100 kleine Dinge, mit denen Männer das Leben von Frauen besser machen können
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Feminisme

100 kleine Dinge, mit denen Männer das Leben von Frauen besser machen können

"Sei froh, Freundinnen zu haben, die nicht mit dir schlafen wollen. Die Friendzone existiert nicht. Wir schulden euch keinen Geschlechtsverkehr."
16 März 2018, 11:59am

Der diesjährige Weltfrauentag ist vorbei und wie jedes Jahr haben uns wieder zahlreiche Männer per Twitter "Herzlichen Glückwunsch zum Weltfrauentag!" gewünscht. Nette Geste, aber: Ist das alles? Tatsächlich gibt es viele Dinge, mit denen Männer das Leben von Frauen ein klitzekleinesbisschen besser machen können – und das, ohne das patriarchale System, in dem wir alle leben, komplett in Flammen aufgehen zu lassen. (Auch wenn das kein schlechter Vorsatz wäre.) Wir haben 100 Punkte gesammelt, die einen echten Unterschied machen können. Wenn ihr ein Mann seid, lest diese Liste bis zum Schluss. Wenn nicht, teilt sie mit jedem, der diesbezüglich etwas Nachhilfe gebrauchen könnte.

1. Bevor du einer Frau etwas erklärst, frag dich besser erstmal, ob sie es vielleicht schon versteht. Womöglich weiß sie sogar mehr über das Thema als du.

2. Passend dazu: Erkläre einer Frau niemals, was Feminismus ist.

3. Transfrauen sind Frauen. Wiederhole diesen Satz bis in alle Ewigkeiten.

4. Es ist nicht schwer, die von Menschen bevorzugten Pronomen zu respektieren.

5. Ja, es gibt dicke Frauen. Und nein, nicht alle wollen dünn sein. Behandle sie mit Respekt.

6. Gib einfach nie einen Kommentar zum Körper einer Frau ab.

7. Sei nett zu Frauen, die sich um dich als Kunde oder Gast kümmern. Wenn du ihnen Extra-Trinkgeld gibst, versuche dabei nicht creepy zu wirken.

8. Vertraue Frauen. Wenn sie dir etwas beibringen oder sagen, dann musst du das nicht erst gegenchecken – vor allem nicht direkt vor ihnen.

9. Doppelmoral ist NIE gut.

10. Manspreading mag ein absurder Begriff sein, aber hör verdammt nochmal auf, komplette Sitzbänke für dich einzunehmen!

11. Du willst eine Frau positiv beschreiben? Dann nutze Adjektive wie "talentiert", "clever" oder "witzig" statt "wunderschön", "süß" oder "niedlich".

12. Streich in diesem Kontext auch sofort die Wörter "unvernünftig", "dramatisch", "rechthaberisch" und "hysterisch" aus deinem Sprachgebrauch.

13. Fang gar nicht erst an, dich zu rechtfertigen. Nein, diese Begriffe verwendest du wahrscheinlich eher nicht, um Männer zu beschreiben – außer, wenn du sie als “weibisch” deklassieren willst.

14. Du stehst auf "feurige" Latinas, "starke" schwarze Frauen oder "geheimnisvolle" Asiatinnen? Dann lies dir lieber schnellstens ein Buch über entkolonialisierenden Feminismus durch.

15. Frauen sind nicht "zickig". Wir brauchen kein spezielles Wort dafür, eine Meinung zu haben.


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16. Untergrabe nicht die Glaubwürdigkeit einer Frau, wenn du sie vorstellst. "Donna ist zauberhaft" bringt niemandem etwas. Wie wäre es mit: "Donna kennt sich total gut mit Architektur aus”?

17. Denk darüber nach, wie du die jungen Frauen in deiner Familie beschreibst. Sind sie wirklich hübsch und einfühlsam, oder doch besser witzig und smart?

18. Niemand muss sich dafür schämen, auf dicke, alte oder queere Frauen und Transfrauen zu stehen. Auch du nicht.

19. Man kann Frauen auch Komplimente machen, ohne andere Frauen herabzuwürdigen. "Du bist nicht wie die anderen Frauen" schmeichelt nicht. Ich will wie die anderen Frauen sein. Frauen sind großartig.

20. Teile Texte von Frauen – und das nicht, indem du ihre Gedanken nimmst, sie umformulierst und anschließend auf Facebook teilst, um allen zu zeigen, wie klug du bist.

21. Kaufe Binden und Tampons und spende sie an Obdachlosenunterkünfte.

22. Wie viel von dem, was du guckst/liest/hörst, stammt von Frauen? Verabschiede dich von dem Gedanken, dass nur männliche Künstler Genies sind.

23. OK, du besitzt schon Bücher, Filme und Musik von Frauen. Aber auch welche von dunkelhäutigen, queeren, armen, Transpersonen oder Frauen mit Behinderung? Intersektionalität ist Trumpf.

24. Konsumiere keine Medien, in denen die Erfahrungen von Frauen kleingeredet werden, in denen Gewalt gegen Frauen positiv dargestellt wird oder in denen überhaupt keine Frauen vorkommen. Es reicht nicht, sich gegen solche Dinge auszusprechen, du musst aktiv dagegen arbeiten, sie erfolgreich zu machen.

25. Pass bei Geschichten mit tiefgründigen weiblichen Charakteren gut auf. Ich schwöre, sie sind interessant.

26. Wenn du Kindern Geschichten vorliest, dann vertausche einfach mal die Geschlechter der Hauptfiguren

27. Schau dir Frauenfußball an und nenn das Ganze einfach nur “Fußball”.

28. Unterstütze keine Vereine, Einrichtungen und Unternehmen, die Vergewaltiger und Missbrauchstäter schützen und anstellen.

29. Hör auf, Woody Allen abzufeiern. Finde ein neues Idol, das nicht im Verdacht steht, jemanden missbraucht zu haben.

30. Es heißt Generalin Leia, nicht Prinzessin Leia. Und Doctor Who hat einen Kompagnon, keine Assistentin.

31. Caste Frauen für Männerrollen. Auch wir wissen, wie man Königreiche regiert und wie man in den Krieg zieht.

32. Bezahle für Pornos.

33. Sieh ein, dass auch Sexarbeit Arbeit ist. Setze dich für Sexarbeiterinnen ein, ohne sie zu bevormunden.

34. Teile auch politische Kommentare von Frauen. Vielleicht musst du da ein bisschen suchen, es gibt sie nicht so häufig.

35. Verstehe, dass es bei Gamergate nie um “Ethik im Journalismus" ging.

36. Halte dich im heutigen Meeting mal zurück und lass deine Kolleginnen häufiger zu Wort kommen. Falls du das Meeting leitest, dann stelle sicher, dass Frauen genauso viel reden wie Männer.

37. Wenn eine Frau einen guten Punkt anspricht, dann sage: "Das ist ein guter Punkt." Wiederhole nicht ihre Aussage und streiche dann das ganze Lob für dich ein.

38. Befördere Frauen. Womöglich ist ihr Führungsstil anders als deiner, aber das ist vielleicht gut so.

39. Gebe Frauen das gleiche Gehalt wie Männern – selbst dann, wenn sie nicht danach fragen.

40. Eröffne Frauen, die sich noch um andere Dinge und Menschen kümmern müssen, neue Möglichkeiten, indem du ihnen flexible Arbeitsverträge anbietest.

41. Wenn du bei deiner Arbeit mit einem Mann und einer Frau zusammenarbeitest, dann gehe nicht automatisch davon aus, dass der Mann besser ist.

42. Wenn jemand fälschlicherweise davon ausgeht, dass du erfahrener bist als eine Kollegin, dann korrigiere diese Person und verweise sie an die Frau, die mehr weiß.

43. Koche Tee oder Kaffee für das Büro.

44. Spüle danach ab.

45. Wenn nur Männer zum Bewerbungsgespräch kommen, dann formuliere die Stellenanzeige neu, so dass sich mehr Frauen angesprochen fühlen.

46. Es muss mindestens eine Frau bei den Einstellungsgesprächen dabei sein.

47. Erzähle deinen Kolleginnen, wie viel du verdienst.

48. Organisiere jemanden, der sich bei Events um Kinder kümmert.

49. Meetings mit Frühstück dürfen nicht zu der Zeit stattfinden, in der Kinder zu Schule gebracht werden müssen.

50. Wenn du Teamleiter bist, dann lass deine Angestellten wissen, dass Regelschmerzen und Blasenentzündungen es definitiv rechtfertigen, krank zu Hause zu bleiben.

51. Deine strenge Chefin/Mutter/Lehrerin ist keine "Bitch". Werd erwachsen.

52. Eine Frau muss nur das machen, was in der Jobbeschreibung steht – und nicht den ganzen anderen Scheiß, von dem du keine Ahnung hast.

53. Weigere dich, bei einem Panel zu sprechen, bei dem nur Männer eingeladen sind.

54. Hebe bei einer Fragerunde nur dann deine Hand, wenn du eine FRAGE hast. Niemand ist da, um deine Meinung zu hören.

55. Wenn Freunde oder Verwandte Trans- oder nicht-binäre Menschen diskriminieren, dann erkläre ihnen sofort, warum das nicht in Ordnung ist (dieser Punkt gilt auch für Cis-Frauen).

56. Wenn Freunde oder Verwandte Frauen anderer Ethnien diskriminieren, dann erkläre ihnen sofort, warum das nicht in Ordnung ist (dieser Punkt gilt auch für weiße Frauen).

57. Wenn Frauen ihre Hände in die Luft strecken, dann nimm deine nach unten. Das ist eine Metapher für viele Dinge im Leben. Denk mal drüber nach.

58. Wenn du eine feministische Tochter großziehst, dann wird sie dir irgendwann widersprechen – und wahrscheinlich Recht haben. Sei stolz und fühle dich nicht bedroht.

59. Bring deinen Söhnen bei, Mädchen zuzuhören, ihnen Raum zu geben, ihnen zu glauben und sie zu unterstützen.

60. Kauf deiner Tochter Tampons, bereite ihr Wärmflaschen vor und wasche ihre BHs. Zeige ihr, dass sie sich für ihren Körper nicht zu schämen braucht.

61. Bügeln darfst du ihre BHs aber nicht. Diesen Fehler wirst du nur einmal machen.


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62. Überlege dir, wie bei euch die Hausarbeit aufgeteilt wird. Wer putzt, wer kümmert sich um die Kinder, wer kocht, wer organisiert alles?

63. "Ich würde das nur falsch machen" ist eine beschissene Ausrede, um sich vor Hausarbeit zu drücken.

64. Lass dich nie wieder darüber aus, wie lange Frauen brauchen, um sich ausgehfertig zu machen. Wir versuchen nur, den lächerlichen Schönheitsstandards einer Gesellschaft zu entsprechen, von der du profitierst!

65. Widerspreche den Patriarchen in deiner Kirche, wenn sie die Unterdrückung von Frauen befürworten.

66. Widerspreche den Patriarchen in deiner nicht-religiösen Bewegung, wenn sie die Unterdrückung von Frauen befürworten.

67. Tu nicht so, als würdest du Frauen befreien wollen, wenn es dir nur darum geht, ihre Religion zu kritisieren.

68. Überlege dir, wer deine Trips organisiert, deine Auftritte arrangiert, Weihnachten plant und Geburtstagskarten kauft. Eine Frau, richtig?

69. Und wenn das doch du – also ein Mann — machst, dann werde ich dich garantiert nicht dafür loben.

70. Überlege dir, wie viel emotionale Arbeit du von Frauen erwartest. Verlangst du von den Frauen deines Umfelds ständig emotionale Unterstützung, ohne etwas zurückzugeben?

71. Deine Mutter/Schwester/Freundin zu lieben, ist etwas anderes, als dein eigenes Privileg aufzugeben, um die Gleichstellung von Frauen voranzubringen. Vergiss das nie. Und die Tatsache, dass Geschlechterungleichheit über die Frauen in deinem direkten sozialen Umfeld hinausgeht.

72. Gehe nicht davon aus, dass alle Frauen auf Männer stehen.

73. Gehe nicht davon aus, dass eine Frau mit dir reden will, nur weil sie sich in der Öffentlichkeit befindet.

74. Wenn dir eine Frau erzählt, dass sie vergewaltigt, missbraucht oder angegriffen wurde, dann verlange nicht nach Beweisen. Frage stattdessen, wie du sie unterstützen kannst.

75. Wenn sich ein Freund oder Kollege Frauen gegenüber unangebracht verhält, dann spreche ihn darauf an. Ich verspreche dir, die unangenehme Situation überstehst du!

76. Männer müssen die Verantwortung für ihre Taten übernehmen.

77. Lasse nachts auf der Straße zwischen dir und Frauen genügend Abstand. Das kann sonst echt unheimlich sein.

78. Wenn du siehst, wie eine Frau von einem fremden Mann belästigt oder verfolgt wird, dann gehe nicht weg, sondern stelle sicher, dass ihr nichts passiert.

79. Eigentlich muss man das nicht extra erwähnen, aber: Rufe Frauen auf der Straße keine ungefragten "Komplimente" hinterher.

80. Du bist ein queerer Mann? Dann mach dir bewusst, dass du trotz deiner sexuellen Orientierung frauenfeindlich agieren kannst.

81. Du bist ein queerer Mann? Dann mach dir bewusst, dass sich deine queeren Freundinnen oder nicht-binären Freunde an Orten nicht wohlfühlen könnten, wo sich viele Männer aufhalten – auch wenn diese Männer queer sind.

82. Sei froh, Freundinnen zu haben, die nicht mit dir schlafen wollen. Die Friendzone existiert nicht. Wir schulden euch keinen Geschlechtsverkehr.

83. Vergiss nie, dass Einverständnis auch in Situationen wichtig ist, in denen es nicht um Sex geht. Zum Beispiel, wenn du Frauen hinterhersteigst, die nicht an dir interessiert sind, oder du deine Kollegin unbedingt umarmen willst.

84. Sexpositive Frauen sind etwas Gutes. Erwarte aber nicht automatisch, dass sie auch mit dir schlafen wollen.

85. Glaube einer Frau, wenn sie sagt, ihren eigenen Körper zu kennen. Wenn sie etwas nicht gut findet, was du im Bett veranstaltest, versuche nicht, sie vom Gegenteil zu überzeugen.

86. Achte auf nonverbale Zeichen von Frauen – vor allem beim Sex. Wir verhalten uns nicht einfach so "komisch".

87. Es ist NIE süß oder nett, eine Frau davon überzeugen zu wollen, mit dir zu schlafen. Lass das!

88. Das Gleiche gilt für Sex ohne Kondom. Noch mal: Lass das!

89. Du hast aus Versehen eine Frau geschwängert, die kein Kind will? Abtreibungen kosten Geld, übernimm die Hälfte davon.

90. Du hast aus Versehen und ohne Verhütung in eine Frau abgespritzt? Die Pille danach ist teuer, übernimm die kompletten Kosten.

91. Lass dich regelmäßig und unaufgefordert auf Geschlechtskrankheiten untersuchen.

92. Überlege dir, wie du zu Abtreibungen stehst. Und dann vergiss deine Meinung, denn sie ist komplett irrelevant.

93. Mach dir klar, dass auch Frauen mit Behinderungen vollwertige Menschen mit sexuellen Bedürfnissen sind. Hör ihnen zu und respektiere sie.

94. Mach dir klar, dass nicht alle Frauen menstruieren oder Vaginas haben.

95. Glaube Frauen, wenn sie Schmerzen haben. Menstruationsschmerzen sind kein Spaß. Endometriose, polyzystische Eierstöcke, Vaginalschmerzen, Blasenentzündungen, all das gibt es wirklich. Hysterie hingegen nicht.

96. Wenn eine Frau versehentlich auf dich blutet, dann reiß dich bitte zusammen und flippe nicht direkt aus.

97. Setze dich dafür ein, dass Sexualkunde im Schulunterricht zeitgemäß gelehrt wird und niemanden diskriminiert.

98. Unterstütze schwarze und indigene Frauen. Immer.

99. Frauen interessiert es nicht, ob sie von wildfremden Menschen unattraktiv gefunden werden. Spar dir also deine zynischen YouTube-, Facebook- und Twitter-Kommentare.

100. Glaub mir: Du weißt nicht, "wie es ist".

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