In der Steppe von Kasachstan springt ein Berliner Rapper über provisorisch zusammengezimmerte Wellblechhütten. Seine Stimme rast im Doubletime durch Zeilen wie "Brauche keine Vorschriften wie man einen krassen Song komponiert / Es geht Rängädänkä Radankadanka / Der Rest ist zu kompliziert". Zum Glück hat Dazzle seinen Audi-Rennanzug angezogen, denn mit so viel Geschwindigkeit, wie er sich hier selbst zu seinem Kuduro-Flow peitscht, muss man ja fast schon um seine eigene Sicherheit bangen. Zumindest um die unserer Textsicherheit, wenn wir "Mach weiter" das erste Mal im Club abfeiern werden. Der Typ scheint selbst weiß eben, was er da macht.

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Es erscheint zunächst fast eigenartig, so originell schaufelt sich Dazzles Sound eine ganz eigene Kuhle im riesigen Sandspielplatz des deutschen Rap. Eigentlich 1980 in Luanda aufgekommen, ist Kuduro das Vermischen von afrikanischer Percussion mit europäischem und US-amerikanischem Elektro (Danke dir, wer auch immer diesen Wikipedia-Artikel geschrieben hat). Dazzle fügt dem Ganzen nun seine eigene, in doppelter Geschwindigkeit gespittete Interpretation hinzu und sagen wir es mal so – Im Club kracht es wahrscheinlich nur dann heftiger, wenn ihr mit einem Monstertruck auf die Tanzfläche heizt. Da kann man schon mal im Hertha-Trikot die Straßen Kasachstans zum Brennen bringen.

"Sobald ich Kinder habe, will ich mich benehmen, doch davor will ich noch jede Menge Scheiße laber", macht der Berliner klar. Wir hoffen zum einen, dass der Nachwuchs noch ein bisschen auf sich warten lässt und sind uns zum anderen bewusst, dass das in Dazzles Tempo noch eine ganze Menge "jede Menge" werden kann. Sollte das heißen, dass die "Kuduro Actions" weiter durch unsere Boxen dauerfeuern, kann es gar nicht genug sein.

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