Das internet ist verrückt

Hitler-Wein im Keller der Geissens? Nur das Internet ist noch geschmackloser

„Und nebenbei ein bisschen Nazipan.“
5.1.17
Foto via imago

Facebook mag frei von Recht sein, es ist sicher nicht frei von rechts. Das Portal hat ein Problem mit Hate-Speech, das weiß unterdessen schon der Justizminister. Aber von vorne. Die Bild hat gestern Abend einen Artikel veröffentlicht, im Plus-Bereich, für den alle zu geizig sind. Ein Informant hat der Zeitung Bilder zugespielt, auf denen Weinflaschen mit dem Gesicht von Hitler und Himmler zu sehen sind. Die Weine sollen im Keller der Villa der Geissens in Saint-Tropez stehen. Flaschen, wie sie in Italien und anderswo verkauft werden. Das kann man problematisch finden, Personen in der Öffentlichkeit, die damit das Dritte Reich verharmlosen. Finden die Kommentatoren unter dem Post der Zeitung aber nicht. Die finden, Deutschland habe andere Probleme, man solle sich erstmal um das Volk kümmern. Alles lange her, geht uns nicht mehr an. Kann doch jeder machen, wie er will. Den Führer im Keller, den Chef der SS daneben. Sollte man das nicht lustig finden, sei man ein Spießer mit Stock im Hintern. Und immer wieder: unwidersprochene Geschmacklosigkeiten, ein „Witz" über Juden, der vielleicht sogar strafrechtlich relevant sein könnte. Mit Likes.

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Und in diesem Klima des unwidersprochenen Geschwalls überkommt es die Leute, sie wortwitzeln sich in einen Rausch.

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Und das ist das Verständnis von Meinungsfreiheit:

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Es sind immer die anderen, die sich aufregen.

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Diskussionskultur 2017. Muss mal Schluss sein mit der Geschichte.