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Jim Carrey hetzt schon seit 2009 gegen Impfungen

In Der Dummschwätzer ist der Schauspieler als Typ zu sehen, der nicht lügen kann. Nun ist er der festen Überzeugung, uns die Wahrheit über Impfungen zu erzählen.
2.7.15

Foto: Insomnia Cured Here | Flickr | CC BY-SA 2.0

Vor ein paar Tagen postete Jim Carrey bei Twitter folgende Aussage: „Greed trumps reason again as Gov Brown moves closer to signing vaccine law in Cali. Sorry kids. It's just business." [Gier ist mal wieder stärker als Vernunft, denn Gouverneur Brown steht kurz vor der Unterzeichnung des Impfgesetzes. Sorry Kids, Geschäft ist eben Geschäft.] Der Tweet endet dann mit einem ziemlich ausgefallenen Smiley.

Das Impfgesetz, auf das sich Carrey bezieht, wurde am 30. Juni vom kalifornischen Gouverneur Jerry Brown verabschiedet und verpflichtet ab Juli 2016 alle Eltern dazu, ihre Kinder vor dem Schuleintritt gegen Keuchhusten, Masern und andere Krankheiten impfen zu lassen—ganz egal, wie sie dem Thema Impfung gegenüberstehen.

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Seit mehreren Jahren sind kalifornische Eltern sehr vorsichtig, was das Impfen ihrer Kinder angeht. Als Grund dafür geben sie fadenscheinige wissenschaftliche Daten an, die Impfungen mit Autismus in Verbindung bringen. Da deshalb weniger Kinder geimpft wurden, ist die Zahl der Keuchhusten- und Masern-Erkrankungen in dem US-Bundesstaat drastisch gestiegen.

Jim Carrey sind diese Statistiken anscheinend scheißegal—genauso wie die Tatsache, dass Thiomersal (das Natriumsalz einer organischen Quecksilberverbindung, das Impfgegner als den eindeutigen Beweis für den nicht-existenten Zusammenhang zwischen Impfung und Autismus anführen) in den Kinder-Impfstoffen schon seit Jahren entweder nur noch in geringsten Mengen oder gar nicht mehr vorhanden ist. Carrey spielte in Der Dummschwätzer einen Typen, der nicht lügen kann, und jetzt ist er der festen Überzeugung, uns die Wahrheit über Impfungen zu erzählen.

TOXIN FREE VACCINES, A REASONABLE REQUEST! http://t.co/GTr9lReaXO pic.twitter.com/pE5UMhJCfQ
— Jim Carrey (@JimCarrey) 1. Juli 2015

Außerdem war Carrey in Bruce Allmächtig zu sehen, wo er Gott spielen durfte. Jetzt will er wissen, warum wir mit unseren Kindern Gott spielen.

California Gov says yes to poisoning more children with mercury and aluminum in manditory vaccines. This corporate fascist must be stopped.
— Jim Carrey (@JimCarrey) 1. Juli 2015

Erinnert ihr euch noch an Die Maske? Darin setzt Carrey eine grüne Maske auf und verwandelt sich in eine Art Superheld. Seit 2009 stellt er uns schon die Frage, warum wir eine Maske aus Lügen tragen, wenn es um das Thema Impfung geht.

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Julie Gerberding, former head of the CDC while autism numbers EXPLODED, has been hired 2 head Merck's 5billion$ VACCINE business. WTF %^(
— Jim Carrey (@JimCarrey) 21. Dezember 2009

In Dumm und Dümmer spielt Carrey einen Typen namens Lloyd Christmas, der mit seinem besten Kumpel in einem Hundeauto durch die halbe USA fährt und dabei dumme Sachen macht. Jetzt glaubt Carrey, dass wir dumm sind, wenn wir unsere Kinder impfen lassen, und sogar noch dümmer daherkommen, wenn wir uns von der Regierung vorschreiben lassen, was wir tun sollen! In einem Blog-Post für die Huffington Post schrieb der Schauspieler im Jahr 2011:

In diesen immer drastischer werdenden Krisenzeiten können wir es uns nicht leisten, die Agenden der CDCs, der American Academy of Pediatrics (AAP) oder der Impfstoffhersteller einfach nur nachzuplappern. Jetzt müssen wir mehr denn je dem Drang widerstehen, dieses Kapitel abzuschließen, bevor es überhaupt geschrieben wurde. Die Erfahrungen von Millionen Eltern, die ihre Kinder nach einem Besuch beim Arzt erkranken und in mentale Isolation abrutschen sehen, müssen ernst genommen und als Beweise angesehen werden. Die berechtigten Bedenken, die sie und viele Wissenschaftler im Bezug auf den Zusammenhang zwischen natürlichen Giftstoffen (die auch in Impfstoffen zu finden sind) und Krankheiten wie Autismus, Asperger-Syndrom, ADS oder ADHS äußern, können nicht einfach durch Mitleidsbekundungen und die freundliche Aufforderung weggewischt werden, die „echte" Ursache von Autismus überall außer im Umfeld des lukrativen Impfprogramms zu suchen.

Anschließend fährt er fort:

Außerdem habe ich gehört, dass der Zusammenhang zwischen Impfungen und Autismus nie bewiesen werden konnte. Diese Aussage stimmt vielleicht für die CDC, die AAP und die Impfstoffhersteller, die die Augen vor den Bergen an wissenschaftlichen Informationen und Berichten verschließen. Die Existenz des Lincoln Memorials kann auch nicht bewiesen werden, wenn man den Blick davon abwendet und sich nicht umdrehen will.

Aber ganz egal, was Carrey und die vielen anderen berühmten Impfgegner auch verlangen, in Kalifornien müssen ab 2016 alle Schüler von ihrem Arzt geimpft worden sein.

Motherboard: Forscher entdecken Angriffsziel für eine Impfung gegen Hirntumore

Natürlich gibt es auch noch die Möglichkeit, dass das alles nur ein ausgeklügelter, Jahre andauernder Scherz ist, den sich Carrey mit der Öffentlichkeit erlaubt. Immerhin hat er in Der Mondmann den Komiker Andy Kaufman dargestellt und weiß somit schon ein paar Sachen über Humor als Performance-Kunst.

Aber der wohl überzeugendste Beweis dafür, dass Jim Carrey es mit seinen Hasstiraden gegen Impfungen wirklich ernst meint, ist wohl folgender: Wäre Carrey kein Impfgegner, dann hätte er sich gegen die Krankheit impfen lassen können, wegen der er seit ungefähr 1995 nicht mehr lustig ist.