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Gesundheit

Mitternachtssnacks können dich dümmer machen

Mach den Kühlschrank zu: Eine neue Studie der UCLA hat herausgefunden, dass spät in der Nacht essen beträchtliche negative Auswirkungen auf die Lern- und Gedächtnisfähigkeit deines Gehirns haben kann.
Hilary Pollack
Los Angeles, United States
24.2.15
Photo via Flickr user Nic Taylor

Nach einem langen Tag ist es uns wahrscheinlich allen schon so ergangen: Wir schleichen in die Küche und streichen uns ein Nutellabrot oder machen uns um 1 Uhr früh noch Instant-Nudeln. Dann kuscheln wir uns mit vollem Bauch ins Bett und schlafen ein. Ziemlich harmlos, oder?

Klar, wir wissen schon, dass wir das eine oder andere Kilo loswerden könnten, wenn wir am Abend nichts mehr essen würden. Ein halbes Kilo Eis vor dem Einschlafen ist vermutlich nicht das Beste für deine Hüften (obwohl manche Studien der letzten Jahre sagen, es sei gar nicht so schlimm). Wenn du also nicht gerade abnehmen möchtest, hält dich eigentlich nichts von einem Mitternachtssnack ab.

Aber, Moment! Es gibt einen Grund, warum du am Tag nach einer späten Pizzasession Probleme hast, dich auf die Tabelle auf dem Bildschirm zu konzentrieren oder deine Schlüssel zwei Mal in sechs Stunden verlierst. Mitternachtssnacks können dich nämlich ein kleines bisschen dümmer machen, stellte eine neue Studie der University of California, Los Angeles (UCLA) fest.

Essen spät in der Nacht ist nicht nur für deinen Metabolismus verwirrend, es bringt auch deinen zirkadianen Rhythmus aus dem Gleichgewicht, die vielzitierte innere Uhr, die deine Laune, wie gut du schläfst, die Hormone, die dein Körper bildet, und alles andere, weswegen sich dein Körper scheiße oder großartig fühlt, beeinflusst. Die innere Uhr ist der Grund, warum du fünf Minuten nach dem Aufwachen nicht so munter bist wie drei Stunden später. Und, zufällig, ist sie auch für deine Fähigkeiten im Hinblick auf Lern- und Gedächtnisfunktionen verantwortlich.

Die Studie wurde von einer Forschergruppe des Instituts für Psychiatrie und Verhaltensforschung der UCLA an Mäusen durchgeführt, obwohl die Forscher darauf hinweisen, dass sich die Ergebnisse auch auf Menschen übertragen lassen. Das Team—unter der Leitung von Professor Christopher Colwell—teilte die Mäuse in zwei Gruppen ein. Während die Kontrollgruppe normal aß, wurde die Versuchsgruppe zu Zeiten gefüttert, zu denen sie normalerweise schlief. Beiden Gruppen wurde die gleiche Menge Futter verabreicht und beide schliefen gleich lang.

Nach einigen Wochen führten die Forscher Lernversuche an den Mäusen durch und testeten dabei ihre Fähigkeit, ein Geräusch mit einem elektrischen Schock zu assoziieren. Die Versuchsgruppe schnitt aufgrund ihrer „stark beeinträchtigten" Lernfähigkeiten, wie Colwell es beschrieb, deutlich schlechter ab. Die Mäuse der Versuchsgruppe wiesen Veränderungen an der Leber, an der Nebenniere und im Hippocampus, dem Teil des Gehirns, der das Lernen und das Gedächtnis kontrolliert, auf und sie hatten größere Schwierigkeiten, neue Objekte in ihren Käfigen zu identifizieren.

Bedeutet das, deine gelegentlichen, nächtlichen Raubzüge durch die Küchenschränke lassen dich die Namen der Charaktere deiner Lieblingsserie vergessen? Wahrscheinlich nicht. Aber über längere Zeit gesehen, kann die Störung deines zirkadianen Rhythmus dein alltägliches Verhalten und deine Psyche beeinflussen, dein Immunsystem schwächen und das Risiko, Diabetes Typ 2 zu entwickeln, erhöhen.

Genauso, wie du kurz vor dem Schlafen gehen keinen Cheeseburger verdrücken solltest, ist auch Sport spät am Abend nicht förderlich. Ein intensives Workout kurz bevor du dich in dein Nachthemd wirfst, kann für deine innere Uhr ebenfalls verwirrend sein.

Leider sind Schichtarbeiter von diesem Problem am meisten betroffen. Wer an manchen Tagen der Woche beispielsweise in einem Restaurant zu „normalen" Tageszeiten kellnert, an anderen Tagen jedoch bis spät in die Nacht Cocktails hinter der Bar mixt, bringt seinen Körper und seine Seele ganz schön aus dem Gleichgewicht.

Es ist alles nicht so einfach!