One of Pakistan’s famous decorative buses gets hit by one of Karachi’s infamous outbursts of violence. Photo by Zia Mazhar/Associated Press.

von Suroosh Alvi Einer von Pakistans berühmten verzierten Bussen wird Opfer der berüchtigten Gewaltausbrüche Karatschis. Foto von Zia Mazhar/Associated Press. Das Interview mit einem „Target Killer“ in Karatschi war wohl das Unheimlichste, was ich in meinen 17 Jahren bei VICE gemacht habe. Seine Waffe ruhte hinten im Wagen zwischen meinen Füßen, während wir durch seine Nachbarschaft kurvten. Noch drei Stunden nach unserem kleinen Plausch über das Umbringen von Leuten als Lebensunterhalt war mir kotzübel. Waffen und Gewalt sind mir nicht fremd, aber neben jemandem zu sitzen, der 35 Menschen umgebracht hat (für ein Honorar zwischen 550 und 1.100 Dollar pro Kopf), erzeugte kein besonders gutes Gefühl in mir. Wer also beauftragt diese Leute? Dem von mir befragten Auftragskiller zufolge werden ca. 80 Prozent aller Attentate im politischen Umfeld in Auftrag gegeben und die restlichen 20 Prozent gehen aufs Konto des organisierten Verbrechens. Vor 20xJahren, so sagt er, gingen gerade mal sechs Männer seinem Beruf nach. Heute bieten in Karatschi mehr als 600 „Target Killer“ ihre Dienste an. Ich war schon oft in Pakistan und kenne mich fast überall im Land aus, aber Karatschi ist anders. Die wuchernde ultrabrutale 18-Millionen-Metropole ist eine der am schnellsten wachsenden Städte der Welt und im Westen wohl hauptsächlich als der Ort bekannt, an dem der Wall-Street-Reporter Daniel Pearl entführt und enthauptet wurde.
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von Aziza Ahmad

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von Babar N. Sheikh Das Cover von Jahilia, Dusks Album aus dem Jahr 2003.Kurz nach 22 Uhr treffen sich in Karatschi die wenigen Metalheads dieser riesigen Metropole nach der Arbeit beim Chinesen, wo sie über das neue Fenriz-Interview diskutieren und darüber, dass DRI eine Asientour planen. Die Unterhaltungen sind gespickt mit haufenweise Metal-Anekdoten und dem üblichen Gemecker über irgendeinen Typen, der einen anderen beim Plattentausch über den Tisch gezogen hat. Die Typen beten vielleicht nicht Allah an, dafür aber die zweite Tormentor-Demo und sämtliche Alben von Sarcófago. In Pakistan war Metal eine Totgeburt. In den Mitt- bis Spätneunzigern gab es eine kurze embryonale Phase, in der Bands wie Dusk—deren Mitglied ich bin—Pakistan auf der Landkarte des internationalen Metals sichtbar machten, und es gibt immer noch eine kleine Szene loyaler Metalfans. Das waren die Zeiten, als man Interviews nur in Zines lesen konnte, als du jemanden dafür umgebracht hättest, deine Platten im Bus nach Hause zu knicken, und als Jo Bench von Bolt Thrower die Königin war. Aber auch, wenn wir jetzt das Jahr 2012 haben, leben in Karatschi einige von uns noch immer in dieser Zeit.ABENDESSEN UND FILM KUCKEN MIT EIN PAAR MOBSTERN AUS KARATSCHI
von Basim Usmani

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von Osama Motiwala

