Nach epileptischem Anfall: Fallschirmspringer rettet Schüler im freien Fall das Leben
​Christopher, noch bei vollem Bewusstsein. Bild: Screenshot Youtube

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Nach epileptischem Anfall: Fallschirmspringer rettet Schüler im freien Fall das Leben

Eine Kamera, ein Fallschirmsprung, eine Nahtoderfahrung: Dieses Video zeigt, dass du als Fallschirmsprunglehrer auf alles vorbereitet sein musst.
2.3.15

Nur die wenigsten von uns können wohl eine Nahtoderfahrung beim Fallschirmsprung in der Liste ihrer überstandenen Abenteuer verbuchen. Christopher Jones kann: Der Australier erlitt einen epileptischen Anfall während eines Fallschirmsprungs und hat die unglaublichen Aufnahmen seiner Rettung im freien Fall auf Youtube hochgeladen.

Obwohl sich der Unfall schon am 14. November letzten Jahres ereignete, stellte Christopher das Video erst am vergangenen Sonntag in Internet, was der Spektakularität aber keinerlei Abbruch tut.

Das Youtube-Video wurde innerhalb von 24 Stunden bereits mehr als eine Million mal angesehen und zeigt den 22-Jährigen, wie er bei einer versuchten Linksdrehung ohnmächtig wird und sich sein Körper in Spasmen verkrampft—in einer Höhe von ungefähr 3,7 Kilometern über dem Erdboden im westaustralischen Pinjarra. Der Film zeigt, wie er dann fast eine halbe Minute lang bewusstlos Richtung Erde rast.

Seinem Fallschirmspung-Lehrer Sheldon McFarlane, der mit einem Kamerahelm ausgerüstet war, gelang es, sich zu Christopher zu manövrieren, ihn festzuhalten und seinen Fallschirm zu öffnen. Hätte der Lehrer seinen Schüler nicht mehr rechtzeitig erreichen können, so hätte sich laut der Fallschirmsprungschule automatisch eine Reißleine geöffnet, die mit einer Zugautomatik am Fallschirm ausgestattet ist.

Robin O'Neill, der Leiter der westaustralischen Skydiving Academy, berichtete dem ​Sydney Morning Herald, dass Mr. Jones ein fortgeschrittener Schüler gewesen sei; auf halben Weg zu seiner Lizenzierung als qualifizierter Springer.

„Eigentlich trainieren wir traditionell keine Epileptiker im Fallschirmsprung", sagte er. „Christopher rutschte durch unser Screening, weil er einen Brief seiner behandelnden Spezialistin hatte, die seinen Zustand als ausdrücklich unter Kontrolle und ihn als für den Fallschirmsprung tauglich beurteilt hatte."

Einen knappen Kilometer vor dem Aufprall kam Christopher wieder zu Bewusstsein und landete kontrolliert. Nicht mal ein Krankenwagen musste gerufen werden, doch das Fallschirmspringer-Programm kann er nun leider vergessen—er wurde von dem Kurs ausgeschlossen. „Und das Traurige ist, dass er meines Wissens nach noch nicht einmal mehr Auto fahren kann", so O'Neill.​ Vielleicht macht das Menschen wie Christopher aber auch gar nicht so viel aus, wenn man gerade so haarscharf dem Tod von der Klinge gesprungen ist.