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Das Ende der Straße ist in Oakland

Der schönste Teil der Eisenbahnstrecke, die quer durch die Vereinigten Staaten verläuft, liegt zweifellos zwischen Los Angeles und San Francisco. Es handelt sich dabei nicht um eine Hochgeschwindigkeitsbahnlinie. Tatsächlich dauert die Tour zweimal...
08 Oktober 2013, 7:44pm

Der schönste Teil der Eisenbahnstrecke, die quer durch die Vereinigten Staaten verläuft, liegt zweifellos zwischen Los Angeles und San Francisco. Es handelt sich dabei nicht um eine Hochgeschwindigkeitsbahnlinie. Tatsächlich dauert die Tour zweimal länger als mit dem Auto, aber wenn man bedenkt, dass sie Richtung Norden nach Santa Barbara und zum Pazifischen Ozean und landeinwärts Richtung Paso Robles Weinanbaugebiet, durch Salinas, San Jose und weiter nach Oakland verläuft, bekommt man für sein Geld wirklich was zu sehen.

Heute morgen besetzen The Congos den Aufnahme-Wagen, aber der schönste Moment, zu dem es beim A Capella-Einsingen im Frank-Sinatra-Wagen kam, wurde niemals auf Tonband eingefangen. Dan Deacon wird später auch dort sein, aber die meiste Zeit versammeln sich die Leute in den offenen Durchgängen zwischen den Wagen. Es ist das letzte Mal, dass irgendeiner von uns etwas derartiges erleben wird.

Das Event in Oakland findet, genau wie das Event in Barstow, in einer Gegend statt, in der man bei Dunkelheit nicht mehr draußen sein sollte. Der Bahnhof in Oakland ist ein weiterer verlassener Teil der USA, durch den unser Zug gerollt ist. Die Tausende Leute, die in Oakland leben, wurden somit auch verlassen.

Als das große Event beginnt, war der Zug bereits abgebaut worden und befindet sich in Einzelteilen bereits auf dem Weg zu den jeweiligen Besitzern irgendwo im Land.  Jeder Wagen war nämlich individuell kuratiert worden.

No Age, The Savages, The Congos, Lia Lices, Twin Shadow und Dan Deacon performen, während riesige Projektoren im alten Bahnhof dieselben Videokunstwerke und Künstlerinterviews projizieren, die uns seit New York begleiten. Ein paar aus der Crew haben acht Mal gesehen, wie Thomas Demand einen Zug durch eine Papierabsperrung fährt, und manche aus der Crew waren so beschäftigt, dass sie es bis jetzt noch nie gesehen haben.

Oakland ist einen Katzensprung von San Francisco entfernt, der geistigen Heimat der Marke Levis®. Dort steht ein Haus der Familie Strauss auf dem Hügel, mit Blick auf die Bucht und die Levis®-Büros bieten eine Sicht aufs Wasser. Im Publikum sind viele Angestellte. Die Unglücklichen, die im Büro bleiben mussten spielen mit ihren Kumpels, die im Zug dabei waren, ein Spiel namens „Wer sieht am fertigsten aus?". Kein leichtes Spiel. Es war der längste, trockenste Monat für jeden, der im Spätsommer in New York diesen Zug betreten hat.

Dan Deacon beendet die Show mit einem Tanzwettbewerb und einer Warnung an jeden, der Städte wie Detroit, Baltimore und auch Oakland im Morast versinken lässt. Wusstet ihr, dass Oakland die höchste Mordrate der USA hat? Ich nicht. Es ist wichtig, dass ein Event wie Station to Station hier stattfindet. Es ist wichtig, dass jemand hierher kommt.

Olaf Breuning schlägt wieder zu, als die Menge das Gebäude verlässt, und der Bahnhof ist voller Rauch und Staub. Wir gehen in eine Kellerbar mit einem riesigen Innenhof, wo es nur Bier gibt und eine klitzekleine Toilette mit einem kuriosen Riegel. Und dort bleiben wir, bis die Kloschlange zur Tür hinaur reicht und wir nach Hause gehen, um den Geruch der Pyrotechnik aus unseren Haaren zu waschen und den Wüstenstaub schließlich aus unseren Ohren zu entfernen.

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