Der schwarze Undercover-Polizist, der sich in den Ku-Klux-Klan eingeschlichen hat

Ron Stallworth schleuste sich in eine Ortsgruppe des KKK ein und schaffte es sogar, ein Foto von sich und ihrem Anführer zu machen.

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03 Juni 2014, 5:48am

Ku-Klux-Klanmitglieder.

Der Ku-Klux-Klan ist heute nicht mehr als ein Witz, über den niemand lachen kann, eine Versammlung ignoranter Rassisten, die Verkleiden spielen und ein paar schlecht vorbereitete und kaum besuchte Kundgebungen abhalten, um gegen die Umbenennung von Parks zu protestieren. Noch vor einem halben Jahrhundert erstreckte sich die Macht des Klans allerdings über ganz Amerika, wo die Mitglieder des kapuzentragenden Hassvereins Feuerbomben zündeten und Bürgerrechtler im Süden ermordeten. In den 1970ern wurde der Klan durch interne Konflikte, aber auch durch verdeckte Ermittlungen des FBI geschwächt, was KKK-Mitglieder 1979 jedoch nicht davon abhielt, fünf Demonstranten in North Carolina zu töten.

In dieser Zeit schleuste sich Ron Stallworth, der erste schwarze Polizist in Colorado Springs, in eine Ortsgruppe des Ku-Klux-Klan ein. Erste Schlagzeilen machte er 2006, als er seine Geschichte öffentlich machte und erklärte, wie er es geschafft hatte, Führer eines lokalen Ortsverbands zu werden, indem er am Telefon rassistische Ansichten vorgetäuscht und einen weißen Kollegen zu den Treffen geschickt hatte. Vor Kurzem hat er sein Buch Black Klansman veröffentlicht, in dem er seine Erfahrungen aus dieser Zeit beschreibt. Ich dachte, dies wäre ein guter Anlass, um mit ihm über seine Geschichte zu sprechen.

VICE: Wie bist du bei der Polizei gelandet? Und wie schnell hast du gemerkt, dass verdeckte Ermittlungen dein Ding sind?
Ron Stallworth: Meine Familie ist im Sommer 1972 aus El Paso, Texas, nach Colorado Springs gezogen. Ich hatte einen Onkel, der Sergeant der in Fort Carson stationierten Armee war, die Schwester meiner Mutter war mit ihm verheiratet. Ich hatte mit der Idee gespielt, bei der Polizei in El Paso zu arbeiten, dort war das Eintrittsalter für die Polizeiakademie von 21 auf 20 gesenkt worden, solange man zum Zeitpunkt des Abschlusses 21 Jahre alt war. Ich war fast 20 und fing an, eine Karriere im Gesetzesvollzug ernsthaft in Betracht zu ziehen.

Als ich Kadett wurde, beschloss ich sofort, dass ich ein verdeckter Ermittler werden wollte, weil ich keine Uniformen mag. Alle ziehen die gleiche Uniform an, und du marschierst im Gleichschritt mit den anderen. Das ist nicht so mein Ding. Als ich zum ersten Mal die Drogenermittler herumlaufen sah—Typen mit langen Bärten und langen Haaren, die wie Hippies aus San Francisco aussahen—, gefiel es mir, dass diese Typen Polizisten waren, die Waffen und Dienstausweise mit sich herumtrugen. Ich fand es toll, so auszusehen und gleichzeitig Polizeibeamter zu sein. Also habe ich mir das Ziel gesetzt, Drogenermittler zu werden. Jedes Mal, wenn ich einen [bestimmten] Sergeant sah, befragte ich ihn zu seiner Arbeit und wie man ein verdeckter Ermittler wird. So setzte ich mich dafür ein, Drogenermittler zu werden. Jedes Mal, wenn ich ihn sah, sagte ich: „Hey Art, mach mich zum Drogenermittler.“ Das wurde meine Standardroutine. Es wurde zu einer Art Running-Gag zwischen uns. Ich sah ihn immer auf dem Revier, er lachte und sagte: „Komm vorbei, wenn du 21 wirst und zwei Jahre lang eine Uniform getragen hast.“

Wie würdest du die Rassenbeziehungen in dieser Zeit in Colorado Springs beschreiben?
Das Kadettenprogramm war darauf ausgerichtet, in der Polizeibehörde die Anstellung von Minderheiten, besonders von Schwarzen, zu fördern. In diesem Sinne war das Programm gescheitert—es wurden nur zwei Schwarze angestellt, ich selbst und eine Frau, die ein Jahr nach mir anfing.

Mir wurde gesagt, dass ich bei der Basis der Abteilung nicht willkommen war, weil sie so lange weiß geprägt war. Bei mehreren Gelegenheiten wurde mir vom Gremium gesagt: „Im Grunde wirst du in der gleichen Lage sein wie Jackie Robinson. Du wirst das einzige schwarze Gesicht in der Abteilung sein. Du wirst bei jeder Gelegenheit herausgefordert werden und in einer feindlich gesinnten Umgebung arbeiten. Die Herausforderung für dich besteht darin, mit dieser feindlich gesinnten Umgebung zu leben, ohne dich zu wehren.“ Sie erwähnten Jackie Robinson zwei oder drei Mal und gaben mir einige Szenarien. „Wie würdest du dich fühlen, wenn ein Offizier zu dir kommt und dich als Nigger bezeichnet? Oder ein Bürger? Sie warfen mir zwei oder drei „Nigger“-Szenarien vor und verwendeten dabei das Wort „Nigger“. Das war 1972. In einer solchen Umgebung habe ich gelebt, um einen Weg für zukünftige Generationen zu bahnen. Hat es irgendwas geändert? Immerhin kann ich dir jetzt erzählen, dass der Leiter in dieser Abteilung schwarz ist, er ist ein Freund von mir. Außerdem gibt es unter 43 schwarzen Polizisten eine Frau, die Leutnant ist.

Du hast deine Chance als verdeckter Ermittler bekommen, weil Stokely Carmichael, der Anführer der Black Panther, in die Stadt kam. Kannst du mir davon erzählen?
Man war besorgt wegen seiner hitzigen und bombastischen Rhetorik und weil er mit seinen Worten die Massen aufwiegeln konnte. Deshalb sollte ich undercover in den schwarzen Nachtclub gehen, wo die Veranstaltung stattfand. Sie wussten, dass ich als verdeckter Ermittler arbeiten wollte. Das war die Gelegenheit. Mir wurde dieser spezielle Auftrag gegeben, den ich bereitwillig annahm.

Ich ging also undercover in den Nachtclub und hatte große Angst, aufgrund meiner Zeit als uniformierter Polizist erkannt zu werden. Ich hatte natürlich Schmetterlinge im Bauch. Das macht jeder durch, wenn man einen neuen Fall bekommt, besonders, wenn man versucht, seine Identität verborgen zu halten. Mir fiel alles sehr leicht. Ich merkte, dass ich mehrmals auf Stokleys Rhetorik hereinfiel. Was er als schwarzer Mann sagte, erschien mir sehr sinnvoll. Ich merkte, dass ich mich von dem Hype seiner Äußerungen nicht lösen konnte. Als das Publikum „Right on brother! Black power!“ rief, merkte ich, dass ich mitmachte. Ich sprang ebenfalls hoch und schrie „Black Power!“ Doch dann dachte ich: „Du sollst diesen Trottel beobachten! Du arbeitest undercover.“

Aber du bist rein- und rausgekommen, ohne entdeckt zu werden?
Als Stokely seine Rede beendet hatte, bekam er einen tosenden Applaus, und es gab eine Schlange von Leuten, die ihn begrüßen wollten. Es war nicht einmal sieben Jahre her, dass ich ihn in der High School im Fernsehen gesehen habe. Er war ein Stück lebendiger Geschichte der Schwarzen für mich, amerikanische Geschichte, und ich wollte ihn kennenlernen. Deshalb habe ich mich ans Ende der Schlange gestellt und seine Hand geschüttelt.

Ich habe ihn gefragt: „Bruder Stokely, glaubst du wirklich, dass es einen Krieg zwischen Schwarzen und Weißen geben wird, und sie Menschen umbringen werden?“ Er lehnte sich nach vorn und sagte: „Bruder, der Krieg kommt, und wir werden Weiße töten müssen.“ Dann sagte er: „Danke, Bruder.“ Ich ging raus. Das war mein kurzer Moment mit einem lebenden Stück Geschichte der Schwarzen.

Wie kam es, dass du schließlich den Ku-Klux-Klan in Colorado überwacht hast?
Ich war der Geheimdienstsektion meiner Abteilung zugewiesen und beim Geheimdienst hast du es mit verschiedenen Problemen zu tun: kriminelle Spionage, organisiertes Verbrechen, VIP-Schutz. Wir haben routinemäßig die Zeitung gelesen, um sehen, ob wir irgendetwas beobachten müssen. Ich habe eine Kleinanzeige des Ku-Klux-Klans gesehen, bei der eine Postfachadresse angegeben war. Ich schrieb also einen kleinen Brief, in dem ich mich als weißer Rassist ausgab. Ich sagte, dass ich alle Nigger, Juden, Spanier, Schlitzaugen und Itaker hasse und verwendete all ihre abwertenden Bezeichnungen. Ich schrieb, dass ich etwas unternehmen und unser Land von diesen Leuten zurückerobern wolle. Dabei machte ich allerdings einen groben Fehler: Ich unterschrieb den Brief mit meinem richtigen Namen. Ganz ehrlich: Ich hatte einen kurzen Aussetzer. Statt mit meinem Undercover-Namen habe ich mit meinem richtigen Namen unterschrieben, aber die Undercover-Telefonnummer und das Postfach angegeben, das wir benutzt haben. Ich dachte, dass das Postfach aus der Kleinanzeige nicht rechtmäßig war und schrieb nur für den Fall. Ich habe ein Flugzettel oder ein Pamphlet erwartet, mehr nicht.

Was ist als nächstes passiert? Wie kam es, dass sie dich in ihre Reihen aufgenommen haben?
Etwa eine Woche später bekam ich auf dem Undercover-Telefon in meinem Büro einen Anruf. Ich nahm ab, und der Typ am anderen Ende der Leitung sagte: „Spreche ich mit Ron Stallworth?“ Ich saß da und dachte: „Wer zur Hölle ruft mich auf diesem Anschluss an?“ Dann erklärte er mir, dass er der lokale Organisator des Ku-Klux-Klans sei. So bezeichnete er sich jedenfalls selbst. Er sagte, dass er meinen Brief bekommen hätte. Und da merkte ich: „Oh, jetzt muss ich mir sehr schnell einen Plan ausdenken.“

Er wollte wissen, warum ich dem Ku-Klux-Klan beitreten wollte. Ich erzählte ihm noch einmal, dass ich Nigger, Juden, Spanier, Schlitzaugen, Itaker und Mexikaner hasse, dass sie die Führung im Land übernehmen und dass ich das Land zurückerobern wolle. Das ist die Ausdrucksweise, die ich damals verwendet habe. Dann habe ich noch ein bisschen zugelegt und behauptet, dass meine Schwester mit einem Nigger ausgeht und ich jedes Mal in Rage gerate, wenn er seine dreckigen schwarzen Hände auf ihren weißen Körper legt. Und dass ich etwas tun will, damit das in Zukunft nicht mehr geschieht. Er antwortete: „Du bist genau die Art von Typ, die wir suchen!“ und „Wie können wir uns treffen?“

So begannen die Ermittlungen. Wegen meiner Hautfarbe konnte ich ihn natürlich nicht treffen. Ich verschob unser Treffen um eine Woche, damit ich genug Zeit hatte, mir einen Plan zu überlegen. Wir unterhielten uns weiter. Ich versuchte, von ihm die Größe der Gruppe zu erfahren, aber er sagte nur, dass sie relativ klein sei. Die meisten von ihnen kamen aus Fort Carson, Colorado. Er erzählte mir, dass er ein Soldat in Fort Carson war. Ich fragte ihn nach Aktivitäten, die die Gruppe in Planung hätte. Die Unterhaltung begann im Oktober 1978. Damals planten sie unter anderem ein Weihnachten für arme Weiße, bei dem sie armen weißen Familien Care-Pakete schenken wollten. Er sagte, dass Nigger nichts anderes täten, als Weiße auszunutzen und das System abzuzocken—Sozialhilfe und so weiter. Er sagte, dass das System von Juden kontrolliert werde und sie Nigger ihre üblen Taten machen lassen. An arme weiße Menschen denke niemand.

Hat er dich auch über illegale Aktivitäten des Klans informiert?
Es gab zwei Schwulenbars in der Stadt, und er sagte, er wolle „die beiden Schwuchtel-Bars in die Luft jagen“. Das hat mich alarmiert. Er fragte nach meinem Aussehen und ich fand einen Kollegen aus der Drogenabteilug, der meine Größe und mein Gewicht hatte. Ich beschrieb sogar, wie er aussah, weil ich wusste, in welcher Kleidung er zur Arbeit kam. Ich sprach mit dem Polizisten—in meinem Buch nenne ich ihn Chuck oder den weißen Ron Stallworth.

Das war die große Herausforderung unserer Unterhaltung. Chuck musste sich genauso verhalten wie ich am Telefon. Ich dagegen musste so tun, als ob ich beim Face-to-Face-Treffen gewesen wäre. Wir mussten die Unterhaltung immer im Fluss halten, damit sie den Eindruck hatten, immer mit ein und derselben Person zu sprechen. Das war der komplizierte Part, weil Chucks Stimme ganz anders klang als meine.

Haben sie keinen Verdacht geschöpft?
In den sieben Monaten der Ermittlung wurde ich nur einmal gefragt, warum meine Stimme so anders klang als Chucks. Chuck war zu einem Treffen gegangen, das ich organisiert hatte, und später an dem Tag, als ich über etwas nachdachte, das bei dem Treffen gesagt wurde, rief ich Ken an, den lokalen Organisator. Ich sprach mit ihm, als wäre ich bei dem Meeting gewesen, aber er sagte: „Du klingst anders, was ist los?“ Ich hustete ein paar Mal und sagte, ich hätte eine Nebenhöhlenentzündung. Und er sagte: „Oh, das kriege ich auch immer.“

Hattest du jemals Angst um deine Sicherheit?
Ich hatte ein einzige Mal Angst, dass die Sache auffliegt, am 10. Januar 1979, als David Duke—der „Große Hexenmeister“—in die Stadt kam. Ich beschrieb es in meinem Buch als den „Kamera-Showdown“. Ich hatte regelmäßig mit Duke gesprochen und mit einem Gentleman namens Fred Wilkens. Er war der „Große Drachen“ von Colorado, der Anführer des Staates. Duke war für eine Rekrutierungsreise in der Stadt und er wollte sich an Print- und TV-Medien wenden. Im Laufe des Morgens seiner Ankunft kontaktierte mich der Polizeichef und sagte, dass ich David Dukes während seines Aufenthalts in der Stadt als Bodyguard beschützen solle. Wir hatten Morddrohungen erhalten.

Wollte dein Chef, dass du Duke als Leibwächter beeinflusst?
Nein, ich war der Einzige, der in der geheimdienstlichen Abteilung verfügbar war. Ich stritt mich mit meinem Chef, weil ich in laufenden Ermittlungen steckte und er mich in engen Kontakt mit David Duke bringen wollte. Er und seine Leute konnten die ganze Ermittlung gefährden, da sie meine Stimme wiedererkennen könnten. Er sagte, dass er eher das Risiko eingehen wolle, als dass Duke etwas zustößt, während er in seiner Stadt war.

Also salutierte ich und ging zu dem Steakhouse, in dem Duke zum Mittagessen war. Fred Wilkins und David Duke waren dort, und dann war da noch ein Mann namens Charles oder Chuck Howarth—er war der Kopf der ultra-rechten Posse Comitatus. Die Gruppe ging der gesamten Polizeibehörde in Colorado auf den Sack. Sie war ein Vorläufer der amerikanischen Bürgerwehrbewegung. Ich stellte mich David Duke vor und sagte, dass ich ein Kriminalbeamter sei, der aufgrund von Drohungen gegen seine Person den Auftrag habe, ihn zu beschützen. Ich sagte, dass ich nicht an seine politische Philosophie oder Ideologie glaube, aber professionell genug sei und alles Mögliche tun werde, damit er meine Stadt sicher verlässt. Er dankte mir sehr herzlich, sehr dankbar. Er schüttelte meine Hand und gab mir sogar den Klan-Handschlag. Er wusste nicht, dass ich es wusste, aber er gab mir tatsächlich den Handschlag des Klans. Er war zufrieden, genau wie der lokale Organisator. Dann bat ich ihn um ein Foto. Ich sagte: „Mr. Duke, niemand wird mir glauben, wenn ich erzähle, dass ich Ihr Bodyguard war. Würde es Ihnen etwas ausmachen, ein Foto mit mir zu machen?“ Er sagte: „Nein, überhaupt nicht.“ Ich gab Chuck, dem weißen Ron Stallworth, die Kamera und stellte mich zwischen David Duke und den Großen Drachen. Ich legte meine Arme um ihre Schultern—der Große Drache fand es lustig, doch David Duke war beleidigt und schob meinen Arm weg. Er sagte: „Tut mir leid, so kann ich mich nicht auf einem Foto mit Ihnen zeigen.“ Ich sagte zu Chuck: „Wenn ich drei sage, machst du das Foto.“

Ich sagte eins, zwei, und bei drei legte ich meine Hand zurück auf David Dukes Schulter—Chuck schoss das Foto. In dem Moment sprang David Duke los und versuchte, Chuck die Kamera aus der Hand zu reißen. Ich war einen halben Schritt schneller als Duke, und als er mir die Kamera aus der Hand ziehen wollte, sah ich ihn an und sagte: „Wenn Sie mich anfassen, verhafte ich Sie wegen Beamtenbeleidigung. Lassen Sie es.“ Duke blieb wie angewurzelt stehen und wir starrten uns an. Seine Gefolgschaft hörte auf zu lächeln und starrte mich ebenfalls an. Es schien ewig zu dauern, aber wahrscheinlich waren es nur drei bis fünf Sekunden. Doch in genau diesem Moment verstand der Große Hexenmeister des Ku-Klux-Klans, was es bedeutet, wenn ein schwarzer Mann die Kontrolle über ihn hat. Ich zeigte es ihm. Ich war sein Albtraum: Ich war ein Nigger mit einem Dienstausweis. Ich hatte sein Schicksal in der Hand, und er wusste es.

Wie steht es heute um den Klan?
Der Ku-Klux-Klan war in Amerika nie tot. Er hatte Höhen und Tiefen, aber er war nie tot und nie wieder so stark wie in den 20ern oder den 50ern und 60ern, als die Bürgerrechtsbewegung auf ihrem Höhepunkt war. Ich glaube nicht, dass er jemals wieder [so einflussreich] sein wird. Die Gesellschaft hat sich zu sehr verändert. Aber allein die Tatsache, dass er noch existiert, sollte Amerika beunruhigen. Wir sollten immer darauf achten und aufmerksam sein und jederzeit bereit sein, ihn zu bekämpfen, egal in welcher Form er existiert.

Hast du schonmal ein Ku-Klux-Klan-Mitglied, mit dem du Kontakt hattest, sympathisch gefunden?
Nein, sie waren alle Arschlöcher. Es gab null Sympathie. Ich bereue nur, dass ich nie enthüllen konnte, wer ich war und was ich getan habe, um sie gründlich zu blamieren und ihnen zu zeigen, was für Idioten sie waren. Ich musste es geheim halten. Der Spaß lag darin, dass ich sie verarschen konnte und sie nicht wussten, dass sie die ganze Zeit verarscht wurden. Daraus habe ich eine doppelte Genugtuung gezogen. Sie waren ein Haufen rassistischer Idioten.

Haben dich die Reaktionen auf dein Buch überrascht?
Sie haben mich ein bisschen überrascht. Ich weiß, dass die Geschichte viele Leute fasziniert: die Geschichte eines Schwarzen, der einen Großen Hexenmeister des KKK und seine Anhänger so reinlegt. Wenn ich höre, dass sie auf der ganzen Welt verbreitet wird ... Heute morgen bin ich von einem Radiosender in Dublin interviewt worden. Ich habe eine Großnichte, die Lehrerin in Japan ist, und sie sagt, dass die Geschichte dort in fremden Sprachen, die sie nicht versteht, in Zeitschriften und Zeitungen abgedruckt wird. Da wird die Sache schon irgendwie überwältigend.

Mehr Infos über Stallworth und sein Buch findest du hier.

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