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Die Flüchtlingskicker des FC Idomeni

Im provisorischen Refugee-Camp des griechischen Grenzdorfs Idomeni ist stundenlanges Warten die Norm. Fußball ist da vor allem für die jungen Flüchtlingen eine willkommene Ablenkung.

von Κώστας Κουκουμάκας
31 März 2016, 4:06am

Derzeit sind über 11.500 Flüchtlinge in dem provisorischen Refugee-Camp untergebracht, das sich im griechischen Grenzdorfs Idomeni befindet. Vor Kurzem verbreitete sich das Gerücht über eine offene griechisch-mazedonische Grenze wie ein Lauffeuer und führte dazu, dass sich rund 2.000 Menschen vor dem Grenzzaun versammelten und auf eine Weiterreise hofften. Die griechischen Behörden versuchten zwar, die Menge davon zu überzeugen, dass die Balkan-Route immer noch geschlossen wäre und es somit auch nicht möglich sei, die Grenze nach Mazedonien zu überqueren, aber nur gut 1.000 Refugees folgten der Bitte, sich in die richtigen griechischen Flüchtlingsunterkünfte zu begeben. Dazu gab Giannis Mouzalas—Griechenlands Minister für Migrationspolitik—an, dass das Camp in Idomeni im April geschlossen werden soll, aber örtliche Polizisten meinten mir gegenüber, dass es keinen realistischen Evakuierungsplan gäbe und man keine Ahnung hätte, wohin man die ganzen Leute im Falle einer Schließung bringen sollte—denn neue Unterkünfte existieren noch nicht.

Vergangenen Februar war ich in Idomeni, um mir selbst ein Bild von der dortigen Situation zu machen. Die Verzweiflung innerhalb und außerhalb des Camps war förmlich greifbar: Mütter mit weinenden Babys im Arm sowie endlose Schlangen vor den Essensausgaben soweit das Auge reichte. Während dieser Stunden des Wartens schien eine Sache jedoch alle anwesenden Menschen zu erfreuen, nämlich Fußball.

Ich versuchte, ein Foto zu schießen, das nicht den typischen Klischees entsprach. Dabei kickte Amid aus Syrien den Ball in meine Richtung. Ich passte zurück und der Junge fing an, durch die vor dem Camp aufgestellten Zelte zu dribbeln. Sofort scharte sich eine Gruppe andere Kinder um ihn und ich machte mehrere Bilder, während mit zwei Steinen ein Tor markiert wurde und so ein intensives Spiel seinen Lauf nahm.