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Rassismus

Englischer Klub lehnte wegen rassistischer Fans den dunkelhäutigen Trainer Hasselbaink ab

Drittligist Port Vale FC wollte den Trainer-Kandidaten und ehemaligen Starspieler Jimmy Floyd Hasselbaink vor Anfeindungen aus der eigenen rassistischen Fanszene schützen. Das Statement des Vereins gleicht eher einer Kapitulation.

Foto: Imago

Der englische Drittligist Port Vale FC bestätigte, dass er den dunkelhäutigen Trainer-Kandidaten Jimmy Floyd Hasselbaink wegen seiner Hautfarbe abgelehnt habe. Der Verein aus Stoke-on-Trent wollte damit Anfeindungen aus der eigenen Fanszene vorbeugen. „Ich habe ihn nicht genommen, und zwar wegen der Probleme, die wir mit Rassisten haben. Können Sie sich vorstellen, wie der arme Kerl beschimpft worden wäre, wenn die Ergebnisse nicht gestimmt hätten?", sagte der Vereinsvorsitzende Norman Smurthwaite dem Stoke Sentinel. Ein Sprecher bestätigte den Vorgang aus dem Jahr 2014 der Nachrichtenagentur AFP.

Der ehemalige niederländische Nationalspieler Hasselbaink, der inzwischen den Zweitligisten Queens Park Rangers betreut, sei für den Verein der ideale Kandidat gewesen sein. Doch die Angst vor den eigenen rassistischen Fans war größer. „Er wäre der Richtige für den Klub gewesen, aber der Klub nicht richtig für ihn", erklärte Smurthwaite. Statt sich dem Problem zu stellen, versuchte der Verein eher die Probleme durch ihre Kapitulation vor den eigenen Rassisten-Fans zu kaschieren. Sie befürchteten negative Medienberichte und Strafen des englischen Fußballverbandes FA.

Port Vale fällt immer wieder durch ihre rassistischen Fans negativ auf. Schon im Jahr 2013 wurden sie von der FA wegen rassistischer Gesänge aus dem Fanblock während eines Auswärtsspiel bei Bradford City verwarnt. Ein dunkelhäutiger Port-Vale-Spieler wurde zudem von den eigenen Fans beschimpft. Eine Fansprecherin zeigte sich „schockiert", als sie die Vereinslinie um das Engagement von Hasselbaink erfuhr.

Hasselbaink wurde bei Atlético Madrid Torschützenkönig der spanischen La Liga und hatte seine erfolgreichste Zeit beim FC Chelsea, wo er zwischen 2000 und 2004 in 136 Spielen 69 Treffer erzielte. In der letzten Woche nahmen die Queens Park Rangers den 43-Jährigen als Cheftrainer unter Vertrag.