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So überlebst du als Tussi-Mädchen den Sommer in der Großstadt

Wir sagen dir, wie du die Hitze in der Stadt und ihre stinkenden Nebenwirkungen überlebst.
7.7.14

Foto: Raíssa Ruschel | flickr | CC BY 2.0 Verbringst du den Sommer in der Stadt, oder noch schlimmer, den Hochsommer in der Großstadt, kann das oft mühsam sein und dich ordentlich ankotzen, vor allem wenn du Wert auf dein Äußeres legst und dein Dasein als Mädchen sehr ernst nimmst. Trotzdem musst du irgendwie damit klarkommen und dich mit der großen gelben Sau und ihren stinkenden Nebenwirkungen arrangieren. Der Sommer ist natürlich auch für Buben die Hölle, aber weil ich ein Mädchen bin, weiß ich nun einmal mehr über die Probleme mit der schmelzenden Visage und nicht minder schweren Outfit-Katastrophen bescheid, die deiner inneren Tussi das Leben zur Hölle machen.

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Damit du im Sommer nicht an den kleinsten Dingen des Alltags verzweifelst und dich irgendwann in deiner abgedunkelten Wohnung verbarrikadierst, sagen wir dir, wie du die Hitze in der Stadt ohne deinen persönlichen Girlie-Super-GAU überlebst:

Scheiß auf deine Frisur

An den ersten heißen Tagen wirst du noch optimistisch versuchen, deine schöne wallende Mähne zu einer noch schöneren Frisur zu formen. Du bist wie jeden Sommer zuversichtlich, dass du es dieses Jahr schaffen wirst, die heiße Jahreszeit mit genau der Frisur durchzustehen, die perfekt zu deinem jeweiligen Outfit passt. Beim ersten Schritt ins Freie, der fast schon tropischen Luftfeuchtigkeit und den ersten Schweißperlen, die dir sofort auf deine mit Flüssig-Foundation zugespachtelte Stirn treten, ist deine vermeintliche Frisur dem Untergang geweiht und plustert sich unaufhaltsam auf wie ein toter Wal in der Sonne, der kurz vor dem Explodieren ist. Scheiß einfach auf deine Frisur, denn alles andere ist sinnlos. Bau dir eine zweckmäßige (und falls du es schaffst auch schöne) Flechtfrisur, einen Dutt oder was anderes Bequemes, das dir deine Haare aus dem Gesicht und vor allem aus dem Nacken hält. Ansonsten wirst du diesen Sommer mit einer Hagrid-Frisur verbringen und das willst du definitiv nicht.

Investiere in gute Hot Pants

Bei 37 Grad oder mehr wirst du früher oder später zu Hotpants greifen müssen, wenn du dich nicht fühlen willst, als würdest du in deiner Skinny Jeans wie ein Hummer lebend gekocht. Du wirst deine Hot Pants definitiv den ganzen Sommer lang tragen—das heißt, du solltest sie sehr oft waschen, deine Intimrasur nicht vergessen und sie als im Idealfall gewinnbringende Investition sehen. Hot Pants sind nun mal einfach heiß, auch wenn man kein Thigh Gap und Storchenbeine hat. Kauf dir auf keinen Fall eine billige, mit Nieten besetzte Hot Pants bei der Modekette deines Vertrauens, denn Nieten sind out und bringen die kleinen indischen Kinderhände schneller zum Bluten—außerdem haben die Sweatshop-Sklaven diese Hosen nicht für den täglichen Intensivgebrauch gemacht, was dazu führt, dass sie sich dann, wenn du sie am Dringendsten brauchst, in der Waschmaschine auflösen. Besorg dir stattdessen eine belastbare Shorts, am besten eine Vintage Levi's, die du früher an deiner Mama so schrecklich fandest, die aber heute mit abgeschnittenen Hosenbeinen einen perfekten Popo machen.

Lass dich nicht von Typen mit Sonnenbrillen blenden

Wenn du dich im Sommer an öffentliche Orte begibst, wirst du dich wundern, wo plötzlich all diese sexy Typen herkommen. Einer heißer als der andere, die Ray Ban auf der Nase, die Haare genau das richtige Mittelmaß zwischen gestylt und von der Hitze mitgenommen und die Arme perfekt gebräunt (den Tanktop-Abdruck und komplett weißen Oberkörper blendest du am besten einfach aus). Wenn dein Auserwählter jedoch zu späterer Stunde seine Sonnenbrille abnimmt, kann es sein, dass du einen kleinen Schock erleidest. Mit Sonnenbrille sieht einfach jeder Typ irgendwie cool aus, auch wenn er in Wahrheit der Vampir unter den Stadtbewohnern ist, der sein wahres und leider hässliches Gesicht erst bei Dunkelheit zeigt. Schmus mit ihm, solange die Sonne noch scheint, du voller Endorphinen bist und er seine Sonnenbrille trägt. Den Lebenspartner suchst du dir aber besser bei Nacht.

Lerne, mit plumpen Anmachen klarzukommen

Der Sommer ist nun mal die Jahreszeit, in der die Kleidung knapper und die Gemüter heißer werden. Du hältst unbewusst dauernd Ausschau nach Typen, an deren Anblick du dich erfreuen kannst und umgekehrt bleibst du als Mädchen von der Fleischbeschau auch nicht verschont. Trägst du dann auch noch Hot Pants oder ein Sommerkleid, wirst du, egal wo, mit Sicherheit von Typen angemacht oder es wird dir zumindest nachgepfiffen oder Typen machen dieses komische Geräusch, das man eigentlich nur macht, wenn man eine Katze anlocken will. Die ersten Male ärgert dich das, irgendwann sollte es dir aber egal sein. Natürlich soll dieser Absatz kein Plädoyer für dumme Anmachen sein, falls du den restlichen Sommer jedoch nicht mit Wutausbrüchen und feministischen Grundsatzdiskussionen verbringen willst, freu dich lieber, dass du in deinem Sommeroutfit gut aussiehst und sieh das Ganze mit einem Augenzwinkern, denn schließlich bekommst du auf zugegeben armselige Art und Weise ja doch nur Bestätigung.

Überleg dir gut, in welchen Park du dich zum Sonnen legst

Irgendwann wird auch dich die Lust nach gebräunter Haut, Sonnencremegeruch vermischt mit Schweiß und einem kleinen Sonnenbrand auf den Arschbacken packen. Wenn du ein vernünftiger Mensch bist, weigerst du dich überfüllte Schwimmbäder mit Lulu-Chlor-Gemisch zu besuchen, das dir noch 3 Tage nach dem Baden in den Augen brennt und gehst zum Sonnen in einen Park. Dort willst du ungestört deine Leichenblässe durch eine knackige Bräune ersetzen und das am liebsten in deinem neuen Bikini, der genauso aussieht wie der von letztem Jahr, aber dafür noch ein Stück teurer war. Was du bei der Auswahl des Parks deines Vertrauens bedenken solltest, ist, dass Parks in Großstädten häufig Aufenthaltsort von Obdachlosen, Junkies oder Spannern sind, die nur auf ein Mädchen wie dich warten. Geh keinesfalls in einen Park, der direkt neben einer mehrspurigen Straße liegt oder der so klein ist, dass du aus Platzgründen gezwungenermaßen die abgegriffene Shades Of Grey-Ausgabe deiner Liegewiesen-Nachbarin mitlesen musst. Such dir einen Park, der groß genug ist, dass du ein paar Quadratmeter saftige Wiese ganz für dich allein beanspruchen kannst, ohne von Bällen getroffen, von gruseligen Männern angestarrt oder von Slacklinern, die über dir seiltanzen, genervt zu werden.

Scheiß auf Sport

Wenn du denkst, du kannst bei Temperaturen über 25 Grad auch nur annähernd sowas wie Sport machen, liegst du falsch. Im Fitnessstudio hat es bei diesem Wetter gefühlte tausend Grad, ganz abgesehen von den Bächen an Schweiß, die an dir herabplätschern, wenn du nur an Sport denkst und Freiluftsportarten wie Joggen führen unter diesen Umständen sowieso zum Herzinfarkt oder zumindest einem Kreislaufzusammenbruch. Du solltest im Sommer einfach auf Sport scheißen und die Zeit lieber mit schönen Dingen verbringen, höchstens ab und zu eine Länge schwimmen. Falls du deine Bikinifigur jetzt noch nicht hast, ist es sowieso zu spät und es ist auch komplett egal, weil du dich nicht an Schönheitsbildern einer miesen Gesellschaft orientieren musst. Sport im Sommer ist schlicht und einfach Folter. Außerdem sieht man immer ein bisschen knackiger aus, wenn man ein bisschen gebräunt ist, also leg dich lieber in die Sonne, anstatt dich mit sportlicher Betätigung zu quälen.

Scheiß auf Make-Up, nur Puder ist wichtig

Falls du im Sommer nicht aussehen willst, als hättest du dein Gesicht mit einer Speckschwarte eingerieben, solltest du nie einen Fuß vor die Tür setzen, ohne dein Gesicht vorher mit Puder bepinselt zu haben. Puder ist der heilige Gral des guten Sommer-Make-Ups und auch so ziemlich das einzige, das du deinem Gesicht bei der Todeshitze antun solltest. Lass das mit dem flüssigen Make-Up bleiben, denn es wird von deinem Gesicht bröckeln wie die Fassade einer römischen Ruine und eine schwitzige, ockerfarbene Mondlandschaft hinterlassen. Zu viel Make-Up im Sommer ist einfach eklig und unangenehm, also lass es bleiben.

Jeder ist im Sommer ein bisschen eklig—auch du

Hör bitte auf, dir den ganzen Tag Sorgen um dein Aussehen zu machen. Im Sommer schwitzt wirklich jeder, jeder hat Schweißflecken, nassgeschwitzte Haare und überhaupt besteht alles nur aus Schweiß und Schwitze—auch Mädchen. Wenn jeder ein bisschen eklig ist, ist es doch nicht schlimm, dass du es selbst auch bist. Außerdem schwitzt du sowieso, egal mit wie viel Aluminium du dir die Achseln vollsprühst und was du anhast, da hilft auch die kleinste Mikro-Shorts nichts (die du aber trotzdem tragen solltest, weil es die Alternativen nur noch schlimmer machen). Es interessiert auch niemanden, ob du drei Dellen an deinen Oberschenkeln hast, solange du nicht permanent davon sprichst. Der Sommer ist zum Wohlfühlen da, nicht zum Heulen.

Wenn du im Sommer ein bisschen weniger Tussi bist, lebt es sich gleich viel leichter. Natürlich machst du dir als Mädchen immer ein bisschen Sorgen um dein Äußeres wenn du vor Hitze das Gefühl hast, dass du jeden Moment auf offener Straße in Flammen aufgehst. Wie du vielleicht schon in der einen oder anderen Bravo gelesen hast, ist das bei Buben aber ganz genauso, also sollte uns das alles wahrscheinlich aber auch einfach ein bisschen egal sein—denn die einzigen Dinge, die man im Sommer wirklich braucht, sind nicht der perfekte Body oder Achselschweiß, der nach Rosen duftet, sondern Sonnencreme, genug kühles Bier und jemand zum Schmusen, der auch ohne Sonnenbrille gut aussieht.

Verena auf Twitter: @verenabgnr