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„Frauen, man muss sie wie Scheiße behandeln": Wahlwerbung fasst Trumps Aussagen zu Frauen zusammen

Eine neue Lobbygruppe hat einen Clip produziert, in dem Schauspielerinnen sexistische Zitate von Trump vorlesen. Floridas Republikaner haben ihn dennoch zu ihrem Kandidaten gewählt.

von Sarah Mimms
16 März 2016, 10:41am

Foto: Matt Johnson | Flickr | CC BY 2.0

Eine neue Fernsehwerbung versucht das Unmögliche: Donald Trumps eigene Worte gegen ihn zu verwenden und damit tatsächlich etwas zu bewirken.

In der Werbung sind mehrere Schauspielerinnen zu sehen, die Zitate von Trump über Frauen vorlesen, darunter dieser Ausschnitt aus einem Interview mit dem Magazin New York von 1992: „Frauen, man muss sie wie Scheiße behandeln."

Mehrere der Zitate stammen aus Trumps zahlreichen Interviews mit The Howard Stern Show, die letzten Monat von BuzzFeed zusammengetragen wurden. Darin nannte Trump unter anderem die Schauspielerin Nicollette Sheridan „flachbrüstig" und sagte, sie würde nie „eine Zehn sein". Außerdem beschrieb er Prinzessin Diana mehr oder weniger als attraktiv aber „verrückt". Eine Frau in der Werbung zitiert auch Trump, wie er zu Howard Stern sagt: „Ich mag Kinder. Ich meine, ich werde nichts tun, um mich um sie zu kümmern. Ich werde das Geld zur Verfügung stellen und sie wird sich um die Kinder kümmern."

Nachdem sie diese Flut von Trump-Zitaten vorgelesen haben, fassen die Frauen zusammen: „So spricht Donald Trump über unsere Mütter, unsere Schwestern, unsere Töchter. Wenn Sie der Meinung sind, dass Amerika etwas Besseres verdient hat, dann wählen Sie gegen Donald Trump."

Die Werbung lief diesen Montag und Dienstag auf landesweiten US-Sendern. Sie wurde von Our Principles PAC produziert, einer „Super PAC"-Lobbygruppe, die keinen bestimmten Präsidentschaftskandidaten unterstützt, sondern einfach nur gegen Trump ist. Die Gruppe wurde im Januar von Mitt Romneys ehemaliger stellvertretender Kampagnenmanagerin Katie Packer gegründet.

Die Lobbygruppe hat in den letzten Wochen einige Wahlwerbungen geschaltet, darunter ein weiterer Spot, der auf die Gewalt bei Trump-Veranstaltungen in der letzten Zeit aufmerksam macht und erwähnt, dass ein Kampagnenmanager einen Journalisten angegriffen haben soll. „Donald Trump ist zu rücksichtslos und gefährlich, um Präsident zu sein", heißt es darin.

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Die Werbung läuft nicht nur auf nationalen Kabelsendern, sondern auch auf Lokalsendern in Florida, wo Trump am Dienstag trotz aller Mühen der Lobbygruppe (und der medialen Aufmerksamkeit, die ihre Werbungen generiert haben) die republikanische Vorwahl für sich entscheiden konnte. Mit 45,8 Prozent der Stimmen lag er dabei meilenweit vor dem zweitplatzierten Marco Rubio mit 27 Prozent. (Rubio hat sich nach dieser Niederlage aus dem Rennen zurückgezogen und ausgesagt, die Republikaner würden „dieses Jahr nicht auf der Siegerseite" sein.)

Doch laut einem Trump-Zitat aus der Wahlwerbung von Our Principles PAC sollte es dem kontroversen Kandidaten eigentlich auch unwichtig sein, was über ihn gesagt wird: „Es ist wirklich egal, was sie schreiben, so lange man etwas Junges und Schönes zum Anfassen hat."