Ernährung

Gegen Übergewicht, Diabetes und Co.: Obst und Gemüse auf Rezept

Immer mehr Menschen in den USA leben unterhalb der Armutsgrenze und können sich kein gesundes Essen leisten. Zuckerhaltiges und Fettiges ist oft billiger. Ein neues Programm soll Abhilfe schaffen.
8.7.16
Foto von Squash Valley Produce via Flickr

Obst ist gut für dich, Gemüse auch. Wenn du fünf Portionen davon am Tag isst, wirst du nicht krank. Niemals.

OK, das ist vielleicht ein bisschen übertrieben, aber es stimmt schon, dass die Früchte der reichhaltigen Pflanzenwelt unseres Planeten gut für ein langes, gesundes Leben sind und auch das Risiko für Übergewicht und Diabetes senken können. Viele Millionen Amerikaner, die in sogenannten Ernährungswüsten leben, also Gebieten, wo die Menschen nur wenig bis keinen Zugang zu gesundem Essen haben, können sich nicht einfach so einen Apfel vom Baum pflücken und frische, gesunde Lebensmittel sind schlicht und ergreifend für viele zu teuer.

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Das Angebot an frischen Zutaten in den Lebensmittelläden ist mau, stattdessen gibt es massig billiges und zuckerhaltiges Essen, sodass eine gesunde Lebensweise fast unmöglich wird. Jetzt allerdings gibt es in den USA ein Programm, FVRx, dass es Ärzten ermöglicht, Patienten aus ärmeren ViertelnObst und Gemüse zu „verschreiben". Die Patienten können sich dann—vollkommen kostenlos—in teilnehmenden Geschäften mit frischen Lebensmitteln eindecken.

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Die Supermarktkette Target fördert das Programm mit insgesamt 1,2 Millionen Dollar.Damit sollen Krankheiten wie Diabetes und Übergewicht verhindert werden.

„Der Privatsektor muss alles tun, um Amerikanern zu helfen, die mit Armut zu kämpfen haben", meint Michel Nischan, Gründer und CEO von Wholesome Wave, der Firma hinter dem FVRx-Programm. „Nichts liegt tiefer in der amerikanischen Seele verwurzelt, als denjenigen zu helfen, die in einer finanziellen Notlage stecken, indem man ihnen ermöglicht, frisches Obst und Gemüse kaufen zu können."

Und die Lage ist in der Tat ziemlich prekär: Von den Patienten eines Krankenhauses in L.A., das an dem Programm teilnimmt, das Eisner Pediatric and Family Medical Center, leben 98 Prozent unterhalb der Armutsgrenze. Davon sind gut 84 Prozent Latinos und 34 Prozent unter 12 Jahre alt.