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Dieses Tool berechnet deine indirekten Sexpartner nach der Milgram-Theorie

Der Rechner berechnet gemäß des Kleine-Welt-Phänomens, mit wie vielen Menschen deine Partner Sex hatten—und deren Partner, und wiederum deren Partner...
21.9.15
Bild: Screenshot Sex Degrees of Separation

Mit wie vielen Leuten hattest du schon Sex? Wenn du nicht an Alzheimer leidest oder die meisten dieser Begegnungen am liebsten sowieso vergessen möchtest, dürfte dir die Beantwortung dieser Frage nach kurzer Überlegung nicht allzu schwer fallen.

Es gibt die perfekte Verhütung für den Mann bereits—wieso benutzen wir sie eigentlich nicht?

Um einiges komplizierter zu beziffern ist, mit wie vielen Menschen deine Partner Sex hatten—ein wichtiger Faktor, zumindest, wenn es um das Risiko geht, sich eine fiese Geschlechtskrankheit einzufangen.

Infektiös gesehen schlafen wir nicht nur mit unseren Partnern.

Ein kleines Online-Tool namens „Sex Degrees of Separation" soll helfen, genau darüber Auskunft zu geben. Er wurde von der britischen Apothekenkette Lloyds Pharmacy ins Netz gestellt und soll berechnen können, wie viele indirekte sexuelle Kontakte du bereits in deinem Leben hattest— denn infektiös gesehen schlafen wir nicht nur mit unseren Partnern, sondern auch mit deren Partnern und wiederum deren Partnern.

In das Tool muss nur das Geschlecht deiner Partner und deren Anzahl getrennt nach Altersgruppen eingegeben werden, und schon wird die Anzahl der indirekten Sexkontakte über sechs Ecken ermittelt. Schon ein Partner über 65 Jahre lässt die Summe um ganze 350,527 Kontakte in die Höhe schnellen. Bei zehn Partnern verschiedener Altersklassen erhöht sich diese Zahl bereits auf über vier Millionen indirekte Partner—irgendjemand mit Chlamydien wird da schon dabeigewesen sein, so die Message.

Mit dem Rechner möchte Lloyd's auf die Wichtigkeit des Safer Sex aufmerksam machen. Manche Krankheiten übertragen sich leider auch bereits durch Hautkontakt oder beim Oralsex. Selbst wer Kondome benutzt, ist daher immer noch dem Risiko von Genitalwarzen und Herpes ausgesetzt. Die Apothekenkette empfiehlt daher relativ lebensfern, sich vor jedem Partnerwechsel auf Geschlechtskrankheiten testen zu lassen. Leider ist das Tool nicht sonderlich trans- oder bi-freundlich, da Nutzer nur einmal anfangs angeben können, ob sie Sex mit Frauen oder Männern haben.

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Dem Rechner liegt die von Milgram begründete Theorie von Six Degrees of Separation zugrunde—die soziologische Annahme, dass sich alle Erdenbürger über sechs verschiedene Kontakte kennen und die in diesem Video sehr schön erklärt wird:

Eine verlässliche Statistik zu der eigentlich sehr einfachen Frage zu erhalten, mit wie vielen Partnern Deutsche im Durchschnitt Sex hatten, ist ebenfalls nicht so einfach zu bekommen—das liegt natürlich vor allem daran, dass das Alter bei der Befragung eine wichtige Rolle spielt.

Der Kondomhersteller Durex befragte im Jahr 2010 rund 16.000 15-20-Jährige in Europa und fand heraus, dass deutsche Jugendliche im Durchschnitt 4.7 Sexualpartner hatten (und damit in dieser Altersgruppe beinahe europäischer Spitzenreiter sind—die Türkei liegt allerdings mit 5.3 Partnern noch vor Deutschland).

Eine exakte wissenschaftliche Repräsentation kann der Rechner natürlich nicht ermöglichen—er ist eher eine Spielerei und die Gelegenheit für jeden von uns, mit einer richtig hohen Zahl anzugeben. Sexuelle Kontakte sind, statistisch gesprochen, in einer Population nicht normalverteilt. Wer sein tatsächliches Risiko für Geschlechtskrankheiten anhand des eigenen Lebensstils etwas genauer unter die Lupe nehmen will, kann sich hier nach Ausfüllung eines detaillierten Online-Fragebogens einer kostenlosen Beratung unterziehen. Das kostenlose Tool „Sex Degrees of Seperation" findet ihr hier.