Popkultur

Ein Junge, ein Fahrstuhl und viel Urin ergeben den Horrorfilm des Jahres

Wir haben das virale YouTube-Video genauer analysiert.
Mack Lamoureux
Toronto, CA
27.2.18
Foto: YouTube-Screenshots

Instant-Karma ist zu Recht eine der beliebtesten Kategorien bei Internet-Videos. Wer findet es nicht gut, wenn irgendein Vollidiot direkt die Quittung für seine vollidiotischen Taten bekommt? Und weil wir wissen, wie niedrig meist die Absicht der handelnden Person ist, brauchen wir nicht mal ein schlechtes Gewissen zu haben.

Das bringt uns zu einem jungen Mann, der im chinesischen Chongqing in einem Aufzug steckenbleibt – nachdem er auf die Knöpfe gepinkelt hat. Es handelt sich zweifelsohne um einen der besten Aufzugthriller unserer Zeit (selbst M. Night Shyamalan kann da nicht mithalten).

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Das Video hat auf YouTube bereits 700.000 Views, weshalb wir "Chinese boy breaks elevator with his pee pee" mal genauer analysieren sollten.

Die Aufnahme einer Überwachungskamera beginnt damit, dass unser bebrillter Protagonist den Aufzug betritt. Er sieht sich kurz um, um sicherzugehen, dass er wirklich alleine ist. Dann trifft sein Blick auf die Knopfreihen und in seinem Kopf macht es Klick.

Ob die Blase des Jungen voll ist, weil die Aktion von langer Hand geplant war oder weil er ein paar Limos geext hat, wissen wir nicht. Der Teenager öffnet seine Hose und pinkelt absichtlich in hohem Bogen auf die Knöpfe des Fahrstuhls. Die Präzision, die er dabei an den Tag legt, wirft die Frage auf, ob er so etwas öfter macht.

Als die Hose wieder zu ist, folgt jedoch ein Twist, wie ihn Hollywood nicht besser hätte schreiben können: Der Junge kommt im gewünschten Stockwerk an, aber die Tür des Aufzugs öffnet sich nicht. Also muss er gezwungenermaßen einen der uringetränkten Knöpfe drücken, was die Sache erst so richtig spannend macht. Die Elektronik des Fahrstuhls hat durch die Feuchtigkeit offenbar einen Kurzschluss erlitten und die Knöpfe fangen an, wild zu blinken.

Plötzlich flackert auch die Beleuchtung des Aufzugs. In einem Horrorfilm würde genau jetzt die bedrohliche Musik einsetzen. Dem Jungen wird schlagartig bewusst, dass da etwas nicht stimmt – und dass sein Urin daran schuld ist. Der Fahrstuhl rächt sich.

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Schließlich kommt es zum großen Finale: Nachdem der Aufzug noch ein bisschen weiter durchgedreht ist und der Junge panisch auf die Knöpfe gedrückt hat, wird es auf einmal dunkel. Nur noch die mit Pisse besudelten Knopfreihen leuchten schummrig. Poltergeist lässt grüßen.

Wenn man der Formel vieler Horrorfilme folgt, dann wäre der Junge wohl verschwunden, wenn das Licht des Fahrstuhls wieder angeht. Der wortwörtlich angepisste Aufzugdämon hätte ihn sich geholt.

Laut mehrerer chinesischer Nachrichtenportale hat nach Ende dieses filmischen Kleinods ein Rettungsteam den Teenager kurz darauf aus dem Fahrstuhl befreit. Verletzt hat er sich bei der Aktion nicht. Berühmt ist er.

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