Ihn so zeigen, wie er gelebt hat: Toter Teenager mit PlayStation-Controller und Snacks aufgebahrt

Der 18-jährige Renard Matthews wurde erschossen, als er seinen Hund spazieren führte. Seine Familie entschied sich bei der Beerdigung für "Extreme Embalming".

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11 Juli 2018, 11:40am

Foto: Twitter

Vergangen Monat wurde ein Teenager aus New Orleans erschossen, weil er zufällig in die Nähe eines Raubüberfalls geriet. Bei der Beerdigung wollte dessen Familie den Jungen dann genau so in Erinnerung behalten, wie er gelebt hat. Und zwar genau so: Das Bestattungsunternehmen bahrte Renard Matthews Leiche in einem Fernsehsessel und mit einem PlayStation-Controller in der Hand auf. Das berichtet der Fernsehsender WGNO.

Der 18-Jährige war am 25. Juni mit seinem Hund spazieren gegangen, dabei in eine Schießerei geraten und von einer Kugel tödlich getroffen worden. Seine Mutter, Temeka Matthews, sagte gegenüber WGNO, dass ihr Sohn "eher ein Stubenhocker" und ein Riesenfan des Basketballteams Boston Celtics gewesen sei. Deswegen habe sie sich zusammen mit der Familie für die doch recht ungewöhnliche Trauerfeier entschieden.

Anstatt sie in einen normalen Sarg zu legen, setzte das Charbonnet Labat Glapion Funeral Home Matthews Leiche auf Wunsch der Familie in einen bequemen Fernsehsessel und positionierte sie vor einem Fernseher, auf dem das Spiel NBA2K lief. Der Celtics-Fan trug eine Sonnenbrille und ein Trikot sowie passende Socken von Kyrie Irving, seinem Lieblingsspieler. Neben dem Sessel richteten Matthews Verwandte zudem einen Beistelltisch mit den Lieblingssnacks des Toten an – Tortilla-Chips und Root Beer.

Wie Yahoo schreibt, sind solche außergewöhnlichen Trauerfeiern – auch als "Extreme Embalming" bekannt – für das Bestattungsunternehmen nichts Neues. 2014 organisierte es beispielsweise die Totenwache für eine 53-jährige Frau, die auf Wunsch ihrer Familie mit Zigarette und Bier in der Hand an einen Tisch gesetzt wurde. Ein Mitarbeiter erzählte gegenüber Yahoo, dass das Unternehmen auch schon mal einen verstorbenen Drummer für die Trauerfeier an ein Schlagzeug gesetzt hat. Entstanden ist der Trend des Extreme Embalmings übrigens in Puerto Rico, wo es inzwischen fast schon normal ist, tote Verwandte für die Trauerfeier auf außergewöhnliche und sehr persönliche Art herzurichten – zum Beispiel als Superheld, im Box-Outfit oder auf einem Motorrad.

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