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Der wahre Sohn Gottes

Jedes Jahr gibt es einen Tag, den wir nur „den 14. Januar“ nennen, aber für einen Typen mit gütigem, runden Gesicht, der glaubt er wäre Jesus, und 4.000 andere Gottesanbeter ist er etwas ganz besonderes.
17.1.11

Es ist zwar den Mainstreammedien ziemlich lange Zeit entgangen (dieses Video ist immerhin von 2007) aber letzten Freitag war Neujahr. Jedes Jahr gibt es einen Tag den wir nur „den 14. Januar“ nennen, aber für einen Typen mit gütigem, runden Gesicht, der glaubt er wäre Jesus und 4.000 anderen Gottesanbetern ist er etwas ganz besonderes. Und weil es so ein besonderes Datum ist, wird drei Tage gefeiert. Die Party steigt am Fuß der sibirischen Berge und Partyspiel Nummer eins: ist durch die Berge latschen. Der Typ mit dem Bubigesicht nennt sich selbst „Vissarion“ und die anderen 4.000 Spinner glauben, dass er der Sohn Gottes ist.

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Vissarion – oder „der Lehrer“, oder (mein Favorit) „der Jesus von Sibirien“ weiß natürlich, dass er nicht der Sohn Gottes sein kann. Sein eigentlicher Name lautet Sergei Torop und bis zum Jahr 1989 war er Verkehrspolizist, dann haben sie ihn gefeuert. Nach ein paar Jahren, die er auf der Couch verbrachte und darüber nachdachte, was er nun mit seinem Leben anfangen könnte, kam ihm die großartige Idee, Neojesus zu werden.

Das klingt nach einem ziemlich verzweifelten Versuch, mit der eigenen Arbeitslosigkeit umzugehen, aber es zahlt sich aus. Hier etwas Wissenswertes am Rande: Man gibt Vissarion alles Geld, das man besitzt, damit man in seinem Kult abhängen darf, der wiederum unter dem Schutz der russischen Mafia steht. Torop rekrutiert seine „Vissarions“ aus 30 sibirischen Dörfern, während ca. 10.000 Menschen auf der ganzen Welt glauben, dass er der eine, wahre Sohn Gottes ist. Das ein normaler Mensch keine 2000 Jahre alt werden kann, interessiert wohl keinen.

Wir haben leider keine Fotos der tagelangen Wanderung durch die Berge, gefunden. Seine „Kirche des alten Testaments“ benutzt das Geld nicht zum hemmungslosen Essen und Saufen, aber leider auch nicht für einen Fotografen. Am Sonntag erreichte das drei Tage im Kreis Herumlaufen seinen Höhepunkt. Der Vissarion und seine Anhänger fangen an wie blöde zu tanzen.

Ich hätte irgendwie auch gerne mitgemacht, aber eigemtlich habe ich auf dem Sofa gesessen um mich davon zu erholen, dass ich die letzten drei Tage auf schlechten Drogen durch London gelaufen bin. Ich glaube es ist alles eine Frage des relativen Glaubens. Frohes Neues Jahr und alles Gute. Amen!