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Wir haben Leute gefragt, was sie hamstern würden

Das neue Zivilschutzkonzept klingt nach Weltuntergang: "Die Regierung rät zu Hamsterkäufen". Wir haben Menschen in Berlin gefragt, was sie davon halten—und was sie horten würden.

von Berivan Kilic
23 August 2016, 10:26am
Das neue Zivilschutzkonzept klingt nach Weltuntergangsstimmung. "Die Regierung rät zu Hamsterkäufen", schallt es durch die Medienlandschaft. Der Zeitpunkt für solche Zeilen ist denkbar schlecht. "Jetzt ist die Terrorlage schon so akut, dass wir hamstern sollen", könnten Menschen in den Eckkneipen poltern. Am Mittwoch soll der Plan der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Die FAS zitierte vorab aus dem neuen Konzept für die zivile Verteidigung: 

"Die Bevölkerung wird angehalten, einen individuellen Vorrat an Lebensmitteln von zehn Tagen vorzuhalten".

Sieht es so auch bald in deutschen Supermärkten aus? | Foto: imago | AFLO

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz empfiehlt für den Katastrophenfall eine Checkliste für 14 Tage: 28 Liter Wasser; 4,9 kg Getreide, Getreideprodukte, Brot, Kartoffeln, Nudeln und Reis und 3,6 kg Obst und Nüsse, mit dem Hinweis: "Bevorraten Sie Obst in Dosen oder Gläsern und verwenden Sie als Frischobst nur lagerfähiges Obst."

Wir haben Menschen in Berlin gefragt, was sie davon halten und was sie selbst hamstern würden.

Daniel, 23

VICE: Hast du schon von dem Konzept ziviler Selbstverteidigung gehört?
Daniel: Nein, was soll das sein?

Die Regierung fordert die Bevölkerung auf, Lebensmittelvorräte zu hamstern. Ach so. In Schweden wird darüber auch schon diskutiert.

Was würdest du denn im Falle einer Notsituation vorsorglich horten?
Waffen.

Ernsthaft?
Nein. Das ist mir jetzt nur spontan eingefallen. Ich habe mir bisher keine Gedanken darüber gemacht. Ich finde es lächerlich, sich Notfallvorräte anzulegen. Uns steht doch keine Apokalypse bevor.

Nehmen wir mal an, dass uns eine Apokalypse bevorsteht. Gibt es etwas, das du in deiner Notfallversorgung dann noch dringender als Waffen bräuchtest?Klopapier.

PIA, 33

VICE: Was hältst du von dem Konzept der Bundesregierung?
Pia: Ich finde es total schwachsinnig. Das ist die reinste Panikmache.

Wieso?
Viele Menschen sind beunruhigt, wenn sie zum Horten von Lebensmitteln aufgefordert werden. Das finde ich fahrlässig. Es hätte noch konkreter betont werden müssen, dass es sich hierbei nur um die Neuschreibung eines alten Gesetzes handelt.

Du wirst in Zukunft also keinen Hamstereinkauf machen?
Auf keinen Fall. Ich könnte mich sowieso nicht von Essen aus der Dose ernähren.

Mattia, 21

VICE: Du wirst aufgefordert, einen Lebensmittelvorrat für schlechte Zeiten anzulegen. Was kaufst du ein?
Mattia: Fleisch. Ganz klar. In großen Mengen.

Deine Antwort kam aber schnell. Hast du dir bereits Gedanken zu dem Thema gemacht?
Nein, eigentlich nicht. Aber ich habe Hunger. Vielleicht liegt es daran.

Würde dein Vorrat an Lebensmitteln nur aus Fleisch bestehen?
Ich hole mir jetzt beim Essen die nötige Inspiration für meinen Hamsterkauf. Gerade habe ich nämlich keinen klaren Kopf, um darüber nachzudenken.

Frida, 23

VICE: Was würdest du im Notfall für eine Woche hamstern?
Frida: Ganz viel Schokolade.

Wieviel ist ganz viel Schokolade für dich?

Zwei Kilo Schokolade sollten es für eine Woche schon sein.

Ist das alles? Dein Wochenvorrat wäre mit zwei Kilo Schokolade aber nicht sehr ausgewogen.
Das kann sein, aber mehr brauche ich im Notfall trotzdem nicht.

René, 30

VICE: Wie sähe dein persönlicher Hamstereinkauf für eine Woche aus?
René: Ich würde Bier, Wein, vegetarische Würstchen und Brötchen kaufen.


Das klingt vernünftig. Neigst du zu Hamstereinkäufen?
Nein, gar nicht. Wenn ich etwas brauche, dann kaufe ich es direkt. Ich mache mir auch nie einen Einkaufszettel.

Die Bundesregierung rät uns aber dazu, auf Vorrat einzukaufen.
Den Rat kann ich nicht ernst nehmen. Ich gehe weiterhin spontan einkaufen. Es muss schon eine große Katastrophe auf uns zukommen, damit ich einen Hamstereinkauf mache.