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Zukunft der Woche: Smartphone-Bauchspeicheldrüse & der härteste Diamant der Welt

Ikea rudert in der Klage gegen die Webseite Ikea-Hacker zurück, ein Vater entwickelt für seinen Sohn eine Erleichterung zum Leben mit Diabetes und der Ikea-Hacker darf weiterschrauben.
Bild Quan Huang et. al Yanshan University via Nature

Willkommen zu unserer neuen Rubrik „Zukunft der Woche." Hier berichten wir jeden Freitag Nachmittag über einige der überraschenden, überflüssigen und wahnwitzig originellen Entwicklungen, die uns in den vergangenen sieben Tagen begeistert haben, und die ihr dieses Wochenende auf jeden Fall in euren sommerlichen Smalltalk einbinden solltet. Bitteschön:

Künstliche Smartphone-Bauchspeicheldrüse

Als bei Ed Damianos Sohn im Jahr 2000, im Alter von nur 11 Monaten, Diabetes Mellitus diagnostiziert wurde, erfand der Vater kurzerhand ein System, um dem Kleinen das Leben mit dieser weit verbreiteten Krankheit zu erleichtern. Jetzt hat seine „bionische Bauchspeicheldrüse" einen klinischen Test bestanden und soll bald für den Massen-Diabetes-Markt bereit sein.

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Das System besteht aus einem Sensor, der den Blutzucker alle 5 Minuten misst, einer App fürs Smartphone, die die Messungen auswertet und einer Pumpe, die die von der App bestimmte Dosis Insulin oder Glucagon verabreicht. In der kürzlich im New England Journal of Medicine erschienene Studie berichteten Damiano und seine Mitarbeiter, dass bei klinischen Tests mit dem Ersatzorgan der Blutzuckerspiegel der beteiligten Patienten insgesamt stabiler war und gerade die besonders gefährliche Unterzucker-Situation weniger häufig auftraten.

Der härteste Diamant

Bild Quan Huang et. al Yanshan University via Nature

Forschern aus China und den USA ist es gelungen, einen künstlichen Diamanten herzustellen der härter und stabiler ist als seine natürlichen Verwandten. In einem Naturdiamanten sind alle Kohlenstoffatome dicht aneinander gepackt, so dass kein Platz mehr für weitere Atome vorhanden ist, sich in das Kristallgitter zu quetschen. Im Gegensatz dazu bestehen die künstlichen Diamanten aus einem feinen Gitter, das bei hohem Druck und hoher Temperatur aus Diamantstaub zusammengesetzt wird.

„Diamant ist das härteste Material zum Werkzeugschneiden, doch geringe Hitzestabilität schränkt seine Anwendung gerade bei hohen Temperaturen ein", schreiben die Forscher in einer kürzlich in Nature veröffentlichten Studie. Es sei ihnen gelungen, Diamantstaubpartikel von nur 5 Nanometer Durchmesser herzustellen. Kohlenstoffatome selbst haben einen Durchmesser von ~0,1 Nanometern. Aus diesen konnten sie dann das stabile Gitter erzeugen. Die neuen Diamanten sind deutlich härter und oxidieren bei einer um 200° C höheren Temperatur.

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Skateboards aus recycleten Fischnetzen

Bild via Bureo Skateboards. Mit freundlicher Genehmigung.

Ozeanplastik ist das Thema des Monats. Die Crowdfunding-Kampagne The Ocean Clean Up sammelt Geld, um endlich den ganzen Müll aus dem Wasser zu entfernen, Plastik Bank recycelt das Zeug für den Betrieb von 3D-Druckern und die nächste Aktion steht auch schon in den Startlöchern. Drei Surfer aus Los Angeles wollen die chilenischen Küstengewässer von Fischnetzen befreien und diese zu Skateboards umarbeiten.

Für die Herstellung der ethisch einwandfreien, umweltbewussten Skateboards gründeten sie das Unternehmen Bureo und das Recycling Programm „Net Positiva", das darauf achtet, alle Materialien aus lokalen Quellen zu beziehen.

Jedes Skateboard besteht aus fast drei Quadratmetern Fischnetzen und als allgemeines Erkennungszeichen hat das Board eine Fischform. Ein Exemplar kostet um die 107 Euro und nach einer erfolgreich absolvierten Kickstarter-Kampagne werden die ersten Skateboards nun im August ausgeliefert.

Ikea-Hacker darf weiterschrauben

Jeder normale Mensch ist wohl in seinem Leben zur Genüge mit Ikea-Möbeln konfrontiert. Aber der Zeitaufwand den die Bastel-Enthusiasten auf dem Blog Ikea-Hacker mit den allgegenwärtigen schwedischen Möbeln verbringen, war wohl selbst dem Mutterkonzern zu viel. Dabei müsste die Seite, die unter dem Pseudonym Jules Yap betrieben wird, und jede Woche tausende ausgeflippte fröhliche Kommentare und einige interessante Möbel-Modifkationen zum Selbstmachen produziert, doch eigentlich die beste Promotion für Ikea sein. Ikea hier wirst du geliebt.

Vor einigen Tagen hatte die Bloggerin in einem gefühlsreichen Post öffentlich gemacht, dass Ikea aufgrund von Markenrechten die Herausgabe der Domain und eine Unterlassung der Werbung auf der Seite fordert. Doch, weil es nunmal das Internet ist, gabe es einen Sturm der Entrüstung der Ikea zum Umdenken gebracht hat.

Inzwischen haben sich Vertreter des schwedischen Duz-Giganten mit der Bloggerin getroffen (natürlich zum Abendessen) und erlauben bis auf weiteres, dass alles so weiterlaufen darf wie bisher, und eine endgültige Lösung einvernehmlich auch später noch gefunden werden kann. Richtig so, erstmal aufschieben.